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Beitrag meldenProlog "Samohr - Lebende Legenden"
31.03.2010 - 17:13
Prolog Die Ablösung kam pünktlich und nachdem er das Buch übergeben hatte, griff Merlin nach seiner Jacke. Dieser Abend war wie erwartet ruhig gewesen, die Seite, die im Buch der Wächter für seine heutige Schicht freigehalten worden war, war dies zum größten Teil immer noch. Nur ein kleiner Eintrag über die Rückkehr des vierten Rings des Sommersemesters, unter der Leitung von Florian Laßer, störte die weiße Oberfläche des Blattes. Man merkt, dass der Winter bald zu Ende ist, dachte Merlin, als er aus dem kleinen Häuschen der Wächter trat. Überall auf der Wiese reckten Blumen ihre kleinen, zerbrechlichen Köpfe in die Höhe und durchbrachen die dünne Schneedecke, die sich in schattigen Teilen des Internatsgeländes immer noch gegen die stetig wärmer werdende Sonne widersetzte. Merlins Blick wanderte über die versprengten Blütenknospen zum Grund der neuen Wacheinteilung. Wie ein Mahnmal standen die Ruinen des alten Gerichtsaales inmitten der anderen großen Gebäude. Es war eins der schönsten gewesen, dass wusste Merlin aus eigener Erfahrung. Doch vor etwa drei Monaten war etwas gänzlich Unvorhergesehenes passiert. Merlin mochte es immer noch nicht so recht glauben. Während eines ganz normalen Tages, nun ja, so normal war er auch nicht gewesen, immerhin gab es nicht jeden Tag eine Verhandlung wegen dem Verrat am Internat, hatte es eine gewaltig große Gruppe fremder Samohr geschafft, das Internat zu stürmen und ungehindert zu entkommen. Merlin selbst war zu diesem Zeitpunkt außerhalb der Stadt gewesen. Als er die Neuigkeiten gehört hatte, hatte er sie zunächst für einen schlechten Scherz gehalten. Erst als er die Ruinen des ältesten Gebäudes im Internat gesehen hatte, war ihm bewusst geworden, wie real die Bedrohung von außerhalb war. Eingehüllt wurde die ganze Geschichte von einem Schleier aus Geheimnissen. Keiner konnte ihm, einem einfachen Wächter, sagen, was genau passiert war und wie die Samohr ohne Hindernisse eindringen konnten. Vermutlich wussten die höheren Samohr selbst noch nicht, wie es passieren konnte. Das einzige, das passiert war, war, dass der Name Einzelgänger abgeschafft worden war. Die Gruppen, die außerhalb des Internates existierten verdienten eine andere Bezeichnung. Im Moment hatte man sich auf Abtrünnige geeinigt, aber Merlin war sich sicher, dass dieser Name nicht von Dauer war. Als er um eine Kurve des Weges bog, verschwand dir Ruine hinter einer langen Reihe von Bäumen. Diese standen erst seit kurzem hier und hatten doch schon die Größe und Dicke von alten Bäumen erreicht. Der kleine Wald, der sich also nun links und rechts des Weges befand war eine Übung für einige der älteren Ringschüler gewesen. Merlin fand sie ungewöhnlich sinnvoll. Nach seiner Schicht nahm er gerne den kurzen Umweg durch die neue, schattige Umgebung, bevor er zu seiner kleinen Wohnung zurückkehrte, ausschlief und auf seine nächste Schicht wartete. Alles in Allem ein recht langweiliges Leben, aber Merlin hatte es nie anders gewollt. Mit Mühe und Not hatte er einen mittelmäßigen Abschluss geschafft und war anschließend im Internat geblieben, wo er sich zum Wächter hatte ausbilden lassen. Die Ausbildung hatte ihm einige zusätzliche Gaben beschert, die er im Allgemeinen recht nützlich fand. Fast wäre er ganz in seine Gedanken eingetaucht, da spürte er, dass ihn jemand beobachtete. Ruhig, so wie man es ihn gelehrt hatte, blieb er stehen und drehte sich herum. Da war niemand. Als er sich wieder auf seinen Weg konzentrieren wollte, wäre er beinahe vor Schreck zusammengezuckt, als eine ganz in schwarz gewandte Gestalt vor ihm hockte. Jetzt richtete sie sich langsam auf. Dunkelbraune Augen waren alles, was Merlin einen Moment lang von ihr sehen konnte. Der Rest des Gesichtes des Fremden war von der Kapuze des langen Mantels bedeckt. Merlin sah etwas aufblitzen und entdeckte eine silbrig glänzende Klinge in der Hand des Fremden. Unbehagen machte sich in Merlin breit. Was willst du?, fragte er, froh, dass seine Stimme keine Anzeichen von Angst erkennen ließ. Der Fremde gab keine Antwort. Stattdessen sah Merlin aus den Augenwinkeln, mehr schwarze Gestalten, die lautlos aus den Bäumen herab auf den Weg sprangen. Niemand von ihnen sagte ein Wort. Sie kamen einfach nur näher und schlossen Merlin in einen Ring aus schwarzen Gewändern ein. Er schluckte und nahm Kampfhaltung ein. Doch kaum hatte er nach seiner ersten Gabe gegriffen, die den Kampf zweifellos beendet hatte, da wurde seine Verteidigung durchbrochen und Merlin spürte, wie ihm einer der Fremden die Kontrolle über das Sa nahm. Mit panisch geweiteten Augen starrte Merlin den Anführer der Gruppe an. Er kam mit langsamen, sicheren Schritten näher und nahm seine Kapuze ab, kaum dass er vor Merlin stand. Innere Erregung machte sich in ihm breit, doch bevor er erkennen konnte, wer hinter dem Überfall steckte, wurde es schwarz vor seinen Augen. Trotzdem hörte er die Worte, die der Fremde zu ihm sagte. Erinner dich immer an K3. Und jetzt gib deine Geheimnisse preis. Den Aufforderungen folgten Fragen und obwohl Merlin nicht antworten konnte, spürte er, wie das Wissen aus seinem Kopf gesogen wurde. Schließlich verschwand das seltsame Gefühl. Als Merlin wieder sehen konnte, war der Weg vor ihm verlassen. Als er das Glühen in seiner Hand spürte, hob er sie vor seine Augen. Auf der Innenfläche war ein rotglühendes Zeichen erschienen. K3 stand dort in verschlungenen Buchstaben. Das war das letzte, was er sah, denn nun fiel Merlin wirklich in Ohnmacht. Der Angriff hatte nicht länger als eine halbe Stunde gedauert. Kein Laut war zwischen den Bäumen nach außen gedrungen und es dauerte bis zum Morgengrauen, bis man Merlin bewusstlos auf dem Boden liegend fand.
Kommentare
kommentierenvon lOllipOpKiss1 02.01.2012 - 22:11
Zitat von justxlove
"Wow, mal wieder echt toll geworden (:"
von Lisi36 13.05.2011 - 19:13
ich finds gut geschrieben aber warum stellst du hier n buch rein?? von Saphir__ 26.10.2010 - 16:12
Ich finde es wirklich toll geschrieben, da ich es schon etwas länger her ist, dass ich die vorherigen Kapitel gelesen habe, konnte ich mit zwar nicht auf alles einen Reim machen. Aber deine Schreibweise beeindruckt mich immer wieder. von EngelchenxD 14.04.2010 - 15:03
ich kann mich justxlove nur anschließen... ich liebe einfach deinen schreibstil... ♥ von Kiramausi 31.03.2010 - 17:46
Es sind leider wieder mal keine Absätze vorhanden, ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß am Lesen. Wenn es Verständnisprobleme gibt, beantworte ich gerne Fragen, denn dieser Prolog gehört zum zweiten Teil meiner Samohr-Reihe, es ist also durchaus möglich, dass ich Dinge erwähne, auf die sich nicht jeder einen Reim machen kann, da ich den ersten Teil nicht komplett in meinen Blogs habe... Lange Rede, kurzer Sinn: Fragt, wenn ihr etwas nicht versteht, ich beiße in der Regel nicht.
Jetzt viel Spaß beim Lesen (und immer fleißig kritisieren und kommentieren!) eure Kiramausi 








