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    Wir haben die typischsten Krankheiten recherchiert, damit du dich informieren kannst und vor ihnen gewarnt bist

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Essstörungen: Nur schlank oder schon krank?

Der Schlankheitswahn der Stars macht auch fernab von prominenten Kreisen die Runde, denn die meisten jungen Mädchen sind nicht hundertprozentig zufrieden mit ihrem Körper bzw. ihrem Gewicht und eifern dem schier ungesunden Schönheitsideal nach.

Was mit einer scheinbar harmlosen Diät beginnt, kann jedoch schnell zu einer ernsthaften Essstörung führen, wie das Beispiel von der Instagramerin Alexis Rem zeigt. Es spricht nichts dagegen, die Ernährung bewusst umzustellen oder mal einen Obst- bzw. Gemüsetag einzulegen. Allerdings solltest du niemals versuchen, nur noch möglicht wenig zu essen oder absichtlich zu hungern. Regelmäßige Mahlzeiten sind das A und O für eine gesunde Entwicklung deines Körpers und es ist das größte Ammenmärchen, dass du „dick wirst“, wenn du normal isst.

Du solltest dir immer bewusst sein, dass der Grat zwischen einer Diät und einem nicht mehr ganz normalem Essverhalten sehr schmal ist. Die Angst, dick zu sein, treibt viele Mädchen sogar in die Magersucht (Anorexie). Nach Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sind mittlerweile rund 100.000 Menschen betroffen, die meisten von ihnen sind zwischen 14 und 18 Jahren.

Neues Buch zeigt erschreckende Bilder: Anorexie-Fotos

Im Gegensatz zur Magersucht ist Bulimie (Ess-Brech-Sucht) eine heimliche Krankheit, die Betroffenen sind in der Regel normalgewichtig und es fällt nach außen hin oft niemandem auf. Bei dieser Essstörung wird der Körper durch unkontrollierte Fressanfälle, anschließendes Erbrechen und zwischendurch sehr strengeDiätphasen aufs Übelste gefoltert. Schätzungsweise sind knapp über 600.000 Menschen hierzulande betroffen, 85 Prozent davon sind Frauen zwischen 18 und 30 Jahren.
genannt. „Binge“ bedeutet schlingen, denn bei dieser Essstörung werden enorme Mengen an Nahrungsmitteln sprichwörtlich verschlungen. Die logische Konsequenz ist Übergewicht, schlimmstenfalls sogar Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit).
betroffenen Menschen besonders wählerisch und essen zwanghaft gesund. Im Unterschied zur Magersucht steht bei der Orthorexie nicht die Menge der Nahrung sondern deren Qualität im Vordergrund.
Das neueste Phänomen in Sachen Essstörung nennt sich Drunkorexia. Der Begriff setzt sich aus „Drunk“ (englisch betrunken) und „Anorexia“ (Magersucht) zusammen. Hier lautet die Mission der Betroffenen: Wir hungern den ganzen Tag, bevor wir uns abends betrinken. Unglaublich: Da Alkohol bekanntermaßen recht viele Kalorien hat, fasten die Betroffenen tagsüber, ums sich dann abends auf der Party oder im Club so richtig vollaufen zu lassen…

Solltest du unter einer Essstörung leiden, wende dich unbedingt an eine professionelle Beratungsstelle. Weitere Informationn bekommst du z.B. über:

www.bzga-essstoerungen.de

www.anad.de
www.cinderella-rat-bei-essstoerungen.de
www.hungrig-online.de
www.magersucht-online.de
www.therapienetz-essstoerung.de
www.ess-stoerungen.net
www.bulimie-online.de

Machst du dir Sorgen um deine Schwester oder Freundin und fragst dich, wie du ihr helfen kannst? Hier kannst du dich unkompliziert und anonym informieren:

www.essstoerungen-onlineberatung.de

Magersucht

Sie wollen ihr Gewicht ständig reduzieren, wiegen sich permanent und essen so gut wie gar nichts mehr. Mit der Zeit erleidet der Körper schwere Schäden: die Regel bleibt aus, der Stoffwechsel macht schlapp, Blutdruck und Körpertemperatur sinken in den Keller…
Magersüchtige ziehen sich oft in ihre eigene Welt zurück und hungern selbst dann weiter, wenn ihr Zustand schon lebensbedrohlich ist. Die meisten weigern sich, Hilfe anzunehmen und müssen regelrecht dazu gezwungen werden.

Was ist Bulimie: Symptome und Folgen

Bulimie ist eine schwere Essstörung. Bei der Ess-Brech-Sucht wechseln sich unkontrollierte Essattacken, Erbrechen und sehr strenge Diätphasen ab. Nach Heißhungerattacken führen die Betroffenen (meist Mädchen und Frauen) Erbrechen herbei. Mädchen.de sagt dir, wie du gegen diese schlimme Krankheit ankämpfen kannst oder wie du jemandem in deinem Umfeld helfen kannst, der von Bulimie betroffen ist.
Während eines Heißhungeranfalls stopfen die Betroffen binnen kürzester Zeit (die Essanfälle dauern zwischen 15 Minuten und vier Stunden) bis zu 30.000 Kalorien in sich hinein und erbrechen die Nahrung danach sofort wieder. In der Regel erleiden sie einen solchen Anfall mindestens zweimal pro Woche, manche aber auch täglich. In der Zwischenzeit kontrollieren die meisten Bulimiker ihr Gewicht mit einer strengen  Diät und treiben intensiv  Sport.
Auch diese Essstörung zerrt am Körper: Herzrhythmusstörungen, Zahnschmelz- und Nierenschäden können die Folge von jahrelanger Bulimie sein.

Esssucht

Ess-Süchtige leben in einem ständigen Auf und Ab von Diäten (planen immer abzunehmen und scheitern dann kläglich). Sie haben das Gefühl von Hunger und Sättigung verloren und essen folglich nicht mehr, um Hunger zu stillen, sondern vielmehr um Bedürfnisse zu befriedigen.
Als Folge entsteht logischerweise meist drastisches Übergewicht, schlimmstenfalls sogar Adipositas (Fettleibigkeit). Außerdem kann starkes Übergewicht zu Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Gelenkleiden, Wirbelsäulenschäden oder Diabetes führen. Auch psychisch sind die Betroffenen meist stark mitgenommen: Ekel, Scham und Schuldgefühle sowie depressive Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit sind bei dieser Essstörung keine Seltenheit.

Drunkorexie

Da Alkohol ja bekanntermaßen sehr viele Kalorien hat, fastet das trinkwütige Völkchen neuerdings tagsüber, um sich abends hemmungslos betrinken zu können. Das kannst du nicht glauben?
Traurig aber wahr: Laut einer Studie der National Eating Disorders in den USA essen unglaubliche 30 Prozent aller Frauen nichts, wenn sie abends ausgiebig feiern möchten. Drunkorexie ist heimtückisch, da die Betroffenen die Wirkung des Alkohols nicht mehr einschätzen können und dann oft ziemlich schnell rappelvoll sind. Außerdem entzieht Alkohol dem Körper sämtliche Vitamine.
und Mineralien, eine Grundlage ist also mehr als sinnvoll.

Orthorexie: Wenn gesundes Essen zum Zwang wird

Kein Zucker, kein Weißmehl, kein Fast-Food und auf keinen Fall Kaffee! Menschen, die gesunde Ernährung über alles stellen und sich mit fast nichts anderem beschäftigen, leiden an der Zwangsstörung „Orthorexie“. Sie sind besessen davon, sich gesund zu ernähren. Essen sie doch mal was anderes, als ihr strenger Ernährungsplan zulässt, werden sie von heftigen Schuldgefühlen geplagt. Auch wenn Orthorexie bis jetzt nicht als Krankheit anerkannt ist, sehen Mediziner starke Parallelen zu Bulimie oder Anorexie.
Besonders junge Frauen sind vor der Zwangsstörung betroffen und leben ihre Ernährung fast schon wie einen Kult oder eine Religion. Das kann so weit gehen, dass sich die Betroffenen nur noch damit beschäftigt, was sie essen dürfen und was nicht. Die Mahlzeiten werden genauestens geplant, meist schon über Tage im Voraus. Neben der Planung verbringen die Betroffenen viel Zeit beim Einkaufen, der Zubereitung und dem Verzehr.

Orthorexie beschäftigt die Betroffenen nicht nur rund um die Uhr, auch begeben sie sich in die Gefahr zu vereinsamen. Mit Freunden gemeinsam zu essen ist unvorstellbar, genauso wie jeder Restaurantbesuch. Langsam aber sicher verlieren die Betroffenen ihren Anschluss an die Außenwelt und beschäftigen sich immer mehr mit gesunder Ernährung. Menschen die an Orthorexie leiden, steigern durch das extrem disziplinierte Essen oft ihr Selbstwertgefühl und wollen ihre Gesundheit optimieren. Schaffen sie es mal nicht, ihren strengen Ernährungsplan einzuhalten, plagen sie massive Schuldgefühle.
Zwar ist diese Essstörung im Vergleich zur Anorexie und Bulimie relativ harmlos, jedoch kann die meist einseitige Lebensmittelauswahl bei der Orthorexie auch zu Mangelerscheinungen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit führen. Zusätzlich leiden die Betroffenen häufig an falschen Vorstellungen, was „schlechtes“ Essen mit ihrem Körper anstellt. Gluten zum Beispiel verkleben in ihren Wahnvorstellungen den Körper von innen.
Du hast auch ein Problem mit Essen? Hier gibt es Hilfe bei Essstörungen:

Magersucht: Infos und Hilfe für Magersüchtige

Damit du dein persönliches Essverhalten unter die Lupe nehmen kannst, haben wir hier den ultimativen Test für dich: Essverhaltens-Test

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