• Beruf Modestylistin?

    Wie arbeitet eigentlich eine Stylistin? Und wie macht man Mode und Trends zum Beruf?

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Beruf Modestylistin? Check, ob's was für dich ist!

Viele mode-versessene Mädels denken daran, einmal als Modestylistin zu arbeiten, die großen Designer zu treffen und viel Geld zu verdienen. Doch wie arbeitet eigentlich eine Stylistin? Und wie macht man Mode und Trends zum Beruf? Das wollten wir auch wissen und haben Modestylistin Denise Med im Interview mit Fragen gelöchert. Hier kommen ihre Antworten...

Interview mit Modestylistin Denise Med

Welche Aufgaben hat eine Stylistin?

Wir setzen Ideen in Bilder um. Eine gute Modestylistin kennt immer die neuesten Trends in Mode, Make-Up, Accessoires und Interior und weiß, wo sie diese kaufen und ausleihen kann. Wir besorgen die Outfits, Accessoires und Dekorationen für Foto- und Filmproduktionen und schauen, dass die Models beim Fotoshooting gut aussehen. Oft stylen wir neue Outfits, die dann zum Trendlook werden.

Was macht eine gute Stylistin aus?

Handwerkliches Geschick ist wichtig. Außerdem sollte man ein gutes Gespür für Looks und Menschen besitzen. Im Fotostudio sind Modestylisten auch dafür verantwortlich, dass sich die Models wohl fühlen und ein gutes Klima zwischen allen Beteiligten einer Produktion ist. Eine gute Stylistin arbeitet eigenverantwortlich und weiß in jeder Situation, was zu tun ist. Und wenn ein Kleid nicht perfekt sitzt, zu lang oder zu kurz ist, muss sie auch mit Nadel und Faden umgehen können und das Problem schnell lösen.

In welchen Branchen arbeitet eine Stylistin?

Als Stylistin kann man in verschiedenen Branchen arbeiten. Zum Beispiel für TV-Sendungen und Filmproduktionen, Modenschauen und Fotoproduktionen. Oder für Modestrecken in tollen Journalen, Werbe-, Musikcover- und Katalogproduktionen.

Stylisten können in einer Agentur und auch freiberuflich tätig sein. Agenturen besorgen Aufträge. Dafür bekommt die Agentur 35 bis 40 % vom Tageshonorar des Stylisten.

Wie kann ich Modestylistin werden?

Für viele ist es ein Traumjob, aber der Weg dahin ist nicht einfach. Es gibt nämlich keine klassische Lehre zur Modestylistin. Einige haben ein Design- oder Modedesign-Studium oder eine Schneiderlehre gemacht. Viele haben eine Mode-Stylingschule besucht und anschließend bei einer Stylistin assistiert. Andere haben als Moderedakteurinnen gearbeitet. Wichtig ist, dass man die Ausbildung bei einer guten Stylistin macht und eine gewisse Zeit assistiert. So bekommt man Routine und kann Fotoarbeiten und Veröffentlichungen sammeln, die den Einstieg in die Berufswelt erleichtern.

Wie ist der Tagesablauf einer Stylistin?

Mein Tagesablauf ist sehr vielfältig: Zuerst bekomme ich vom Fotografen ein Briefing, also eine schriftliche Übersicht des Auftrags. So weiß ich, welche Termine eingehalten werden müssen, welche Looks gewünscht sind, welche Zielgruppen man mit den Fotos ansprechen möchte und vor allem, wie hoch das Budget ist. Also wie viel Geld ich für Besorgungen zur Verfügung habe.

Danach sammle ich Ideen für Accessoires und überlege, wo ich was bekomme, um den Fotos einen eigenen Look zu geben. Wenn ich alle Sachen habe, werden sie für das Shooting vorbereitet, das heißt bügeln, sortieren und einpacken. Während der Fotograf seine Bilder macht, achte ich darauf, dass alles an den Models richtig sitzt. Sind alle Fotos im Kasten, wird kontrolliert, ob die Sachen in Ordnung sind oder eventuell in die Reinigung müssen, ehe sie wieder zurückgeben werden.

Welche Voraussetzungen muss für diesen Beruf mitbringen?

Ganz wichtig sind Kreativität, handwerkliches Geschick und ein gutes Gefühl für Stil und Trends. Aber auch Menschenfreude, Teamgeist, viele Adressen von Shops und Fremdsprachen wie Englisch sind eine Vorraussetzung.

Gibt’s beim „Traumjob Modestylistin“ auch Nachteile?

Modestylisten sind viel unterwegs und auf Reisen, das ist nicht gerade förderlich für eine Beziehung. Wir haben unregelmäßige Arbeitszeiten und manchmal kommen Jobs für den nächsten Tag erst am Vortag rein. Dann müssen sehr schnell sehr viel besorgt werden, das kann schon stressig werden.

Was macht besonders viel Spaß an diesem Beruf?

Ich lerne in meinem Beruf sehr viele unterschiedliche Menschen und Kulturen kennen und bin immer auf dem neusten Stand in punkto Trends. Und wir arbeiten oft an Orten, wo andere Urlaub machen.

Wie viel verdient man als Stylistin?

Berufserfahrung wird honoriert. Es kommt immer darauf an, ob es Editorial, Katalog- oder Werbejobs sind. Das Tageshonorar liegt zwischen ca. 400 Euro für Anfänger und 1000 Euro für berufserfahrene Stylisten am Tag. Dabei hat ein Arbeitstag oft bis zu 14 Stunden.

Wenn man Modestylistin ist, sollte man sich dann nach den Trends und Must haves der Saison kleiden oder lieber seinen eigenen Style beibehalten?

Auf jeden Fall seinem Stil treu bleiben. Wir sitzen zwar an der Quelle zu den neuen Looks und ich style mich sehr gerne. Aber wir sind den neuen Trends vor allem auf der Spur, um Models bzw. Fotoproduktionen perfekt in Szene zu setzen.

Wird man als Stylistin auf den Modeshows eingeladen?

Ja, wenn man gute Kontakte aufgebaut hat, lernt man auch viele Designer persönlich kennen, das ist toll.

Sind bei diesem Beruf eher Frauen oder Männer gefragt?

Beide, aber es gibt viel mehr Frauen als Männer in diesem Beruf.

Hat Mode-Stylistin auch etwas mit Schminken zu tun?

Nein, für die Haare und das Make Up ist eine andere Person zuständig - die Make Up Artistin.

Wer ist Denise Med?

Denise Med ist seit über 15 Jahren Modestylistin für Mode, Wäsche und Lifestyle Produktionen im In- und Ausland. Sie ist als Trendscout tätig und hat 2004 die erste Modestylingschule in Deutschland gegründet, an der sie Schulungsleiterin ist. Sie war freie Moderedakteurin und stand als Modeexpertin 4 Jahre in der Vorher Nachher Show vor der Kamera.

Mehr Infos zu Denise Med und ihrer Modestyling-Schulung findest du hier:

>>www.modestyling.net

>>www.modechannel.de

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