• Unbekannte Krankheit: Darum hatte eine Frau jahrelang Schmerzen beim Sex

    Jede 10. Frau leidet an dieser Krankheit

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Vaginismus: Schmerzen beim Sex durch Scheidenkrampf

Savannah Magruder konnte nie, ohne unter höllischen Schmerzen zu leiden, ein Tampon benutzen, geschweige denn Sex haben. Lange Zeit hat sie sich nichts dabei gedacht, bis sie dann die Diagnose vom Arzt bekam: Vaginismus – eine Krankheit, an der leider sehr viele Frauen leiden. 

Vaginismus: Wenn man beim Sex die Scheide verkrampft

Savannah Magruder war 13 Jahre alt, als sie das erste Mal bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Nachdem sie versuchte, sich während ihrer Periode ein Tampon in ihre Vagina einzuführen, schrie sie vor Schmerzen laut auf. Dieses Gefühl wollte sie nie wieder erleben, weswegen sie sich für Binden entschied – nicht das Ende der Welt, dachte sie sich. Doch dann kam der Tag, an dem sie zum ersten Mal Sex hatte und die höllischen Schmerzen zurückkehrten. Damals war sie 17 Jahre alt und dachte, auch dieser Schmerz sei normal. Schließlich war es ihr erstes Mal.

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Da sie sich nicht traute, etwas zu sagen, ertrug sie jahrelang die schrecklichen Schmerzen beim Sex. Spaß daran hatte sie nie. Ihre Hoffnung war es immer, dass es vielleicht mit der Zeit besser werden würde. „Ich habe mich zum Sex gezwungen, es waren unerträgliche Schmerzen. Aber ich wollte ein normales Mädchen sein“, erzählt sie in einem Interview mit dem Magazin Self. Erst nach vielen verschiedenen Arztbesuchen bekam sie dann die endgültige Diagnose: Sie leidet unter Vaginismus.

Vaginismus: Was ist das?

Leider ist Savannah nicht die Einzige, die unter diesen Schmerzen beim Sex leidet. Schätzungsweise leiden rund 15 bis 30 Prozent aller Frauen unter Vaginismus. Doch das erschreckende daran ist, dass diese Angabe weit höher sein kann, da viele Frauen ihre Schmerzen totschweigen und damit nicht zum Arzt gehen. Doch wie entstehen diese Schmerzen? Wenn man unter Vaginismus leidet, verfügt man über eine starke Empfindlichkeit des Scheideneinganges. Somit verkrampft sich beim Einführen des Penis (teilweise reicht sogar nur der Finger oder ein Tampon) sofort die Scheiden- und Beckenbodenmuskulatur, was der Auslöser des Leidens ist.

Vaginismus: Kann man es behandeln?

Bei der Behandlung von Vaginismus geht es vor allem darum, dass die betroffene Frau lernt, sich zu entspannen und die verkrampfte Muskulatur zu lösen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden und Übungen, wie zum Beispiel die Dehnung der Scheide. Oft wird hierfür ein flexibles Dilatationsinstrument benutzt – ein kleiner Ballon, der in die Scheide eingeführt wird und sich vorsichtig weitet. So gewöhnt man seinen Körper daran und gibt ihm zu verstehen, die Scheidenkrämpfe nicht mehr zuzulassen.

Auch Savannah bekam diese Therapie verschieben und kann mittlerweile wieder ein relativ normales Sexualleben führen. Viele Ärzte sind der Meinung, dass Vaginismus auch viel mit der Psyche zu tun hat und somit eine Erkrankung ist, die mit der Zeit auch überwunden werden kann. 

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