• Sexting: Warum so viele davon betroffen sind

    Vor allem Mädchen werden jedoch leider immer öfter dazu gedrängt

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Sexting: Warum so viele Jugendliche davon betroffen sind

Heutzutage haben viele Jugendliche mit Mobbing im Internet zu kämpfen. Vor allem Sexting - also das Verschicken von Nachrichten mit einem sexuellen Hintergrund - ist weltweit verbreitet und nur die Wenigsten wissen, was das für Folgen mit sich ziehen kann. Hier findest du alle Infos dazu. 

Sexting: Jeder Dritte Jugendliche ist betroffen

„Schatz, schick mir doch mal ein Foto von dir ohne BH!“ Viele junge Mädchen haben diesen Satz schon oft gehört, egal ob per Video-Chat oder via Nachricht. Und meistens sind sie so verknallt, dass sie sich über die möglichen Folgen keine Gedanken machen und kurzer Hand dieser Aufforderung nach gehen. „Was soll schon passieren? Er liebt mich doch und würde dieses Bild niemals jemanden zeigen.“ Meistens trifft das auch zu, in manchen Fällen jedoch landen die Fotos irgendwann im Internet - spätestens, wenn man sich im Streit getrennt hat und er sich keine Gedanken darüber macht, wie schlimm eine Veröffentlichung des Nackfotos für einen selbst sein kann. Doch dann ist es zu spät, denn: einmal im Internet, immer im Internet! 

Wie eine neue Studie der School of Education and Social Policy der Northwestern University nun herausgefunden hat, wurden bei einer Umfrage von 500 Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren über zwei Drittel bereits mindestens einmal um ein Nacktfoto gebeten. 

Warum verfallen so viele Teenager dem Sexting?

Oft dient das Verschicken der Nacktaufnahmen als Liebesbeweis, denn wenn man 'Nein' sagt, wird von dem Gegenüber gleich das Vertrauen und die Zuneigung in Frage gestellt. So wurden folgende Zitate von Sexting-Opfern in der Studie vermerkt: „Ich habe meinem Freund ein Nacktfoto von mir geschickt, nachdem er darauf bestanden hatte und sonst mit mir Schluss machen wollte. Jetzt droht er es allen zu schicken, wenn ich keinen Sex mit ihm habe - aber ich bin doch erst 15 Jahre alt!“ Die Opfer werden also psychisch zu Sexting „gezwungen“ und unter so einen starken psychischen Druck gesetzt, dass sie diesem nicht standhalten können. 

Es handelt sich aber auch nicht immer um eine Verlustangst. So erzählt ein Mädchen auch folgendes: „Ich habe nur zum Spaß nackte Bilder von mir verschickt. Aber eine Person sammelte so viele verschiedene Fotos von mir, dass er eine Website für seine Freunde machte, wo sie alle sehen konnten.“ Die Krux bei der ganzen Sache ist jedoch, dass den Meisten nicht bewusst ist, dass die Verbreitung von Nacktbildern strafbar ist. So kann man zum Beispiel wegen Kinderpornographie verurteilt werden, wenn man Nacktfotos von Minderjährigen veröffentlicht und verbreitet. 

In einer Berichterstattung des Fernsehsenders RTL haben sich einige Jungs zu dem Thema Sexting geäußert. Sie haben ihr Handy voller freizügiger Bilder von Mädchen - meistens sind es ihre Exfreundinnen. „Angenommen, man sammelt das einen Monat lang, dann hat man locker 50, 100 oder 150 Bilder drauf“, erzählt einer von ihnen. Ein Anderer verrät seine Tricks, wie er an diese Bilder kommt. Der Satz „du kannst mir doch vertrauen“ ist immer ganz vorne mit dabei. Erschreckend ist nur, wie viele Mädels auf diese Masche tatsächlich hereinfallen. 

Wir haben ebenfalls ein paar Jungs über das Thema 'Nacktbilder' befragt. Hier könnt ihr nachlesen, was sie von solchen intimen Aufnahmen halten. 

Natürlich hat es hier immer etwas mit der Ausgeprägtheit des Selbstwertgefühls zu tun. Je geringer das Selbstbewusstsein ist, desto wahrscheinlicher ist auch die Tatsache, dass man sich zu Sexting überreden lässt. Oftmals steckt ein 'fishing for compliments' dahinter - also die Hoffnung, bei dem Anderen gut anzukommen.

Bist du auch ein Opfer von Sexting geworden? Hier kannst du dich austauschen.

Österreichische Studie über Sexting: Jeder Dritte Jugendliche ist betroffen

Eigentlich könnt man denken, dass jedem die möglichen Folgen von Sexting bewusst sind und dennoch hat eine Studie der österreichischen Seite www.saferinternet.at ergeben, dass von 500 befragten Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 18 Jahren ein Drittel schon einmal ein Nacktfoto oder -video von sich verschickt hat. Man vertraut sich ja. Das Problem ist nur, dass Beziehungen im jungen Alter meistens nicht so langwierig sind und so kommt es - meist wegen einer Racheaktion - nach der Trennung öfter mal zur Verbreitung der Bilder in der Öffentlichkeit. Die Studie hat nämlich ergeben, dass 81% der Befragten Opfer eines solchen Mobbings wurden. Die Nacktfotos wurden unter anderem im Freundeskreis verbreitet. Die gleiche Anzahl an Befragten sagt aber auch, dass man solche Folgen in Kauf nehmen muss, wenn man Bilder von sich ohne Kleidung verschickt. 14 % wurden sogar mit diesen Bildern erpresst

Zu guter Letzt wünschen sich immerhin 54% eine Aufklärung über dieses Thema durch Eltern und ihre Lehrer, wohingegen 35% lieber zu einer Beratungsstelle gehen und 25% mit Freunden darüber reden würden. 

Sexting: Das sagt Dagi Bee darüber

Auch die YouTuberin Dagi Bee wurde schon einmal mit Sexting konfrontiert. In einem Interview mit refinery29 erzählt sie: „Ich hatte einen ähnlichen Fall in der Schule. Da ist ein peinliches Video von einem Mädchen rumgegangen. Das war sehr schlimm. Sie musste dann sogar wegziehen. Heftig!"

Mit Sexting ist nicht zu spaßen. Das Herausgeben von privaten Fotos und Videos ist nur die Spitze des Eisbergs. Los geht es bereits bei Hass-Kommentaren und diese kann nun wirklich jeder anonym im Internet von sich geben. Die Social Media Plattform Instagram hat bereits versucht, dagegen vorzugehen und eine neue Funktion eingeführt, die Hater-Kommentare löscht. Doch diese Einstellung verhindert keine bösen Worte. In ihrem Interview wurde die YouTuberin zu diesem Thema befragt, denn auch sie hat mehr als genug Hater. „Warum beschäftigt sich jemand mit dir und nimmt sich die Zeit, fiese Kommentare zu schreiben, wenn er sich doch angeblich gar nicht für dich interessiert. Wenn ich etwas nicht mag, dann entlike ich es einfach, gucke es nicht an und halte meinen Mund. Aber die Leute wollen leider immer so viel reden und schicken mit ihren Beleidigungen nur Hass in die Welt." Leider hat Cyber-Mobbing in den letzten Jahren immens zugenommen und welche Auswirkungen es auf die Betroffenen hat, dazu macht sich selten jemand Gedanken. Auf die Frage, ob ihr die fiesen Bemerkungen nahe gehen, meint sie nur: „Meistens ignoriere ich sie, doch an den Tagen, an denen ich Stress hatte, geht mit das schon nahe. Manchmal weine ich dann auch." Eine verständliche Reaktion!

Man sollte sich somit genau überlegen, wie viel man von sich auf Fotos und in Videos von sich preisgibt. Am besten wartet man auf den Moment, wenn man mit seinem Freund alleine zu Hause ist, um ihm ein Bild in Unterwäsche zu zeigen. Reale Bilder sind schließlich auch für die Jungs viel aufregender, als ein Foto auf einem Bildschirm. Und so ist man sicher vor irgendwelchen ungewollten Internetauftritten in ferner Zukunft.

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