• Gleiche Löhne für Frauen: Island führt ein Gesetz ein

    Island setzt sich für mehr Gleichberechtigung ein

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Mehr Gleichberechtigung in Island: Frauen erhalten bald das gleiche Gehalt wie Männer

Endlich macht es ein Land vor: Island hat am 1. Januar 2018 ein Gesetz eingeführt, das Ungleichheit verbietet. Demnach müssen nun Frauen und Männer für den gleichen Job auch gleich viel Gehalt bekommen. Damit tritt Island für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und eine Lohngleichheit ein. 

Mehr Gleichberechtigung in Island: Frauen erhalten durch Gesetz bald gleiches Gehalt

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass im Jahr 2018 Männer und Frauen gleich behandelt werden. Eigentlich. Denn dem ist immer noch nicht so und dabei reden wir nicht von Ländern wie Saudi-Arabien, die erst 2015 das Wahlrecht für Frauen eingeführt haben, sondern von Deutschland und ganz Europa. Hier ist es immer noch gang und gäbe, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer erhalten. In Deutschland macht das ungefähr 21 Prozent aus. Das bedeutet, dass Frauen in etwa ein Fünftel weniger als ihre männlichen Arbeitskollegen verdienen. Und auch wenn es in Island nur zwischen 14 und 18 Prozent sind (Island ist seit Jahren auf dem 1. Platz beim „Gender Gap Report“), gehen sie mit gutem Beispiel voran. Ab 1. Januar 2018 wurde in Island ein Gesetz eingeführt, dass Unternehmen mit mindestens 25 Mitarbeitern dazu zwingen soll, Frauen und Männern das gleiche Gehalt für dieselbe Arbeit zu bezahlen.

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Neues Gesetz in Island: Wie Frauen nun dasselbe Gehalt verdienen

Aber wie soll nun die Umsetzung aussehen, um die Gender Pay Gap“ (bezeichnet den Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen) zwischen zu schließen? Laut diesem Gesetz müssen nun Unternehmen, die mindestens 25 Mitarbeiter haben, einen Nachweis erbringen, dass sie Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn bezahlen. Können sie das, erhalten sie ein Zertifikat. Erbringen sie keinen Nachweis, droht ihnen eine Geldstrafe. Ziel ist es, die Lohnlücken in Island zwischen Frauen und Männern bis 2022 zu schließen.

Wie kam es zu diesem positiven Gesetzt in Island für Frauen?

Dass solch ein Gesetz für Lohngleichheit sehr radikal ist, wissen die Isländer selbst. Der isländische Minister für Gleichberechtigung und Soziales Thorsteinn Viglundsson äußerte sich wie folgt dazu: „Es ist an der Zeit, etwas Radikales in diese Richtung zu unternehmen“, denn Gleichberechtigung sei ein Menschenrecht. „Wir müssen dafür sorgen, dass Männer und Frauen am Arbeitsplatz Chancengleichheit genießen. Es liegt in unserer Verantwortung, jede Maßnahme zu ergreifen, um dies möglich zu machen“, so Viglundsson weiter. Aber für Island ist solch ein radikales Gesetz auch notwendig, denn sie sind bei rund 320.000 Einwohnern auf die Arbeitskraft der Frauen angewiesen. Viele Frauen arbeiten dort auch in hohen Positionen, das Land selbst wird von einer Frau, Katrin Jakobsdottir, regiert und die Hälfte der Abgeordneten im isländischen Parlament sind ebenso Frauen. Kein Wunder also, dass die Gleichberechtigung der isländischen Frauen hier als so wichtig angesehen wird.

Kritik am isländischen Gesetz für Gleichberechtigung

Frei von Kritik ist das Gesetz für Lohngleichberechtigung in Island dennoch nicht. Denn Unternehmen mit weniger als 25 Mitarbeitern müssen sich nicht daran halten. Außerdem bezieht es die Problematik der Teilzeitbeschäftigung nicht mit ein. Genauso wie in Deutschland arbeiten in Island viele Frauen nur als Teilzeitkraft, da sie sich auch um die Erziehung der Kinder kümmern. Trotzdem ist das in Island für Frauen ein wichtiger Schritt und wir hoffen sehr, dass andere Länder sich ein Beispiel daran nehmen und ebenfalls überlegen, wie sie für mehr Gleichberechtigung bei Löhnen zwischen Männern und Frauen sorgen können.

Lohntransparenz-Gesetz in Deutschland

Immerhin tritt in Deutschland am 6. Januar 2018 das Lohntransparenz-Gesetz in Kraft. Hier können Frauen erfahren, was ihre männlichen Kollegen, die die gleiche Arbeit leisten, durchschnittlich verdienen. Leider ist dieses Gesetz doch nur für Unternehmen mit Betriebsrat und mit mehr als 200 Mitarbeitern bindend.

Mach den Test: Wie feministisch bist du?

Trotzdem gibt dieses Gesetz Grund zur Hoffnung, dass einmal ähnliche Schritte wie in Island für Frauen in Deutschland unternommen werden. 

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