• Doch keine Tierquälerei am Set?

    Eine Tierschutzorganisation spricht sich jetzt für den Film "A Dog's Purpose" aus und verneint Tierquälerei

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A Dog’s Purpose: Doch keine Tierquälerei am Set?

Eigentlich freut sich Redakteurin Nathalie von Mädchen.de immer sehr auf solche Filme mit echten Tieren. Und „A Dog’s Purpose“ stand ganz oben auf der Liste der Filme, die sie sich anschauen wollte. Doch nach diesem Video war ihr gehörig die Lust vergangen. Und die bescheuerten Erklärungsversuche des Hauptdarstellers halfen dabei auch nicht. Allerdings hat sich jetzt noch ein gemeinnütziger Tierschutzverband eingeschaltet - sollte man sich den Film also doch anschauen?

Wie man auf der Seite von American Humane, einer gemeinnützigen Tierschutzorganisation, lesen kann, wurde eine unabhängige Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse kann man nun auf der Webseite lesen. Da steht unter anderem, dass "das Bildmaterial absichtlich so geschnitten wurde, damit es die Zuschauer in die Irre führt und Empörung schürt." Beide Szenen sind zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen worden. 

Zu Beginn, als der Hund nicht ins Wasser wollte, wäre er auch nicht ins Wasser geschubst worden - man hätte das Drehen hierbei unterbrochen, nachdem der Hund Stress gezeigt hätte. Allerdings kritisiert American Humane hierbei, dass man mit dem Hund sanfter hätte umgehen und auch die Stresssituation früher hätte erkennen sollen.

Des Weiteren erklärt die Untersuchung, dass der Hund extra für diesen Dreh herausgesucht worden war: "Der Hund wurde ausgesucht, weil er das Wasser liebt und über sechs Wochen lang professionell trainiert und konditioniert wurde für die Wasserszene. Dabei wurden Techniken der positiven Verstärkung verwendet."

In der letzten Szene, wo der Hund von einer Welle verschluckt wird, wurde er direkt herausgeholt und in ein warmes Zelt gebracht. Obwohl er keine Anzeichen von Stress zeigte und auch direkt wieder ins Wasser wollte, hat man sich dennoch für ein anderes Tier entschieden. 

Ich muss zugeben, dass die Erklärungen schon plausibel sind. Und dass die beiden Szenen zusammen geschnitten sind, das mag auch durchaus sein. Was davon allerdings wirklich alles wahr ist und was nicht, das weiß vermutlich nur der Hund selbst. Deswegen muss jeder für sich selbst wissen, wie er mit solchen Aussagen und auch dem Video umgeht. 

+ + Die Erklärungen des Hauptdarstellers + +

Dennis Quaid, der die Hauptrolle im Film spielt, hat nun zu den Vorwürfen in der "Today Show" Stellung bezogen: "Es wurde absolut keinem Hund dafür Leid angetan. Das war ein Stück eines Videos, das während der Dreharbeiten von einer unbekannten Person geschossen wurde. Er hat es auch geschnitten, bearbeitet und manipuliert, um es so aussehen zu lassen, als ob der Hund gequält wird. Der Hund war in diesem Wasser glücklich und danach auch und er war ok."

Der Moderator fragt ihn weiter, ob er irgendwann während den Dreharbeiten das Gefühl hatte, dass Fehler gemacht wurden. Quaid verneint es und fügt hinzu: "Was nicht gezeigt wird, sind Taucher unter dem Wasser für den Hund. Jegliche Vorsichtsmaßnahme wurde getroffen. Rampen unter dem Wasser für den Hund auf denen er stehen konnte. Er hing nicht einfach im Wasser." 

Was? Das hört sich wirklich mehr wie eine Ausrede an, wenn man ehrlich ist. Und auch das Video sieht nicht so aus, als könnte der Hund irgendwo stehen. Auch wenn die Macher durch solche Erklärungen versuchen, den Film wieder ins rechte Licht zu rücken, bleibt es doch fraglich, ob man es glauben soll.

+ + Was war passiert? + +

Am 23. Februar kommt „Bailey – Ein Freund fürs Leben“, so wie er auf Deutsch heißt, in die Kinos. In dem Film geht es um den Hund Bailey. Der wird nach seinem Tod immer wieder im Körper von verschiedenen Hunden wiedergeboren. Mal ist er ein kleiner Welsh Corgi oder ein Schäferhund bei der Polizei. Er versucht, den Sinn seiner verschiedenen Leben zu erkennen und denkt über die sich und die Menschen nach. Klingt eigentlich super süß und ich verdrückte schon beim Trailer einige Tränen dazu.

+ + Ein Hund in Angst + +

Doch das jetzt aufgetauchte Video zeigt Dreharbeiten zum Film. Dabei kann man sehen, wie ein ängstlicher Schäferhund ins tosende Becken springen soll. Doch der Hund will partout nicht und klammert sich fest. Lachend hört man im Hintergrund: „Du musst ihn einfach hineinwerfen.“ Und das passiert dann auch. Kurz sieht man, wie sich der Hund über Wasser hält, ehe er am Rand des Beckens untergeht.

Die Aufregung von Tierschützern auf der ganzen Welt kannte kein Halten mehr. Auch PETA äußerte sich dazu und rief dazu auf, dass man den Film boykottieren solle, um eine Message an die Filmindustrie zu senden: Tiere sollten menschlich behandelt werden und nicht wie Filmrequisiten.

+ + Was sagen die Filmemacher dazu? + +

In einem Statement des Studios Universal Pictures wurde nun gesagt, dass die Filmpremiere am Wochenende abgesagt wurde. Man möchte nicht, dass der Vorfall den tollen Film, der die Beziehung zwischen den Tieren und den Menschen zeigt, überschattet. Weiter sagen sie: „Während wir alle sehr niedergeschlagen über so ein Tier in Not sind, jeder hat sich versichert, dass der Schäferhund Herkules nicht verletzt wurde bei den Dreharbeiten.“

Auch die Produktionsfirma bestätigte gegenüber TMZ.com, dass der Hund mehrere Tage darauf vorbereitet wurde und nur an dem Tag nicht wollte. Als man gemerkt habe, dass das Tier nicht wolle, habe man den Dreh abgebrochen. Der Dreh wurde erst wieder aufgenommen, nachdem man sichergestellt hatte, dass sich der Hund wohlfühle – er wäre dann auch nicht mehr ins Wasser geworfen worden.

+ + Den Film nun doch anschauen oder nicht? + +

Trotzdem ist diese Szene passiert. Und wenn ich mir die Szene anschaue, muss ich nicht nur an diesen Hund denken. In Filmen werden immer wieder echte Tiere verwendet und man weiß nicht, wie es ihnen hinter der Kamera geht. Schließlich können sie nicht sprechen und sagen, was ihnen nicht passt.

Der Film wird trotzdem am 27.1. in den USA in die Kinos kommen (bei uns dann im Februar). Und jeder muss natürlich selbst wissen, ob er sich den Film noch anschauen mag oder nicht. Selbst wenn man den Film boykottieren würde, wird es trotzdem weiterhin Tiere geben, die für die Filmindustrie benutzt werden. Trotzdem ist es für mich und mein Gewissen beruhigend, wenn ich auf diesen Film verzichte und ihn nicht anschauen werde.  

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