Übersicht über die Galerie: Die schönsten Liebesgedichte

Liebesgedicht von Rainer Maria Rilke: Liebeslied Bild 1 Liebeslied Wie soll ich meine Seele halten, daßsie nicht an deine rührt? Wie soll ich siehinheben über dich zu andern Dingen?Ach gerne möcht ich sie bei irgendwasVerlorenem im Dunkel unterbringenan einer fremden stillen Stelle, dienicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.Auf welches Instrument sind wir gespannt?Und welcher Geiger hat uns in der Hand? O süßes Lied. (Liebesgedicht von Rainer Maria Rilke, 1875 bis 1926)
Liebesgedicht von Goethe: Woher sind wir geboren Bild 2 Woher sind wir geboren Woher sind wir geboren? Aus Lieb'. Wie wären wir verloren? Ohn' Lieb'. Was hilft uns überwinden? Die Lieb'. Kann man auch Liebe finden? Durch Lieb'. Was lässt nicht lange weinen? Die Lieb'. Was soll uns stets vereinen? Die Lieb'. (aus den Briefen an Frau von Stein) (Liebesgedicht von Johann Wolfgang von Goethe, 1749 bis 1832)
Liebesgedicht von Ringelnatz: Ich hab dich so lieb Bild 3 Ich habe Dich so lieb Ich habe Dich so lieb Ich würde Dir ohne Bedenken Eine Kachel aus meinem Ofen schenken. Ich habe dir nichts getan. Nun ist mir traurig zu Mut. An den Hängen der Eisenbahn Leuchtet der Ginster so gut. Vorbei verjährt Doch nimmer vergessen Ich reise. Alles, was lange währt, ist leise. (Liebesgedicht von Joachim Ringelnatz, 1883 bis 1934)
Liebesgedicht von Friedrich Halm: Mein Herz, ich will dich fragen Bild 4 Mein Herz, ich will dich fragen Mein Herz, ich will dich fragen,Was ist denn Liebe? Sag!„Zwei Seelen und ein Gedanke,Zwei Herzen und ein Schlag!“ Und sprich, woher kommt Liebe?„Sie kommt und sie ist da!“Und sprich, wie schwindet Liebe?„Die war's nicht, der's geschah!“ Und was ist reine Liebe?„Die ihrer selbst vergisst!“Und wann ist Lieb' am tiefsten?„Wenn sie am stillsten ist!“ Und wann ist Lieb' am reichsten?„Das ist sie, wenn sie gibt!“Und sprich: Wie redet Liebe?„Sie redet nicht, sie liebt!“ (Liebesgedicht von Friedrich Halm, 1806 bis 1871)
Liebesgedicht von Morgenstern: Eins und alles Bild 5 Eins und alles Meine Liebe ist großwie die weite Welt,und nichts ist außer ihr,wie die Sonne alleserwärmt, erhellt,so tut sie der Welt von mir! Da ist kein Gras,da ist kein Stein,darin meine Liebe nicht wär,da ist kein Lüftleinnoch Wässerlein,darin sie nicht zög einher! Da ist kein Tiervom Mücklein anbis zu uns Menschen empor,darin mein Herzenicht wohnen kann,daran ich es nicht verlor! Meine Liebe ist weitwie die Seele mein,alle Dinge ruhen in ihr,sie alle, alle,bin ich allein,und nichts ist außer mir! (Liebesgedicht von Christian Morgenstern, 1871 bis 1914)
Liebesgedicht von Heinrich Heine: Mit deinen blauen Augen Bild 6 Mit deinen blauen Augen Mit deinen blauen AugenSiehst du mich lieblich an,Da wird mir so träumend zu Sinne,Daß ich nicht sprechen kann. An deine blauen AugenGedenk ich allerwärts; -Ein Meer von blauen Gedanken (Liebesgedicht von Heinrich Heine, 1797 bis 1856)
Liebesgedicht von Friedrich Schiller: An Emma Bild 7 An Emma Weit in nebelgrauer FerneLiegt mir das vergangne Glück,Nur an einem schönen SterneWeilt mit Liebe noch der Blick;Aber, wie des Sternes Pracht,Ist es nur ein Schein der Nacht. Deckte dir der lange Schlummer,Dir der Tod die Augen zu,Dich besäße doch mein Kummer,Meinem Herzen lebtest du.Aber, ach! du lebst im Licht,Meiner Liebe lebst du nicht. Kann der Liebe süß Verlangen,Emma, kann's vergänglich sein?Was dahin ist und vergangen,Emma, kann's die Liebe sein?Ihrer Flamme Himmelsgluth - Stirbt sie wie ein irdisch Gut? (Liebesgedicht von Friedrich Schiller, 1759 bis 1805)
Liebesgedicht von Matthias Claudius: Die Liebe Bild 8 Die Liebe Die Liebe hemmet nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel, Und dringt durch alles sich; Sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel, Und schlägt sie ewiglich. (Liebesgedicht von Matthias Claudius, 1740 bis 1815)
Bild 9 Unwiderstehlich schön Unwiderstehlich schön stand sie in RosenschattenAn ihre Grazien gelehnt,Und, Lilien gleich, die sich mit Veilchen gatten,Durch sanftern Reiz verschönt.Er blieb, in himmlischer Wonne verloren,Schwebend, sprachlos, halb vergöttert stehn;Denn seitdem das Meer die Lust der Welt geboren, Hatte noch kein Gott so reizend sie gesehn. (Liebesgedicht von Christoph Martin Wieland, 1733 bis 1813)
Liebesgedicht von Lessing: An eine kleine Schöne Bild 10 An eine kleine Schöne Kleine Schöne, küsse mich.Kleine Schöne, schämst du dich?Küsse geben, Küsse nehmen,Darf dich jetzo nicht beschämen.Küsse mich noch hundertmal!Küß und merk der Küsse Zahl.Ich will dir, bei meinem Leben!Alle zehnfach wiedergeben,Wenn der Kuß kein Scherz mehr ist,Und du zehn Jahr älter bist. (Liebesgedicht von Gotthold Ephraim Lessing, 1729 bis 1781)
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