• What?! Darum soll Glitzer schon ganz bald verboten werden

    Alle Glitzer-Fans müssen jetzt ganz stark bleiben!

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Glitzer im Make-up: Soll das schon bald verboten werden?

Egal, ob im Lidschatten, Rouge oder Lippenstift – schimmernde Partikel oder Glitzer-Elemente hat jeder in irgendeinem Produkt zu Hause. Doch für die Umwelt sollen diese glitzernden Partikel gar nicht gut sein, weshalb jetzt britische Wissenschaftler für das Verbot von Glitzer in Beautyprodukten kämpfen wollen. 

Glitzer im Make-up: Soll das schon bald verboten werden?

Alle Mädels, die Glitzer über alles lieben, müssen jetzt ganz stark sein, denn folgender Text könnte ihnen ziemlich den Tag versauen. Denn was wäre ein Leben ohne Glitzer? Ganz egal, wie mies der Tag und die Stimmung auch ist, Glitzer macht uns einfach immer glücklich. Doch das kann schon bald ein Ende haben, denn wie independent.co.uk berichtet, wollen sich jetzt Wissenschaftler aus England dafür einsetzen, dass die schimmernden Partikel in jeglicher Form (vor allem in Beautyprodukten) verboten werden. Warum? Ganz einfach - sie sind höchst umweltschädlich, da sie aus Mikroplastik bestehen, welches kaum abbaubar ist. Doch nicht nur das, denn auch die Tierwelt leidet unter dem Glitzer-Wahn. So hat die Umweltanthropologin Dr. Trista Farrelly herausgefunden, dass Mikroplastik so klein ist, dass es sogar von Fischen verschluckt werden kann. Durch die ganzen Badezusätze, welche Glitzer-Partikel enthalten, gelangt dieser in das Grundwasser und somit ins Meer. Rund um Großbritannien soll laut Studie etwa ein Drittel aller Fische mit Glitzer verseucht sein.

Was auf den ersten Moment gar nicht so schlimm klingt, kann leider erhebliche Folgen haben. Denn auch wenn wir uns nichts schöneres vorstellen können, als von innen zu glitzern, ist das auch nur eine verweichlichte Märchenvorstellung. Die Wahrheit sieht leider ganz anders aus, denn es ist kein Geheimnis, dass die Meeresbewohner an dem ganzen Plastik, welches in den Ozeanen schwimmt, ersticken und sterben. Außerdem schwimmt in manchen Bereichen der Ozeane heute bereits mehr Mikroplastik als Plankton. Und zu diesem Plastik zählt leider auch Glitzer.

Doch nicht alle Hersteller verschließen ihre Augen vor dieser Tatsache. Die Beauty-Marke Lush zum Beispiel hat den Glitzer in ihren Produkten bereits durch biologisch abbaubare Substanzen ersetzt. 

Und hast du dich schon mal gefragt, woher das Glitzer in deinem Make-up überhaupt kommt? Die Herkunft ist nämlich auch nicht so rosig wie unsere Einhornwelt-Vorstellungen. Dafür müssen schon vierjährige Kinder in Indien hart und unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Und das alles nur, damit wir einen schönen Schimmer auf der Haut haben!

Glitzer-Make-up: Kinder arbeiten unter krassen Bedingungen

Textil-Industrie und Kinderarbeit – das kennt man und darüber wurde auch schon viel diskutiert. Doch Kinderarbeit in der Kosmetik-Branche? Da ging es doch in den Medien eigentlich immer um das ebenfalls grausame Thema Tierversuche. Alerdings steht Kinderarbeit genau in diesem Bereich an der Tagesordnung. 

Damit wir genügend Glitzer haben, schuften schon vierjährige Mädchen und Jungen in Minen, um Mineralstaub, auch „Mica“ genannt, abzubauen. Mehrere Medien berichteten schon über die verheerenden Zustände im Bundesstaat Jharkhand im Osten von Indien. Die Kinder setzen sich bei dieser Minenarbeit extremen Gefahren aus: Schlangen- und Skorpionbisse, Mineneinstürze, Schnittwunden, Atemwegserkrankungen und Hautinfektionen.

Für 10 kg Glimmer bekommen die Kinder circa 50 Rupien, also knapp 60 Cent. Nicht gerade viel. Warum machen die Kinder das dann? Der einfach Grund: Sie haben Hunger. Denn auch die Eltern verdienen nicht viel, sodass ihr Gehalt nicht für die Familie reicht. Deswegen müssen die Kinder arbeiten, um mit ihrer Familie überhaupt überleben zu können.

Was tun die Hersteller dagegen?

Indien ist für 60 Prozent der globalen Produktion von Mica zuständig. Viele Firmen, die Mica geliefert bekommen, unternehmen nun beispielsweise stichprobenartige Prüfungen oder verzichten sogar ganz auf den Glitzer. Lush beispielsweise, die bekannt dafür sind, dass sie auf natürliche Inhaltsstoffe setzen, gegen Tierversuche sind und sich auch sonst stark für die Umwelt einsetzen, haben ebenfalls schnell Schritte eingeleitet, da man schon länger von dem Problem weiß.

Mit-Gründerin Rowena Bird sagte gegenüber „The Guardian“: „Aus diesem Grund haben wir von unseren Lieferanten bislang Bescheinigungen eingefordert, auf denen sie erklären, ohne Kinderarbeit zu produzieren.“ Doch damit man wirklich solche Bedingungen ausschließen kann, verzichtet Lush in Zukunft ganz auf Mica in ihren Produkten und möchte vielleicht auf synthetischen Glitzer umsteigen. Doch wie genau das laufen wird, wurde noch nicht gesagt.

Reicht das, um gegen Kinderarbeit vorzugehen?

Für Aidan McQuade, der Chef von „Anti-Slavery International“, ist das alles nicht gut genug. Schließlich verlassen 150.000 Tonnen Mineralstaub jedes Jahr Indien. Und da ist es schwierig, Kinderarbeit in der Lieferkette auszuschließen. Man müsste die Ursache beheben – Unternehmen müssten sich verstärkt für faire Arbeitsbedingungen einsetzen, sodass auch das Gehalt der Eltern für die Versorgung der Familie ausreicht. Doch solange sich Eltern immer noch durch die Bedingungen gezwungen sehen, ihre Kinder in die Mine zu schicken, um überhaupt zu überleben, wird das Problem nicht enden.

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