Pickel ausdrücken kann zum Tod führen?!

Finger aus dem Gesicht! Diesen Satz hört man in seiner Pubertät ständig, wenn man vergeblich versucht, den "Streuselkuchen" zu beseitigen. Doch was hat es damit auf sich und wie gefährlich ist es wirklich, Pickel im Gesicht auszudrücken? Kann es sogar zum Tod führen? Wir haben einen Experten gefragt.

"Wenn du deine Pickel ausdrückst, kannst du sterben." Dieser Satz des britischen Dermatologen Dr. Vishal Maden sorgte in den vergangenen Wochen in England für einige Schlagzeilen. Er erklärte, dass es einen Bereich im Gesicht gibt, wo die Blutgefäße direkt mit dem Gehirn verbunden sind und, im Falle einer Entzündung des Pickels, dies zu schlimmen Folgen führen kann - das sogenannte Bermuda-Dreieck deines Gesichts.

Aber heißt das, man darf nie wieder eine Unreinheit entfernen, sogar wenn es schon gelb ist? Igitt! Wir haben Dr. Afschin Fatemi, Facharzt für Dermatologie, gefragt, was es genau mit dieser Aussage auf sich hat: „Die Aussage, dass man durch das Ausdrücken von Pickeln sterben könne, trifft zumindest dann zu, wenn es sich um Pickel im so genannten Bermuda-Dreieck des Gesichts handelt. Dazu gehören die Bereiche der Oberlippe, des Nasenrückens und die Partie zwischen den Augen. Tatsächlich ist es so, dass die Blutgefäße an diesen Stellen eng mit dem Gehirn verbunden sind. Teilweise verlaufen hier die Hirnvenen und Erreger können schneller in die Blutbahn gelangen. Grundsätzlich gilt, dass man Pickel niemals (!!!) ausdrücken sollte. Denn dadurch entstehen offene Stellen, durch die leicht Bakterien eindringen. So können sich Entzündungen und eitrige Schwellungen ausbreiten. Nicht nur, dass durch das Ausdrücken dauerhafte Narben entstehen können, im schlimmsten Fall kann das Ausdrücken zu einer Blutvergiftung führen. Das kommt zwar äußert selten vor, die Gefahr besteht allerdings - insbesondere bei größeren Pickeln. Geraten die Erreger in die Blutbahn, können sogar eine Thrombose oder eine Hirnhautentzündung die Folgen sein."

Zur Bekämpfung der fiesen Hautunreinheiten sollte man also vorsichtshalber auf ewiges herum drücken und quetschen verzichten und sich lieber auf das natürliche Abheilen verlassen, gerne auch mit ein paar Hilfmitteln. Und diejenigen unter euch, die es wirklich nicht sein lassen können, weil sie meinen, man kann mit einem derartigen "Furunkel" nicht auf die Straße gehen, sollten sich diese von einem Spezialisten entfernen lassen, der weiß, was er tut. Safety first sozusagen.

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