• Kinderarbeit für Glitzer

    Make-up, das schimmert - jeder kennt es. Doch für diesen Mineralstaub müssen Kinder in Indien arbeiten!

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Glitzer im Make-up: Dafür müssen Kinder arbeiten!

Egal, ob im Lidschatten, Rouge oder Lippenstift – schimmernde Partikel oder Glitzer-Elemente hat jeder in irgendeinem Produkt zuhause. Aber hast du dich schon mal gefragt, woher das Glitzer in deinem Make-up kommt? Dafür müssen schon vierjährige Kinder in Indien hart und unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Und das alles nur, damit wir einen schönen Schimmer auf der Haut haben!

Kinderarbeit in Indien (Foto: Thinkstock)

Textil-Industrie und Kinderarbeit – das kennt man und darüber wurde auch schon viel diskutiert. Doch Kinderarbeit in der Kosmetik-Branche? Da ging es doch in den Medien eigentlich immer um das ebenfalls grausame Thema Tierversuche. Alerdings steht Kinderarbeit genau in diesem Bereich an der Tagesordnung.

+ + Kinder arbeiten unter krassen Bedingungen + +

Damit wir genügend Glitzer haben, schuften schon vierjährige Mädchen und Jungen in Minen, um Mineralstaub, auch „Mica“ genannt, abzubauen. Mehrere Medien berichteten schon über die verheerenden Zustände im Bundesstaat Jharkhand im Osten von Indien. Die Kinder setzen sich bei dieser Minenarbeit extremen Gefahren aus: Schlangen- und Skorpionbisse, Mineneinstürze, Schnittwunden, Atemwegserkrankungen und Hautinfektionen.

Für 10 kg Glimmer bekommen die Kinder circa 50 Rupien, also knapp 60 Cent. Nicht gerade viel. Warum machen die Kinder das dann? Der einfach Grund: Sie haben Hunger. Denn auch die Eltern verdienen nicht viel, sodass ihr Gehalt nicht für die Familie reicht. Deswegen müssen die Kinder arbeiten, um mit ihrer Familie überhaupt überleben zu können.

+ + Was tun die Hersteller dagegen? + +

Indien ist für 60 Prozent der globalen Produktion von Mica zuständig. Viele Firmen, die Mica geliefert bekommen, unternehmen nun beispielsweise stichprobenartige Prüfungen oder verzichten sogar ganz auf den Glitzer. Lush beispielsweise, die bekannt dafür sind, dass sie auf natürliche Inhaltsstoffe setzen, gegen Tierversuche sind und sich auch sonst stark für die Umwelt einsetzen, haben ebenfalls schnell Schritte eingeleitet, da man schon länger von dem Problem weiß.

Mit-Gründerin Rowena Bird sagte gegenüber „The Guardian“: „Aus diesem Grund haben wir von unseren Lieferanten bislang Bescheinigungen eingefordert, auf denen sie erklären, ohne Kinderarbeit zu produzieren.“ Doch damit man wirklich solche Bedingungen ausschließen kann, verzichtet Lush in Zukunft ganz auf Mica in ihren Produkten und möchte vielleicht auf synthetischen Glitzer umsteigen. Doch wie genau das laufen wird, wurde noch nicht gesagt.

+ + Reicht das, um gegen Kinderarbeit vorzugehen? + +

Für Aidan McQuade, der Chef von „Anti-Slavery International“, ist das alles nicht gut genug. Schließlich verlassen 150.000 Tonnen Mineralstaub jedes Jahr Indien. Und da ist es schwierig, Kinderarbeit in der Lieferkette auszuschließen. Man müsste die Ursache beheben – Unternehmen müssten sich verstärkt für faire Arbeitsbedingungen einsetzen, sodass auch das Gehalt der Eltern für die Versorgung der Familie ausreicht. Doch solange sich Eltern immer noch durch die Bedingungen gezwungen sehen, ihre Kinder in die Mine zu schicken, um überhaupt zu überleben, wird das Problem nicht enden.

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