• 2018 kannst du ein drittes Geschlecht im Pass angeben

    Bundesverfassungsgericht beschließt endlich Gesetzesänderung zum dritten Geschlecht

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Intersexualität: Bald kann man das dritte Geschlecht im Pass angeben

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass es im deutschen Geburtenregister neben dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht endlich auch einen dritten Geschlechtseintrag geben soll: Intersexualität. Doch was bedeutet „intersexuell“ eigentlich? Hier findest du alle Infos dazu.

Intersexualität: Es endlich möglich sein, das dritte Geschlecht als Option im Pass anzugeben

Es ist endlich entscheiden: Diese Woche beschloss das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe, dass es ab 2018 eine neue Regelung bezüglich der Geschlechterangabe im Pass geben soll. So wird es dann möglich sein, eine weitere Option neben männlich und weiblich auszuwählen, was intersexuelle Menschen betrifft. Grund dafür ist die Tatsache, dass „es das allgemeine Persönlichkeitsrecht von Menschen verletzt, wenn sie weder männlich noch weiblich sind und ihr Geschlechtseintrag somit offen bleibt“, erklärt die Bundesfamilienministerin Katharina Barley. Sie sollten also nicht gezwungen sein, sich einem der zwei Geschlechter zuordnen zu müssen. Dies verstoße gegen das Diskriminierungsverbot und folglich auch gegen die Persönlichkeitsrechte.

Intersexualität: Was bedeutet das?

Intersexualität ist keinesfalls gleichzustellen mit der Transsexualität. Transsexuelle Menschen werden mit einem eindeutigen biologischen Geschlecht geboren, fühlen sich jedoch in diesem nicht wohl und entscheiden sich somit dann für das andere. Die Geschlechtermerkmale von Intersexuellen sind hingegen nicht eindeutig zuzuordnen. Bei ihnen kommen daher gleichzeitig weibliche UND männliche Merkmale vor, wie etwa Chromosomen, Hormone oder auch äußere Geschlechtsorgane. Laut Experten gibt es mehr als 60 verschiedene Arten der Intersexualität. So kann zum Besipiel vorkommen, dass der Körper männliche Hormone produziert, weswegen derjenige aussieht wie ein Junge, jedoch mit weiblichen Geschlechtsteilen geboren wurde. Bei dieser Form handelt es sich um die am meisten vorkommende Variante der Intersexualität. Das sogenannte Adrenogenitale Syndrom (AGS) kommt bei einem von 10.000 Babys vor.

Zwischen 80.000 und 120.000 Intersexuelle leben in Deutschland

Derzeit leben in Deutschland ca. zwischen 80.000 und 120.000 Intersexuelle. Die Möglichkeit, nun endlich auch dieses Geschlecht in den Pass eintragen zu können, soll dafür sorgen, dass Intersexualität nicht mehr als eine „Störung der Geschlechterentwicklung“ bezeichnet wird. Denn dieser Begriff sorgte in der Vergangenheit jährlich für ungefähr 1.500 Operationen an Neugeborenen, um das Geschlecht anzugleichen, so cicero.de. Allein diese Zahl zeigt, wie wenig die Intersexualität in der Gesellschaft angesehen ist und akzeptiert wird.

Wie die neue Geschlechtsbezeichnung im Pass heißen wird und wann sie genau in Kraft treten wird, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Wir sind auf jeden Fall gespannt, was mit dieser Änderung alles noch kommen wird und applaudieren, dass das zumindest schon einmal eine beschlossene Sache ist. Eine Frage, die sich jedoch die meisten stellen: Wird es dann geschlechtsneutrale Toiletten geben?  

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