• PCO-Syndrom nach dem Pille absetzen - was nun?

    Wir klären über die hormonelle Krankheit auf

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PCO-Syndrom: Ist die Pille schuld?

Der Trend bei jungen Frauen geht immer mehr dazu, dass sie für sich eine alternative, hormonfreie Verhütungsmethode zur Pille suchen. Deswegen setzen immer mehr Frauen die Pille ab. Doch was passiert, wenn danach die Tage ausbleiben – und das monatelang? Beim Gang zum Frauenarzt steht der Schuldige meist schnell fest: das PCO-Syndrom. Zu schnell? Und was ist PCOS eigentlich? Bekommt man das Polyzystische Ovarsyndrom automatisch, wenn man lange die Pille genommen und dann abgesetzt hat? Wir klären auf.  

PCO-Syndrom

Etwa Jede zehnte Frau ist von dem PCO-Syndrom betroffen

Dagi Bee, Maren Wolf oder auch MRS BELLA – sie alle haben es schon getan: Sie haben die Pille abgesetzt. Bei vielen Frauen stellt sich der Körper direkt um und man bekommt nach dem Absetzen zur regulären Zeit seine Tage. Bei manchen hingegen lässt die Periode auf sich warten und man bekommt unreine Haut. Oftmals ist das PCO-Syndrom daran schuld. Doch was ist das eigentlich?

Was ist das PCO-Syndrom? Symptome

Das PCOS, auch Polyzystisches Ovarsyndrom genannt, ist eine Hormonstörung, die häufig bei Frauen zwischen 15 und 25 Jahren auftritt. Frauenarzt Dr. med. Christian Albring erklärt die Krankheit und ihre Symptome wie folgt: „Man entwickelt zahlreiche, nicht ganz reife Eibläschen im Eierstock, sogenannte Zysten, die der Krankheit ihren Namen gegeben haben. Außerdem produziert der Körper verstärkt männliche Hormonen, man kann starken Haarwuchs bekommen, Akne, eine Insulinresistenz oder auch Übergewicht.“ Das sind nur ein paar der vielen Veränderungen, die einzeln oder gemeinsame auftreten können. Oftmals die Folge der Symptome: Man bekommt in seinem Zyklus keinen Eisprung und somit auch nicht seine Periode. Dann fällt es denn meisten Frauen auf.

Überblick der PCOS-Symptome:

  • Zyklusstörungen: das Ausbleiben oder unregelmäßige Auftreten der Periode
  • Zysten an den Eierstöcken
  • viel Haarwuchs (oft tritt ein männliches Behaarungsmuster wie beispielsweise ein Oberlippen-Bart/Flaum, Behaarung um den Bauchnabel, starke Beinbehaarung auf; das kann auf eine erhöhte Konzentration von männlichen Hormonen hindeuten)
  • Haarausfall
  • tiefe Stimme
  • Fettige Haut/starke Akne
  • Übergewicht und Fettstoffwechselstörung
  • Insulinresistenz
  • Unfruchtbarkeit 

          

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Ursachen für das PCO-Syndrom

Bis heute sind die genauen Ursachen für PCOS unklar. Viele gehen von einer genetischen Veranlagung aus oder auch von Umwelteinflüssen. Dennoch verwundert es Forscher schon seit langem, dass das PCO-Syndrom so häufig ist, wie der Frauenarzt Dr. med. Christian Albring weiter ausführt: „Eine Krankheit, die zu Kinderlosigkeit führt, müsste eigentlich irgendwann aussterben. Deswegen wurde schon lange vermutet, dass in früheren Jahrtausenden die Symptome für Frauen vorteilhaft waren. Zum Beispiel könnte ein Überwiegen männlicher Hormone die körperliche Leistungsfähigkeit erhöht haben, was bei unwirtlichen Lebensbedingungen von Vorteil war.“

„Und es wäre beispielsweise auch denkbar, dass bei Frauen mit PCO-Syndrom wegen der selteneren Eisprünge der Abstand zwischen den Schwangerschaften größer war als bei anderen Frauen. So hatten die Mütter weniger Kinder, konnten diese besser versorgen und ernähren als Frauen mit vielen Kindern.“ Wenn diese Vermutungen stimmen, dann würde man sogar nicht von einer Krankheit sprechen, denn schließlich haben die Symptome vor 20.000 Jahren zu den Lebensumständen gepasst. Doch könnte eine der Ursachen auch die Pille sein, die viele Mädchen schon im frühen Alter verschrieben bekommen? Denn diese Angst scheint vielen Frauen, die lange mit der Pille verhütet haben, umzutreiben.

Ist die Pille schuld am PCO-Syndrom?

Nein, denn diese beiden Sachen haben nichts miteinander zu tun, wie Dr. med. Christian Albring erklärt: „Man schätzt, dass etwa jede zehnte Frau ein PCOS hat, Übergewichtige noch häufiger. Hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogenen und Gestagenen überdecken während der Einnahme diese Neigung. Wenn die Pille abgesetzt wird, zeigt sich das Krankheitsbild wieder innerhalb weniger Monate.“ Prinzipiell wird also das Polyzystische Ovarsyndrom von der Pille nur verdeckt – und sobald mal die Pille absetzt, wird die Hormonstörung spürbar. Das PCOS ist im Körper veranlagt und wird durch die Pilleneinnahme nicht verändert, sondern nur unterdrückt.

Behandlung vom PCO-Syndrom: Die Pille wieder einnehmen?

Prinzipiell gilt: Nur weil man nach dem Absetzen der Pille keine Menstruation bekommt, heißt das nicht automatisch, dass man gleich PCOS hat. Deswegen ist es wichtig, dass man mit seinem Gynäkologen redet und genau untersucht, welche Symptome vorliegen. Schließlich muss man auch verstehen, dass der Körper nach dem Ende der Pilleneinnahme in ein Hormon-Chaos fällt, weil plötzlich die regelmäßigen Hormone wegfallen. Der Körper muss sich davon erst einmal erholen und wieder „lernen“, körpereigene Hormone zu produzieren. Mit der Pille wurde das nämlich unterdrückt. Außerdem kann auch Stress die Ursache für das Ausbleiben der Periode sein. 

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Doch viele Frauenärzte empfehlen nach der Diagnose von PCO-Syndrom die erneute Einnahme der Pille, um dem Körper aus dem Chaos zu helfen. Ist das der einzige Weg? Nein! Auch Frauenarzt Dr. med. Christian Albring sagt zu uns, dass es wichtig ist, dass man sich gesund ernährt – also mit wenig Zucker und schnell resorbierten Kohlenhydraten – und dass man aktiv und sportlich sein soll. Damit kann sich der Zyklus wieder normalisieren. Umgekehrt ist es auch der Fall, dass wenn man sich kalorienreich ernährt und wenig bewegt, dass PCO-Syndrom und somit die Eierstock-Zysten begünstigen kann.

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Wenn man also nicht mehr mit Hormonen verhüten möchte, dann kann man seine Ernährungsgewohnheiten umstellen und auch durch Sport einiges bewirken. Auch empfehlen einige, naturheilkundliche Verfahren, um dem Körper auf die Sprünge zu helfen. Schließlich kann es durchaus sein, dass er nach einer gewissen Zeit sein Chaos beseitigt hat und wieder selbst den Hormon-Zyklus in den Griff bekommt. Man muss dem Körper manchmal nur Zeit geben. 

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