• Fataler SMS-Trend: Ask Bongo!

    Warum ihr diesen SMS-Dienst nicht benutzen solltet...

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Ask Bongo: Fataler SMS-Trend!

Es gibt immer wieder große Fallen im Internet, mit denen unwissende Jugendliche abgezockt werden. Momentan ganz hoch im Kurs ist der SMS-Trend ‚Ask Bongo‘, für den sogar YouTuber Liont wirbt. Doch was macht diesen Massage-Service so gefährlich? Wir haben mal ein paar Fakten für euch zusammengefasst! 

Fataler SMS-Trend: Ask Bongo!

Du wolltest schon immer mal wissen, was deine Zukunft für dich bereit hält und ob dir bald ein süßer Typ über den Weg läuft? Bongo weiß Bescheid und wird dich mit seiner Antwort überraschen. Ein technisches Orakel sozusagen. Denn Bongo scheint nicht nur über die Zukunft Bescheid zu wissen, er kennt auch die tiefsten Geheimnisse des Fragenden. Creepy? Absolut! Doch wie funktioniert das? Überlege dir eine kreative Frage. Sende diese mit deinem vollen Namen und der Stadt in der du lebst per SMS an 82888. Die Frage wird in der Regel innerhalb von wenigen Minuten beantwortet. Ganz egal, ob du wissen willst, wie das Wetter ist, Liebes- oder Wissensfragen hast, bei Schulaufgaben nicht weiter kommst oder eine Fahrplanauskunft brauchst - Bongo hat immer eine Antwort, die erschenkend wahr ist. Klingt alles sehr harmlos und spaßig, aber hinter dieser Fassade steckt etwas sehr gefährliches.

Was macht Bongo so gefährlich?

Um den Antwortstoff für all die Fragen zu bekommen, durchforstet Bongo das Internet nach allen möglichen Informationen über diese Person. Hast du zum Beispiel ein bestimmtes Tier mehrere Male gegoogelt und womöglich auch noch auf Instagram ein Foto davon hochgeladen, stuft Bongo diese Tatsache als wichtig über dich ein und betitelt es eventuell als dein Lieblingstier. So kommt es, dass Bongo besser über dich Bescheid weiß, als deine beste Freundin. Doch die wirkliche Falle kommt erst noch, denn viele User haben sich mit diesem Service schon in schreckliche Unkosten gestürzt. Denn jede einzelne Nachricht kostet 1,99 Euro. Scheint anfangs nicht so viel zu sein, doch Bongo ist so konzipiert, dass es dich immer wieder catcht, eine weitere Frage nach der anderen zu stellen und so schießen die Kosten ganz schnell in die Höhe, ohne dass man davon wirklich etwas mitbekommt. Erst wenn die Rechnung kommt, trifft einen dann der Schlag – oder die Eltern.

Liont wirbt für Bongo

Diese Kostenfalle scheint YouTuber Liont jedoch nicht sehr viel auszumachen, denn in seiner letzten Snapchat-Story stellte er Bongo gleich mehrere Fragen über sich und sogar seine Hündin Brötchen. Außerdem forderte er seine Fans dazu auf, diesen „lustigen“ Service auch mal auszuprobieren und ihm die Antworten zu schicken. Erst am Ende der Story erwähnt er mit einem kleingedruckten Schriftzug, dass diese Nachrichten Geld kosten. Unter all diesen Snaps verlose er dann eine Spectacles-Brille. Was ihm jedoch nicht klar zu sein scheint, ist die Tatsache, dass viele seiner Fans in genau diese Kostenfalle tappen könnten. Klar, jeder will die coole Snapchat-Brille gewinnen, doch ist sie das ganze wirklich wert? Schließlich berichten Eltern über Telefonrechnungen von fast 300 Euro allein nur durch Bongo – so läppern sich die anfangs mickrig wirkenden 1,99 Euro.

User werden von Bongo zugespamt

Viele denken auch, dass man diesen Nachrichtendienst nur einmal benutzen kann und damit hat sich die Sache. Das Problem ist jedoch, wer einmal eine SMS an Bongo geschickt hat, wird danach mit sogenannten Erinnerungsschreiben zugespamt. Diese werden dir zwar nicht auf die Handyrechnung gesetzt, will man diesen Service jedoch abbestellen, muss man erneut 1,99 Euro dafür blechen. Dieser Kündigungsvorgang läuft entweder per SMS mit dem Inhalt „STOP“, über die Hotline 0800 7239481 oder per Mail an die Adresse support@199bongo.com. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, sich über ein Kontaktformular abzumelden, welche als die sichterste Variante scheint. 

Doch was uns eigentlich zu denken geben sollte, sind nicht nur die hohen Kosten, die durch so einen harmlos wirkenden Spaß entstehen können, sondern was wir eigentlich dem Internet von uns preisgeben. Denn ist es nicht erschreckend, dass ein ganz normaler und sogar legaler SMS-Dienst unsere tiefsten Geheimnisse kennt, weiß, was wir gestern gegessen haben oder sogar, welches Outfit wir gerade tragen? Dinge, die wir nur unserer ABF anvertrauen würden. Ist es außerdem nicht Angst einflößend, dass man nicht mal genau weiß, wer hinter diesem Bongo steckt (laut Internetseite ein lustiger Affe aus asiatischen Regenwäldern - wer's glaubt)? Wer nicht eh schon darauf achtet, was von sich im Internet veröffentlicht wird, sollte das spätestens jetzt tun. Ohne paranoid zu wirken - wir sind ab jetzt noch vorsichtiger!

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