• Nie mehr Hausis!

    Eine Lehrerin gibt ihren Schülern nie Hausaufgaben auf. Dafür erwartet sie aber etwas anderes von den Kindern ihrer Klasse...

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Diese Lehrerin schafft Hausaufgaben ab!

Nie mehr Hausaufgaben? Was wie ein Traum klingt, ist für Grundschüler in Texas nun Realität. Ihre Lehrerin Mrs Brandy Young erklärte nämlich zum Schuljahresbeginn, dass es bei ihr keine Hausaufgaben geben wird. Stattdessen erwartet sie etwas anderes von ihren Schützlingen...

"Die neu gewonnene Freizeit solle dafür genutzt werden, um gemeinsam Dinge zu tun, die den Schülern gut tun. Zeit mit der Familie, lesen, spielen", schreibt die Lehrerin in einem Brief an die Eltern. Ihrer Meinung nach reicht es aus, wenn die Schüler die Unterrichtszeit zum Lernen nutzen. Das finden wir eine super Idee!

Und auch in Deutschland diskutiert man immer wieder darüber, wie sinnvoll Hausaufgaben sind. Eine neue Studie sagt sogar: Je nach Lern- und Hausaufgabentyp kann es sein, dass Hausaufgaben sogar schädlich für dich sind! „Wie viel Zeit hast du denn in deine Hausaufgaben gesteckt?“ – diese Frage hat sicherlich der eine oder andere schon mal von seinem Lehrer oder seinen Eltern gehört. Die gehen davon aus: Je weniger Zeit du verwendet hast, desto weniger erfolgreich warst du. Falsch gedacht!

In der Studie der Universität Tübingen wurde das Hausaufgabenverhalten von 2.000 Achtklässlern im Fach Französisch untersucht. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass es unterschiedliche Lern- bzw. Hausaufgabentypen gibt und es NICHT so ist, dass wenn man lange an Hausaufgaben sitzt, sie auch automatisch gut werden.

Die fünf Lerntypen sind: der fleißige Schnelle, der Hochengagierte, der Durchschnittsschüler, der Minimalist und der sich abmühende Schüler. Vor allem letztere Schüler sehen die Forscher kritisch im Zusammenhang mit Hausaufgaben.

Hausaufgaben bringen nur den Schülern was, die sich motiviert und gewissenhaft daran setzen können. Für diejenigen, die sich schwer tun bei den Aufgaben und viele andere, belastende Dinge im Kopf haben, ist es sogar von Nachteil. Je mehr Zeit ein Schüler aufwenden muss, um die Hausaufgaben zu erledigen und je mehr er sich abmühen muss, desto geringer sind der Lernerfolg und auch das positive Ergebnis.

+ + Braucht man Hausaufgaben dann überhaupt? + +

Der neuseeländische Pädagoge John Hattie fasste in seinem Buch „Lernen sichtbar machen“ aus dem Jahr 2009 Ergebnisse aus über 50.000 Studien und mehr als 80 Millionen Schülern zusammen. Er wollte herausfinden, was Kindern beim Lernen hilft.

Sein Ergebnis? Es sind nicht Hausaufgaben! Denn je länger man für eine Aufgabe braucht ohne sie zu lösen, desto niedriger ist der positive Effekt hinterher. Hausaufgaben können Schülern, die sich mit den Aufgaben schwer tun, sogar schaden. Laut Hattie gibt es wesentlich bessere Faktoren, die beim Lernerfolg helfen!

Solche Lernerfolge können laut Hattie durch eine gute Schüler-Lehrer-Beziehung oder durch bestimmte Lerntechniken wie wiederholendes Lesen erzielt werden. Laut der Studie aus Tübingen ist es auch wichtig, dass man sich selbst aussuchen kann, wann man die Hausaufgaben macht und nicht von den Eltern zu sehr gedrängt wird.

Deswegen wäre es toll, wenn die Schüler in der Schule Raum und Luft bekommen, um selbstständig zu lernen – ohne lästige Hausaufgaben. Denn die würden, wenn man Übungszeiten in der Schule einführen würde, überflüssig werden.

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