• Modedroge Tilidin

    Tilidin ist die neue Modedroge. Die Nebenwirkungen: Gefährliche Risikobereitschaft und Aggression

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Grausame Gewaltexzesse durch Modedroge Tilidin

Eigentlich ist Tilidin ein starkes Schmerzmittel. Rheuma- oder sogar Krebspatienten bekommen es zur Schmerztherapie. In den letzten Jahren hat sich das Medikament jedoch einen Namen als legale Droge gemacht. Doch es verursacht nicht nur rauschartige Höhenflüge: Die angsthemmende und schmerzbetäubende Wirkung ist auch die Ursache für unfassbare Gewaltexzesse.

Foto: Thinkstock

Im Berliner Stadtteil Neukölln ist die Zahl der Tilidinabhängigen in den letzten Jahren stark angestiegen. Schlimm: Viele der Abhängigen sind noch jugendlich. Laut Spiegel konsumieren vor allem junge Muslime die Substanz. Daher stammt auch ihr Spitzname „Migrantendroge“. Denn der islamische Glaube verbietet Alkohol oder Drogen. Dass Tilidin keine illegale Droge, sondern ein legales Medikament ist, kommt da natürlich gelegen.
Aber wenn Medizin nicht zu Heilungszwecken eingesetzt wird, handelt es sich um Missbrauch. Und die Folgen von regelmäßigem Tilidinkonsum unterscheiden sich so gut wie gar nicht von den Auswirkungen durch andere Opiate wie zum Beispiel Heroin: Tilidin machtpsychisch undphysisch abhängig. Wo zu Beginn noch ein euphorisierender Kick eintritt, stellen sich stattdessen schon bald Schlafstörungen, Krampfanfälle, Gewichtsverlust, Wahrnehmungsstörungen und Angstzustände ein.

Gefühle der Unbesiegbarkeit

Negative Nebenwirkungen: Davon wollen Tilidin-Kosumenten am Anfang nichts wissen.

In der Reportage „Tilidin in Berlin“ der Berliner Straßensozialorganisation gangway e.v. schwärmt ein ehemaliger Abhängiger: „Man hat die ganze Zeit Glücksgefühle, dein Kopf ist frei.“ Und: “Man spürt seinen Körper nicht mehr, kann alles ohne Probleme machen.“
Genau diese Gefühllosigkeit durch die Modedroge hat vor allem im Zusammenhang mit Gewalttaten verheerende Auswirkungen: Junge Leute aus schwierigen gesellschaftlichen Verhältnissen nehmen das Mittel um sich aufzuputschen, bevor sie beispielsweise einen Raubüberfall begehen oder sich prügeln. Denn das Medikament lässt sie ihre Hemmungen verlieren. Die Angst davor, sich zu verletzen, wird einfach betäubt. Indirekt steigert das auch die Gewaltbereitschaft.
Laut Berliner Polizei hat sich die Härte der gewaltsamen Auseinandersetzungen in den letzten Jahren drastisch gesteigert: In besonders krassen Fällen wird selbst mit gebrochenem Kiefer oder ausgekugeltem Arm weiter draufgeschlagen.
Die Konsumenten fühlen sich unbesiegbar, sie gefährden sich selbst und andere, wie es ein nüchterner Mensch niemals wagen würde. Polizisten berichten davon, dass sich Festgenommene unter Tilidin-Einfluss „wie die Berserker wehren“ und weder Pfefferspray noch Hebelgriffe spüren.

Schlägerei

Tilidin als Ursache von Amokläufen

Einige besonders krasse Gewaltverbrechen der letzten Jahre werden inzwischen mit Tilidin in Verbindung gebracht.

2006 stach der 16-Jährige Mike P. bei der Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofs wahllos mehrere Menschen nieder. Später wurde bekannt, dass er vorher Tilidin konsumiert hatte.
Auch Amokläufer Robert Steinhäuser, der 2002 am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen ermordete, soll regelmäßig das Medikament eingenommen haben.
Beide hatten jegliche Hemmungen in Bezug auf gewalttätiges Verhalten verloren. Natürlich finden viele Amokläufe auch ohne vorherigen Tilidinkonsum statt. Aber sicherlich wird der in diesen beiden speziellen Fällen zum Tatverlauf beigetragen haben.

Maßnahmen gegen Tilidinmissbrauch

Ab Januar 2013 fällt das gefährliche Medikament unter das Betäubungsmittelgesetz. Dadurch soll die Beschaffung von Tilidin erschwert werden.

Im Moment gibt’s die Substanz nämlich ganz unkompliziert in der Apotheke. Ein einfaches Rezept reicht aus, um eine 100 ml-Flasche zu bekommen. Das ist schnell organisiert: 2007 wurden allein in Berlin rund 2000 Tilidin-Rezepte gefälscht, außerdem verschreiben viele Ärzte leichtfertig, wenn der Patient nur überzeugend genug über Schmerzen klagt.
Deshalb gibt’s das Medikament ab nächstem Jahr nur noch auf ein Betäubungsmittelrezept hin. So wird bundesweit jede einzelne Tilidinausgabe registriert und bleibt über mehrere Jahre dokumentiert. Außerdem ist das Rezept nach Ausstellung nur wenige Tage gültig, das erschwert eine Fälschung. Auf diese Weise soll die gefährliche Entwicklung in Berlin und anderen Brennpunkten deutschlandweit gestoppt werden. Das ist auch nötig: Denn unsachgemäß eingenommenes Tilidin ist eine Droge, die nicht nur die Konsumenten sondern auch ihr Umfeld in große Gefahr bringt.
Alkohol ist zwar legal, kann aber bei übermäßigem Kosum ebenfalls total gefährlich sein und abhängig machen. Du hast selber ein Problem mit Alkohol oder willst dich einfach mal informieren? Wir haben alle Facts zum Thema.

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