Crystal Meth: Alles zur gefährlichen Droge

Nicht nur in der erfolgreichen US-Serie „Breaking Bad“ oder in dem Kino Film „Winters Bone“ ist Crystal Meth ein Problem, auch in Deutschland und an deutschen Schulen wird die synthetische Droge immer mehr Thema. Denn schon lange gilt die Drogen nicht mehr als Straßendroge, sondern hat Einzug in die Clubs, Klassenzimmer und Partylocations gehalten.

Schockierendes Video! Die 16-jährige Amy Thomson aus Glasgow, Schottland hat auf einer Privat-Party MDMA genommen - den Hauptbestandteil von Ecstasy. Was als cooler Party-Abend begann, endete als absoluter Horror. Kurz nach der Einnahme fiel sie ins Koma und wachte erst nach Wochen in der Klinik wieder auf. Sie hat starke Hirnschäden, ist an den Rollstuhl gefesselt und kann kaum sprechen oder sich bewegen. Ihre Familie hat nun ein Video von ihr auf YouTube hochgeladen, in dem sie sich für die Unterstützung bedankt. Ihr "Thank you everyone. Thank you for your support" ist kaum zu verstehen. Ihre Familie zeigt das Video aber trotzdem, denn eine Sache liegt ihnen besonders am Herzen: Sie wollen andere Jugendliche vor der gefährlichen Droge warnen und zeigen, was eine winzige Pille anrichten kann!
Therapeuten und Polizisten sind alarmiert: „Wir halten Crystal Meth für die gefährlichste Droge, die im Moment auf dem Markt ist“, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater. Und auch ein Entzug scheint fast nicht möglich. Doch er ist nötig – denn fast keine andere Droge macht so schnell abhängig, wie das glitzernde Pulver, das im Rohzustand aussieht wie feiner, weißer Kandis.

Geschnupft, geraucht oder gespritzt wird die synthetische Substanz, die tödlich sein kann. Hergestellt werden die aufputschenden Kristalle in illegalen Drogenlaboren, häufig in Tschechien, der Slowakei oder auch in China. Auf dem tschechischen Schwarzmarkt kann man das Pulver zu Dumping Preisen kaufen. Ein Gramm Crystal Meth kostet zwischen 40 und 60 Euro. Für den Preis bekommt der User aber auch was geboten – die Droge wirkt üblicherweise 6 bis 8 Stunden, der Rauschzustand kann jedoch auch bis zu 24 Stunden wirken. Möglicher Herzstillstand inklusive.

Nebenwirkungen von Crystal Meth

Leistungssteigernd soll die Droge wirken, man kann sich besser konzentrieren, schneller denken, muss nicht mehr schlafen und hat keinen Hunger mehr. Außerdem geht es einem einfach gut und man ist unglaublich mutig. So beschreiben viele Meth-User den Auslöser für ihre Drogensucht. Doch der Schein trügt – denn schon beim ersten Mal Ausprobieren werden viele User schwerst abhängig, leiden unter Verfolgungswahn, Schweißausbrüchen und Panikattacken beim Entzug. Das Herz, die Niere, die Nervenzellen leiden – denn Crystal Meth ist pures Gift.
In den illegalen Labors schmeißen sogenannte „Meth-Köche“ allerhand zusammen, um die aufputschende Droge zu erhalten. Ganz gewöhnliche Erkältungspillen dienen oft als Grundlage für die Herstellung der Droge. Das Pseudoephedrin, der Wirkstoff  aus Schnupfen- oder Erkältungsmitteln wird aus den Pillen extrahiert und mit Zutaten wie Batteriesäure, Abflussreiniger, Lampenöl und Frostschutzmittel vermischt.
So wird die Stärke der Droge intensiviert und der Körper zusätzlich extrem geschädigt. Vor allem der Langzeitkonsum kann zu Nervenschäden, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, Zahnausfall, Herzproblemen, Hautentzündungen und Psychosen führen. Aber auch weggeätzte Speiseröhren und Rachenräume sind keine Seltenheit. Es heißt: Wer Crystal Meth nimmt, zerstört Körper und Geist – und altert in wenigen Monaten quasi um Jahre.

Crystal Meth

Was ist Crystal Meth?

Und trotzdem steigt die Anzahl der Konsumenten und Opfer in Deutschland alarmierend. Laut Bundeskriminalamt wurden 2012 insgesamt 2556 Menschen erstmals wegen der Droge bei den Behörden auffällig, das waren 51 Prozent mehr als im Jahr davor.
Crystal Meth sieht normalerweise wie ein klobiger Kristall aus und ist milchig bis durchsichtig. Aber auch ein Färbung von rosa, bläulich, gelblich der bräunlich ist möglich. Es kommt darauf an, welches Gift im Labor dazu gemischt wurde. Die Kristalle werden zerstoßen und dann durch die Nase geschnupft. Ebenso kann man es rauchen oder sich intravenös spritzen. In der Szenen nennt man die Droge auch Tina, Hard Pep, Ice, Glass oder auch nur Crystal oder Meth.
Mittlerweile spricht man von einer regelrechten Crystal Meth Flut, die Deutschland, Österreich und die Schweiz überrollt. Über die tschechischen Grenzen wird das tödliche Pulver kiloweise geschmuggelt – deswegen sind die angrenzenden Bundesländer wie  Nordbayern, Sachsen, Thüringen, zum Teil auch in Sachsen-Anhalt, besonders mit dem Drogenmissbrauch konfrontiert. Aber langsam dringt die Droge auch in andere deutsche Städte vor.

Was passiert bei Crystal Meth?

Crystal Meth löst ein falsches Gefühl von Wohlbefinden aus. Nutzer neigen dazu, ihren Körper und Geist zu überstrapazieren, schlafen, essen und trinken nicht und erleben irgendwann einen sogenannten Crash - einen körperlichen und geistigen Zusammenbruch, nachdem die Wirkung der Droge nachgelassen hat.
Konsumiert man Crystal Meth, bekommt man als ersten einen „Rush“ – das Herz rast, der Blutdruck steigt und der Puls geht schneller. Auf den Rush folgt dann das High – der Höhepunkt und immer wieder erstrebenswerter Zustand der Süchtigen. Man fühlt sich absolut unbesiegbar und auch schlauer als andere. Jedoch sind die Meth-User dabei äußerst aggressiv und auch fokussiert auf eine, oft banale Sache. So könnte ein  Meth-Süchtiger zum Beispiel stundenlang ein und dasselbe Fenster putzen.
Dieses High kann 4 bis 16 Stunden dauern. Dann kommt der Moment, in dem der User krampfhaft versucht, diesen Effekt aufrecht zu erhalten – der Körper verlangt nach mehr Crystal Meth. Der sogenannte Binge Effekt - der maßlose Drogenkonsum. Ein „Binge“ kann drei bis fünfzehn Tage andauern. Während dieser Phase wird der User mental wie körperlich hyperaktiv. Jedes Mal, wenn er mehr von der Droge raucht, schnieft oder spritzt, erlebt er einen erneuten, aber geringeren Rush, bis sich schließlich kein Rush und kein High mehr einstellen.

Wie süchtig macht Crystal Meth?

Auf den Binge folgt der gefährliche Tweaking-Zustand, der auch die häufigen Hautverletzungen oder Entzündungen bei Crystal Meth Usern erklären. Tweaking (zupfen) ist ein hypernervöser Zustand, wenn das Meth keinen Rush und kein High mehr erzeugt. Der User spürt eine unglaubliche Leere und auch eine dermaßene Gier nach der Droge und verliert das Bewusstsein seiner eigenen Identität. Intensiver Juckreiz ist üblich, die Betroffenen bilden sich ein, dass Käfer unter der Haut krabbeln, die sie rauspulen müssen.Der User im Tweaking-Zustand befindet sich oft in einem völlig psychotischen Zustand und lebt nur noch in seiner eigenen Welt. Er sieht und hört Dinge, die außer ihm niemand wahrnehmen kann. Die Halluzinationen sind so lebhaft, dass sie ihm als wirklich erscheinen. Losgelöst von der Realität kann er feindselig und für sich und andere zu einer Gefahr werden. Das Risiko der Selbstverstümmelung ist hoch.

Als übliche Folge kommt der Crash – der Absturz. Der Körper schaltet aus, da er mit den Drogen, die durch seine Adern fließen, nicht mehr zurechtkommt und fällt in einen tiefen Schlaf. Wenn der User wieder aufwacht, ist sein Zustand immer weitaus schlechter, als vor dem Konsum. Der Körper ist dehydriert, ausgehungert und körperlich, geistig und emotional völlig erschöpft. Die einzige Lösung, um sich besser zu fühlen, scheint eine weitere Dosis Crystal Meth zu sein. Ein verhängnisvoller Teufelskreis. Weil der Meth-Entzug extrem schmerzhaft und hart ist, werden Konsumenten meistens wieder rückfällig. 93 Prozent derer, die sich in herkömmliche Therapieeinrichtungen begeben, kehren wieder zum Methamphetamin-Konsum zurück.
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