• Immer mehr Jugendliche outen sich als transgender

    Das fand einen Studie heraus

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Immer mehr Jugendliche outen sich als transgender

Irgendwie haben wir das Gefühl, dass sich immer mehr Menschen trauen, sich als transgender zu bezeichnen. Überall outen sich Leute aus dem Bekanntenkreis oder im Fernsehen dazu, dass sie sich im falschen Körper geboren fühlen. Und unser Gefühl trügt uns nicht, denn tatsächlich fand eine Studie in den USA heraus, dass immer mehr Jugendliche zugeben, transgender zu sein.

Giuliana Farfalla: Immer mehr Jugendliche sind Transgenders

Aber wieso outen sich immer mehr? Nicht nur die Zahl der Transgender-Menschen steigt, wie eine Studie der Universität von Minnesota von 2016 zeigt, sondern auch immer mehr Jugendliche möchten sich eben nicht mehr dem Geschlecht „Mädchen“ oder „Junge“ zuordnen. Sie sehen sich neutral. Das betrifft ungefähr 3 Prozent der Jugendlichen aus Minnesota. Ca. 81.000 Jugendliche aus der 9. und 11. Klasse wurden zum Thema Transsexualität und ihrer psychischen Gesundheit befragt, wovon etwa 2.200 der oben genannten Kategorie zuordenbar sind. Aber woher kommt dieser Anstieg? Gibt es etwa mehr Transgender-Menschen?

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Transgender-Menschen werden heute mehr respektiert

Sich als schwul oder lesbisch zu outen, war lange Zeit extrem schwierig. Heute sind die Mitmenschen zum Glück viel toleranter geworden und der Großteil hat kein Problem mehr damit. Natürlich gibt es immer noch einen kleinen Prozentsatz an Menschen, die so etwas immer noch als abartig empfinden, doch sie entsprechen eben nicht mehr der Mehrheit. Das ebnete wohl auch den Weg für Transgender-Menschen - also Menschen, die das Gefühl hatten nicht dem Geschlecht zu entsprechen, das auf der Geburtsurkunde steht. Denn so etwas wäre von 30 Jahren komplett unvorstellbar gewesen. Man wäre sofort als psychisch krank abgestempelt worden, weshalb vermutlich viel Menschen nicht preisgegeben haben, transsexuell zu sein. Sie lebten still mit ihrer Neigung und litten vermutlich stark darunter.

Es gibt mehr als nur „männlich“ und „weiblich“

Doch heute sieht das anders aus. Das Bewusstsein, dass es eben nicht nur „männlich“ und „weiblich“ gibt, ist heute viel ausgeprägter. Es geben immer mehr Personen des öffentlichen Lebens zu, transgender zu sein, wie etwa Giuliana von GNTM 2017, wodurch ein neuer Fokus entsteht. Das regt wiederum zu Diskussionen und Gesprächen untereinander an, was dazu führt, dass sich mehr Menschen trauen, sich zu outen. Ebenso führt es auch dazu, sich selbst und seine Empfindungen zu hinterfragen, und eben nicht mehr in den klassischen Einordnungen zu denken. Das ist für viele Menschen, die sich vorher in „männlich“ und „weiblich“ nicht wiedergefunden haben, ein großer Befreiungsschlag. 

Dass dieses Umdenken bei Jugendlichen sehr präsent ist, zeigt die Studie genauso. Wäre die Frage der Studie „Empfindest du dich selbst als transgender, genderqueer, genderübergreifend oder bist dir unsicher, wie du dein Geschlecht beschreiben sollst?“ vor 10 Jahren gestellt worden, hätten viele Jugendliche sie wohl auch nie mit „Ja“ beantwortet. Sie hätten nicht gewusst, dass man mehr als die üblichen Geschlechter sein kann und hätten deswegen ihre Gefühle vermutlich einfach als „komisch“ abgestempelt. Sein Geschlecht nicht spezifizieren zu können oder sich sowohl „männlich“ und „weiblich“ oder eben keines von beiden zu fühlen, wurde früher noch nie so infrage gestellt wie heute. Damals hätten sich Transgender-Menschen wahrscheinlich auch überhaupt nicht getraut, die Frage wahrheitsgemäß zu beantworten, da die Akzeptanz für das Thema gefehlt hätte.

Ab 2018 kann man ein drittes Geschlecht im Pass angeben.

Doch auch wenn sich viele transgeschlechtliche Menschen immer mehr trauen, ihre Gefühle öffentlich zuzugeben, haben es vor allem jugendliche Transgender-Menschen noch sehr schwer. In der Schule werden sie oft nicht akzeptiert oder müssen sogar unter starkem Mobbing leiden. Außerdem ist gerade die Identitätsfindung in der Pubertät, egal, ob es um Geschlecht oder der allgemeinen Persönlichkeit geht, für viele junge Menschen sehr verwirrend und schwierig. Wer bin ich nun? Die Freiheit, das zu sein, was man fühlt, ist auf jeden Fall super und ein immenser Fortschritt. Auch wenn so eine Freiheit für Jugendliche auch mehr Unsicherheiten hervorrufen könnte, ist es am Ende doch das Wichtigste, dass man sich in seiner Haut wohlfühlt und durch die höhere Akzeptanz weiß, dass man das sein kann, was man will - ohne Diskriminierung. 

Es ist toll zu sehen, wie sich immer mehr Menschen trauen, sich als transgender auch öffentlich zu bezeichnen. Es zeigt eindeutig, dass sich unsere Gesellschaft im Wandel befindet und Transgender-Menschen einfach dazugehören.  

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