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    Homophobie in Deutschland: Schon 65.000 Menschen unterschrieben eine Petition gegen "sexuelle Vielfalt"

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Homophobe Petition gegen "sexuelle Vielfalt" an Schulen

Gestern hat sich der erste deutsche Fußballspieler öffentlich zu seiner Homosexualität geäußert: Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Lange hat es gedauert, bis der erste den Mut hatte, darüber zu sprechen. Und der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein: Mit den neuen Gesetzen in Russland – wo bald die olympischen Winterspiele stattfinden – ist es verboten, vor Minderjährigen über Homosexualität zu sprechen und auch in dem scheinbar so offenen Deutschland ist die Unterstützung noch lange nicht dort angekommen, wo sie sein sollte. In Baden-Württemberg gibt es jetzt eine Online-Petition gegen die Pläne der Politik „Sexuelle Vielfalt“ in Schulen zu unterrichten. Wie stark Homophobie noch immer in Deutschland verankert ist, zeigt die bisherige Teilnehmerzahl: ca. 65.000 Menschen haben bereits unterzeichnet!

Homophobe Petition gegen

Der Lebensstil Homosexueller soll nicht in der Schule thematisiert werden, so die Petition, denn homosexuelle Jugendliche seien anfälliger für Drogen und Alkohol, hätten eine höhere HIV-Rate (hier wurde eine Studie des Robert-Koch-Instituts als Referenz genommen – wobei wohl die Fußnoten nicht ganz genau gelesen wurden) und hätten ein ausgeprägtes Risiko von psychischen Erkrankungen. Es wird auch behauptet, dass die Suizidrate von Homosexuellen um einiges höher ist, als die von Heterosexuellen. Das habe aber natürlich nichts mit der Diskriminierung zu tun, so die Petition.

Die Petition ist „gegen Offenheit und Toleranz“ sagte Kultusminister Andreas Stoch. Vor allem in der Wortwahl erinnert der Aufruf stark an die rechtsextreme oder fundamentalistische Seite und viele der Begriffe waren aktives Vokabular der Nazis, in einer Zeit, wo Homosexuelle einen rosa Stern auf ihre Häftlingskleidung genäht bekommen haben. Der Initiator der Petition – ein Realschullehrer aus Nagold – hat mittlerweile eine Strafanzeige am Hals, eine Dienstaufsichtsbeschwerde und eventuell zieht der Fall auch ein Disziplinarverfahren mit sich.

Wie wichtig es ist, mit Schülern über Gleichberechtigung und Offenheit zu reden, wird durch eine Statistik der Lehrer-Gewerkschaft GEW klar: Zwei Drittel der Schüler in Baden-Württemberg lehnen Homosexualität ab. Der Bedarf nach Aufklärung und mehr Offenheit ist also klar gegeben.

Was denkt ihr zu dem Thema?

Es gibt übrigens auch schon eine Gegenpetition zu: "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens". Hier kannst du sie unterstützen und unterschreiben:

Zur Gegenpetition

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