• Aids-Report: HIV-positiv!

    In Deutschland sind 350 Kinder und Jugendliche mit HIV infiziert - genau wie Lena: Lies ihre Geschichte

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Mein Leben mit HIV: Erfahrungsbericht & Report von Lena

Die meisten glauben, nur Schwule und Fixer können Aids kriegen. Dabei sind in Deutschland allein 350 Kinder und Jugendliche mit HIV infiziert* - genau wie Lena (18). Lies ihre Geschichte und was du über die Immunschwächekrankheit wissen musst!

HIV-Erfahrungsbericht

Was ist HIV?

HIV ist die Abkürzung für „Human Immunodeficiency Syndrom“ und bedeutet übersetzt „menschliches Immunschwäche-Virus“. „HIV-positiv“ bedeutet, dass im Blut eines Menschen Antikörper gegen das Virus nachgewiesen wurden und er somit mit dem HI-Virus infiziert ist. In den 80er Jahren sind noch viele Infizierte bald nach der Diagnose gestorben. Mittlerweile gibt es aber immer bessere Medikamente, mit denen das Leben der Betroffenen verlängert und der Ausbruch der Krankheit Aids hinausgezögert werden kann. Heilbar ist Aids aber bis heute noch nicht.

Lenas Geschichte

Lena entdeckt ihren Kumpel Jan am anderen Ende des Partyraums, wo er sich mit einigen Leuten unterhält. Jan lächelt, als er Lena sieht und legt den Arm um sie. In der anderen Hand hält er ein Glas Cola. "Hey, kriege ich einen Schluck?" fragt sie. "Klar, du hast schließlich kein Aids", antwortet Jan. Alle lachen, nur Lena nicht. Ein wohlbekannter Schmerz durchzuckt ihren Körper. Die laute Musik tut ihr plötzlich in den Ohren weh. Das Gefühl der Einsamkeit umschließt ihr Herz mit eisigem Griff. Lena möchte nur nach Hause. 

"Ist alles o.k.?" fragt Jan. Sie nickt und zwingt sich zu lächeln. "Ich gehe, ich bin müde", schwindelt sie und schiebt sich durch die Menge nach draußen. Vor der Tür kann sie ihre Tränen nicht zurückhalten. Jans Spruch hat sie eiskalt erwischt. Was ihr Freund damals noch nicht ahnen konnte: Lena ist von Geburt an HIV-positiv. Inzwischen weiß Jan Bescheid und die beiden sind beste Freunde. So etwas Gemeines würde er heute nicht mehr sagen. Doch er hatte damals keine Ahnung. Denn Lena hütet ihr Geheimnis gut.

HIV- & Aids-Quiz

Zu groß ist die Angst, zurückgewiesen und ausgegrenzt zu werden. "Mit 15 habe ich einige Monate mit einem Jungen gechattet. Wir waren uns sehr nah, darum habe ich ihm auch von meiner Krankheit erzählt. Daraufhin hat er sich nie wieder bei mir gemeldet. Das war schlimm", sagt Lena. Als sie fünf Jahre alt war, verschlechterte sich Lenas Gesundheitszustand dramatisch. Jeden Tag wurde sie schwächer, magerte ab und konnte fast nur noch im Bett liegen. Ärzte wollten sie schon aufgeben, aber Lenas Mutter kämpfte tapfer weiter. Sie suchte immer wieder die besten Mediziner auf - mit Erfolg. Nach fünf Jahren fanden sie endlich eine Medikamentenkombination, die wirkte. "Ihre Tochter ist ein medizinisches Wunder. Eigentlich hätte sie schon längst tot sein müssen", sagten die Ärzte.Doch Lena kämpfte sich zurück ins Leben. Wie knapp sie dem Tod entronnen ist und was es bedeutet, HIV-positiv zu sein, realisierte sie erst mit 13. "Besonders in der Pubertät hat mich das fertig gemacht. Ich konnte nur schwer auf Jungs zugehen, weil ich immer im Hinterkopf hatte, dass ich ihnen irgendwann davon erzählen muss. Darum hatte ich sehr lange keinen Freund", sagt Lena traurig.

Die meisten Menschen wissen viel zu wenig über das Thema und reagieren mit Rückzug. So glauben viele, dass man sich anstecken kann, wenn man einem Infizierten die Hand gibt. Ein Irrtum, der es Lena oft schwer macht, offen mit ihrer Krankheit umzugehen. "Ich hasse diese Heimlichtuerei, aber mir bleibt keine andere Wahl. Legal darf ich mit einer HIV-Infektion nicht mal in die USA reisen." Lena war vor einem Jahr trotzdem dort. Um ihre Krankheit zu verheimlichen, hat sie ihre Medikamente als Vitamintabletten getarnt.

Welt-Aids-Tag

Auch Lars, mit dem sie schon seit zwei Jahren zusammen ist, hat Lena lange nichts davon gesagt. "Nach drei Monaten hat er mich gefragt, warum ich keinen Sex mit ihm will. Da bin ich mit der Wahrheit rausgerückt." Doch seine Liebe war stärker als die Angst vor Aids. "Das ändert doch nichts an meinen Gefühlen", hat er Lena getröstet. "Ich habe vor Glück geweint. Wir schlafen natürlich nur mit Kondom miteinander. Ich bin so glücklich, dass ich ihn habe! Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es mit meinem Berufswunsch Immobilienmaklerin klappt. Außerdem hoffe ich, dass es meiner Mama weiterhin so gut geht. Angst vor meinem eigenen Tod habe ich nicht. Mit ihm lebe ich schließlich schon, seitdem ich denken kann."

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