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    Der Veggie-Day-Vorschlag der Grünen löste einen Shitstorm aus und Wissenschaftler präsentierten künstliches Fleisch

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Fleisch-Debatte: Veggie-Day und Kunstfleisch-Burger

Dass der Konsum von Fleisch schlecht für die Natur ist, ist allgemein bekannt. Um nur ein Kilogramm Rindfleisch zu bekommen, sind 14.000 Liter Wasser nötig. Diese Ressourcen sind schon lange überstrapaziert und können über einen längeren Zeitraum nicht aufrechterhalten werden. Auch diese Aspekte haben dafür gesorgt, dass mehr und mehr Menschen zu Vegetariern oder gar Veganern werden, und ganz auf Fleisch oder tierische Produkte verzichten. Doch es wird immer noch zu viel konsumiert. Die Grünen haben nun vorgeschlagen, einen Veggie-Day einzuführen, also einen Tag pro Woche auf Fleisch zu verzichten – was für einen Shitstorm gegen Grünen-Politikerin Renate Künast sorgte. Eine andere Idee gegen Massentierhaltung ist der Burger aus dem Labor. Wissenschaftler stellten erstmals künstlich hergestelltes Fleisch vor. Was sagst du dazu?

Foto: Thinkstock

+ + Der Veggie Day + +

Die Grünen haben das Thema Nachhaltigkeit in ihr Wahlprogramm aufgenommen: Sie fordern, dass öffentliche Mensen und Kantinen eine „Vorreiterfunktion“ übernehmen sollen und deswegen mit vegetarischen und veganen Gerichten einen fleischfreien Tag pro Woche, den sogenannten „Veggie Day“, einführen sollten.

Diese Idee ist nicht neu. Schon Ex-Beatle und bekennender Vegetarier Paul McCartney verlangte einen Fleisch-freien Montag und mehr politische Gespräche um den CO² Verbrauch durch Tiermasthaltungen. In einigen Städten, darunter die belgische Stadt Gent, gibt es den Veggie Day bereits.

Der jetzige Vorschlag der Grünen stieß jedoch auf ein negative Echo: Von Bevormundung ist die Rede, die Bild schrieb gar: „Grüne wollen uns das Fleisch verbieten“. Gesundheitlich würde ein Veggie Day keinen Unterschied machen. Da der Durchschnittsbürger sowieso fast zweimal so viel Fleisch isst wie er eigentlich sollte, macht auch ein Tag keinen Unterschied, so die Wissenschaft.

+ + Der Reagenz-Burger + +

Eine ganz andere Idee hatte Mark Post. Der Wissenschaftler entwickelte aus Rinder-Stammzellen stammendes Hackfleisch, das am Montag der Öffentlichkeit vorgeführt wurde. Verarbeitet wurde das künstlich hergestellte Fleisch in eine Frikadelle.

Theoretisch kann so die gesamte Welt durch nur eine einzige Rinderherde ernährt werden. Und es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Wenn man der Welternährungsbehörde FAO Glauben schenkt, dann wird sich der Fleischkonsum in den nächsten 50 Jahren sogar noch verdoppeln.

Noch ist das künstlich hergestellte Fleisch nicht massentauglich. Es dauert in der Produktion ca. 8 Wochen und laut den Testern schmeckt es doch deutlich anders als Fleisch. Es sei weniger saftig aber mit einem starken Geschmack. Bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt weiter entwickelt.
Heute würde einer dieser Burger fast 300.000 Euro kosten. Ein bisschen viel für jeden Tag, auch wenn man einen Veggie-Tag dazwischen hätte, oder?
Was sagst du zu der neuen Fleisch-Debatte? Was hältst du von einem Veggie Day? Und würdest du künstlich hergestelltes Fleisch essen?

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