• Urteil gegen Michelle Carter

    Tod durch SMS! Ihre damalige Tat führt sie nun direkt ins Gefängnis

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Schuldig! Michelle trieb Freund per SMS in den Selbstmord

Der Fall von Michelle und Conrad sorgte in den vergangenen Wochen auf der ganzen Welt für Aufsehen. Laut Staatsanwalt soll die damals 17-Jährige ihren Freund per SMS zum Selbstmord gedrängt und ermutigt haben. Doch war sie zu dieser Zeit vollkommen zurechnungsfähig? Das Urteil des Richters wird ihr Leben verändern...

Dieses Mädchen treibt Freund per SMS in den Tod

Dass man in einer Beziehung starken Einfluss auf seinen Partner hat, ist kein Geheimnis. Schließlich beruht es auf Gegenseitigkeit, denn man versucht alles, um seinem Schatz zu imponieren. Doch in diesem Fall wurde eine Grenze überschritten, die den damals 18-jährigen Conrad das Leben kostete. Denn er litt so stark an Depressionen, dass er immer wieder mit dem Gedanken spielte, sich das Leben zu nehmen. Aber anstatt ihn eines besseren zu belehren, bestätigte seine damalige Freundin Michelle sein Vorhaben und überredete ihn, sich mit Kohlenmonoxid selbst umzubringen, weswegen sie nun vor Gericht steht.

Knapp zwei Wochen nach Beginn der Verhandlungen wurde die heute 20-jährige Michelle als schuldig befunden, obwohl ein Psychologe vor Gericht bestätigt hatte, dass sie zu diesem Zeitpunkt ebenfalls unter dem Einfluss von starken Antidepressiva stand. Der Richter verurteilte sie zu 15 Monaten Gefängnis - für viele ein sehr mildes Strafmaß. 

09. Juni 2017 - Sie soll ihn in den Tod getrieben haben

Seitdem die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ als gefährlich eingestuft wurde, wird in den Medien viel über Selbstmord diskutiert. Und auch dieser tragische Fall sorgt zieht die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Der damals 18-jährige Conrad nahm sich am 12. Juli 2014 das Leben, indem er die Abgase seines Autos in das Innere seines Wagens pumpte und somit an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung starb. Diese Methode wird einem in Krimi-Filmen und -Serien leider immer wieder vor Augen gehalten. Laut seiner Mutter war Conrad schon immer leicht depressiv veranlagt, doch selbstmordgefährdet soll er nie gewesen sein. Leider lag sie mit diesem Gedanken falsch.

Doch obwohl er seinen Plan in die Tat umsetzte, hatte er wohl anscheinend für einen Moment an seinem Vorhaben gezweifelt und seine damalige Freundin Michelle per SMS kontaktiert. Sie soll von seinem Plan gewusst haben und anstatt ihn davon abzubringen und ihn zu überreden, den Selbstmord nicht in die Tat umzusetzen, bestätigte sie ihn nur. Diese Nachrichten liegen jetzt dem Gericht von Massachusetts vor und sollen dabei helfen, zu entscheiden, ob es sich bei diesem Fall um fahrlässige Tötung handelt. Wenn man die SMS wie "Du musst es einfach nur tun. Je länger du es hinauszögerst, desto länger wird es an dir nagen", "Du bist bereit. Alles, was du tun musst, ist den Motor einzuschalten und du wirst frei und glücklich sein" und "Wenn du es wirklich unbedingt willst, wie du es behauptest, dann ist es heute an der Zeit, es zu tun“ ist man sich ihrer Mitschuld eigentlich sicher. Doch ihr Anwalt beruft sich nun darauf, dass Michelle damals 17 Jahre alt und somit minderjährig gewesen ist. Außerdem hatte sie zu der Zeit selbst an starken Depressionen gelitten und Medikamente eingenommen.

Laut der Washington Post soll Michelle sogar zugegeben haben, dass sie starken Einfluss auf Conrad hatte und ihn einfach davon abbringen hätte können, es jedoch nicht tat. Sie hatte nämlich folgendes an ihre BFF Samantha geschrieben: "Ich habe ihm geholfen, es zu tun, und ihm gesagt, dass es okay ist. Ich hätte ihn leicht aufhalten oder die Polizei rufen können, aber das habe ich nicht getan."

"Das war ein trauriger und tragischer Suizid, aber kein Mord", so ihr Anwalt. Ob sie nun die alleinige Schuld am Tod ihres damaligen Freundes trägt, wird nun heiß diskutiert. Hier scheiden sich die Geister, denn einerseits war es wohl seine Idee gewesen, sich das Leben zu nehmen, doch auf der anderen Seite hatte Michelle keine Anstalten gemacht, ihn in einem schwachen Moment davon abzubringen. Sollte sie also wegen fahrlässiger Tötung angeklagt werden, drohen ihr bis zu 20 Jahre Gefängnis. Entscheidet sich das Gericht jedoch für Beihilfe zum Selbstmord, kommt sie ungeschoren davon, denn dies ist im US-Bundesstaat Massachusetts nicht strafbar.

Solltet ihr euch auch missverstanden fühlen und nicht mehr weiter wissen, haben wir hier die Hotlines für Hilfe bei Sucht, Gewalt & Kummer. In diesem Fall sollte man sich nicht verschließen und sich Hilfe bei jemanden holen, der einen neutralen Blick auf die Situation hat und nicht selbst an Depressionen leidet, wie in dem Fall von Michelle und Conrad.