21.01.2012, 04:12
Mädchen-Liebling Registriert seit: 15.01.2012
Beiträge: 342 | der erlkönig, alternative interpretationen wie würdet ihr das interpretieren und warum? warum unterscheiden sich die interpretationen? Zitat:
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? —
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? —
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. —
„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ —
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? —
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. —
„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ —
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? —
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. —
„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ —
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! —
Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.
| Ballade von Johann Wolfgang von Goethe http://de.wikipedia.org/wiki/Erlk%C3..._%28Ballade%29 |
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21.01.2012, 04:43
Mädchen-Star Registriert seit: 15.02.2011
Beiträge: 4.347 | Ich würde das so interpretieren dass der Autor zu viel Zeit hatte um sich dämliche Gedichte auszudenken. |
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21.01.2012, 09:49
Mädchen-Star Registriert seit: 23.03.2009
Beiträge: 3.266 | Zitat: Dalai Lama
Ein Flugzeug liegt im Abendwind
An Bord ist auch ein Mann mit Kind
Sie sitzen sicher, sitzen warm
Und gehen so dem Schlaf ins Garn
In drei Stunden sind sie da
Zum Wiegenfeste der Mama
Die Sicht ist gut
Der Himmel klar
Weiter, weiter ins Verderben
Wir müssen Leben bis wir sterben
Der Mensch gehört nicht in die Luft
So der Herr im Himmel ruft
Seine Söhne auf dem Wind
Bringt mir dieses Menschenkind
Das Kind hat noch die Zeit verloren
Da springt ein Widerhall zu Ohren
Ein dumpfes Grollen treibt die Nacht
Und der Wolkentreiber lacht
Schüttelt wach die Menschenfracht
Weiter, weiter ins Verderben
Wir müssen Leben bis wir sterben
Und das Kind zum Vater spricht
Hörst du denn den Donner nicht
Das ist der König aller Winde
Er will mich zu seinem Kinde
Aus den Wolken tropft ein Chor
Kriecht sich in das kleine Ohr
Aus den Wolken tropft ein Chor
Kriecht sich in das kleine Ohr
Komm her, bleib hier
Wir sind gut zu dir
Komm her, bleib hier
Wir sind Brüder dir
Der Sturm umarmt die Flugmaschine
Der Druck fällt schnell in der Kabine
Ein dumpfes Grollen treibt die Nacht
In Panik schreit die Menschenfracht
Weiter, weiter ins Verderben
Wir müssen Leben bis wir sterben
Und zum Herrgott fleht das Kind
Himmel nimm zurück den Wind
Bring uns unversehrt zu Erden
Aus den Wolken tropft ein Chor
Kriecht sich in das kleine Ohr
Aus den Wolken tropft ein Chor
Kriecht sich in das kleine Ohr
Komm her, bleib hier
Wir sind gut zu dir
Komm her, bleib hier
Wir sind Brüder dir
Der Vater hält das Kind jetzt fest
Hat es sehr an sich gepreßt
Bemerkt nicht dessen Atemnot
Doch die Angst kennt kein Erbarmen
So der Vater mit den Armen
Drückt die Seele aus dem Kind
Diese setzt sich auf den Wind und singt:
Komm her, bleib hier
Wir sind gut zu dir
Komm her, bleib hier
Wir sind Brüder dir
| Rammstein's Version gefällt mir eindeutig besser  |
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21.01.2012, 20:12
Mädchen-Liebling Registriert seit: 15.01.2012
Beiträge: 342 | im deutschen sprachraum gibt es den mythos der rauhnächte, in denen normaler weise der erste schneefällt und sich reif auf den böden der äcker bildet. also zwischen weihnacht bis nach silvester. als weihe kann man eine übergangszeit betrachten wie zb die pubertät. der mythos besagt, dass in den rauhnächten die tore zur anderswelt aufgestoßen werden. dann beginnt die jagd. in diesem zeitraum sollen kleine kinder vorallem mädchen in nächten nicht mehr das haus verlassen, da die wesen der anderswelt durch das land ziehen um sie einzufangen und in ihr reich zu entführen. man kann ohne weiteres nebel und schneestürme mit der jagd gleichsetzen. in damaliger zeit war es üblich das einige nordische stämme durch das land zogen um frauen und mädchen zu entführen. diese brachten sie ins morgenland um sie zu verkaufen. zu damaliger zeit war ein pubertäres mädchen bereits eine frau. Zitat: |
Der Stoff der Ballade stammt aus dem Dänischen, dort heißt der Erlkönig Ellerkonge, also Elfenkönig.
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21.01.2012, 20:14
Mädchen-Star Registriert seit: 10.05.2008
Beiträge: 3.442 | Zitat: |
Zitat von caro482 Rammstein's Version gefällt mir eindeutig besser  | Definitiv. |
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22.01.2012, 23:21
Mädchen-Liebling Registriert seit: 15.01.2012
Beiträge: 342 | kennt noch wer andere versionen? jetzt bin ich neugierig. |
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23.01.2012, 02:28
Mädchen-Goddess Registriert seit: 28.10.2010
Beiträge: 21.051 | Zitat: |
Zitat von Aerosol wie würdet ihr das interpretieren und warum? warum unterscheiden sich die interpretationen?
Ballade von Johann Wolfgang von Goethe Erlkönig (Ballade) ? Wikipedia |
Aus dem Bauch heraus verstehe ich das Gedicht so, dass der Vater mit seinem schwerkranken Kind nach Hause reitet. Das schwerkranke Kind hat Fieber und leidet dabei an Wahnvorstellungen. Da der Vater offenbar in einer sehr kühlen Nacht bei mieser Witterung mit seinem Kleinkind unterwegs ist, ist irgendwann das Immunsystem des Kindes überfordert; gerade zu dem Zeitpunkt, als er das Ziel erreicht, ist das Kind an der Grippe oder an irgendeinem Fieber gestoben.
Aber Deutsch gehörte nie zu meinen Stärken. Bei solchen scheiss Gedichtsinterpretationen war ich immer froh, wenn ich mit einer 4 davon kam. Mensch, war das immer ein Scheiß. |
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23.01.2012, 13:02
Mädchen-Star Registriert seit: 26.10.2011
Beiträge: 2.186 | Zitat: |
Zitat von ThomasK Aus dem Bauch heraus verstehe ich das Gedicht so, dass der Vater mit seinem schwerkranken Kind nach Hause reitet. Das schwerkranke Kind hat Fieber und leidet dabei an Wahnvorstellungen. Da der Vater offenbar in einer sehr kühlen Nacht bei mieser Witterung mit seinem Kleinkind unterwegs ist, ist irgendwann das Immunsystem des Kindes überfordert; gerade zu dem Zeitpunkt, als er das Ziel erreicht, ist das Kind an der Grippe oder an irgendeinem Fieber gestoben. |
Sch... Individualverkehr! Mit der Pferdebahn hätten es die beiden noch rechtzeitig und sicher an ihr Ziel geschafft!  |
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23.01.2012, 14:25
Mädchen-Star Registriert seit: 18.10.2011
Beiträge: 2.652 | Zitat: |
Zitat von ThomasK (...) ist irgendwann das Immunsystem des Kindes überfordert (...) | Köstlich.
Ich persönlich interpretiere die Ballade für mich so, dass der Junge im Fieberwahn ist und dem Tode nah. Er sieht den Erlkönig (ein Bild für Gott?), der ihn lockt und ihm die schönsten Dinge verspricht. So geht er zum Erlkönig und somit aus dem Leben. |
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23.01.2012, 14:27
Mädchen-Star Registriert seit: 21.07.2011
Beiträge: 1.699 | Meine Interpretation von sexuellem Missbrauch wurde leider als falsch anerkannt.
Der Erlkönig soll aber auf jeden Fall den Tod darstellen. Den Rest musst du Dir selbst denken. |
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