Mittlerweile soll es wohl nicht einmal mehr ein Mord gewesen sein, sondern "nur" noch Totschlag. Brunner soll laut einer, meiner Meinung nach recht suspekten Zeugenaussage auch angeblich zuerst zugeschlagen haben mit den Worten "Ihr wollt's nicht anders"
Dazu kommt noch, dass er wohl nicht an den Tritten und Schlägen der Täter gestorben ist, sondern an Herzstillstand aufgrund eines Herzfehlers.
Analyse: Hält die Mordanklage im Fall Brunner stand? - Service - sueddeutsche.de
Das erbärmlichste an den Tätern ist allerdings die Tatsache, dass sie den Grund für ihre Aggressionen auf Brunner schieben und diesen beschuldigen, er habe zuerst Gewalt angewendet. Selbst wenn dies der Fall gewesen sein sollte, hätte wohl jeder Mensch bei einer Bedrohung dieser Art ähnlich aus einem Schutzreflex gehandelt.
Da
Prävention in unserem Land wohl eine Illusion bleiben wird, müssen die Strafen für solche Täter in meinen Augen drastisch verschärft werden. Für immer wegsperren wäre für viele wohl die einfachste und bequemste Lösung. Da ich aber der Meinung bin, dass gerade Jugendliche und junge Erwachsene durchaus beeinflussbar sind, wäre das keine Dauerlösung. Ich bin aber mit Sicherheit auch kein Freund der stillen Treppe und anderen Kuschelbestrafungen wie man sie leider zu oft vorfindet. Die Gefängnishotels in Deutschland sind auch nicht unbedingt eine Alternative.
Wenn ich höre, dass man jungen Kriminellen als Strafe ein Buch zu lesen aufzwingt, frage ich mich ernsthaft, wo das in diesem Land noch enden soll. Dieses ganze sozialpädagogische Geschwätz kann doch Straftäter mehr ernst nehmen. Arbeitslager und Erziehungscamps wären in meinen Augen eine wesentlich bessere Lösung, wo die Jugendlichen lernen, andere zu respektieren, Gesetze zu befolgen usw. Es kann doch nicht sein, dass man sich nachts, und ich rede hier nicht von US-amerikanischen Ghettos, nicht mehr alleine auf die Sraßen trauen kann weil ein paar Jugendliche keine Werte und kein Rechtsverständnis mehr haben. Da gibt es auch den Einwand, Jugendliche bräuchten keine Strafen sondern Perspektiven. Wie soll ich aber in einem Land mit 4 Millionen Arbeitslosen, Finanzkrise, Firmenpleiten ohne Ende usw. einem Jugendlichen eine sorgenfreie Zukunft bescheinigen? Wo kämen wir denn hin, wenn jeder, der keine Arbeit, keine Zukunftsperspektive usw. hat, gleich einen anderen Menschen zu Tode
prügelt?
In den Niederlanden gab es diese Diskussion bereits vor 12 Jahren:
Kriminelle Jugendliche ins Arbeitslager? - Nachrichten DIE WELT - WELT ONLINE
Was daraus geworden ist konnte ich bislang leider nicht finden.
Was die Zivilcourage angeht kann ich manche Leute sogar verstehen, wenn sie lieber aus der Ferne helfen statt direkt einzugreifen. Würde Herr Brunner noch leben könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass man ihn wegen Körperverletzung an den beiden Tätern belangen würde. Selbst Polizisten, die im Dienst einen Schwerkriminellen aus Notwehr erschießen finden sich nicht selten selbst auf der Anklagebank wieder. In dem Fall wäre es wohl sinnvoller, die Polizisten mit Wattebällchen auszurüsten damit sie die Täter mit einer ach so schweren Kindheit nicht verletzen können.
Im Übrigen würden die meisten hier wohl behaupten, sie würden sich im Falle einer solchen
Prügelei ganz selbstverständlich einmischen. Dass das aber in der Realität ganz schnell ganz anders aussehen kann, können sich diese Leute vermutlich nicht vorstellen. Sicher ist es einfach, aus sicherer Entfernung von Zivilcourage zu sprechen, wenn man aber tatsächlich in eine derartige Situation kommt, hilft einem diese Theorie nichts mehr. Mit Zivilcourage im Fall Brunner verstehe ich allerdings nicht, die Polizei zu rufen oder den Tätern verbal entgegenzutreten. Die Zeit, bis die Polizei eintrifft bleibt dem Opfer nicht und verbale Äußerungen waren in diesem Fall wohl auch erfolglos. Da müsste man schon selbst körperlich aktiv werden. Allerdings scheint es mir gerade bei dieser Menschenmenge, die mit Sicherheit bei einigen ein erhöhtes Selbstbewusstsein ausgelöst hat, unbegreiflich, dass sich nicht mehrere Personen zusammengeschlossen haben, um gegen diese zwei Schläger vorzugehen.
Demnach müsste man eigentlich die ganzen Gaffer wegen unterlassener Hilfeleistung anklagen.