• Kleidung kann nicht Ja zu einer Vergewaltigung sagen!

    Die Kleidung ist nie schuld an - das Vicitm Blaming muss aufhören

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"Aber was hattest du an?": Projekt gegen Victim Blaming bei sexuellen Übergriffen

Ein tolles Projekt: Die Bloggerin Hannah Müller-Hillebrand will mit ihrem Fotoprojekt „Aber was hattest du an?“ dem „Victim Blaming“ endlich ein Ende machen. Denn häufig wird die Schuld bei sexueller Belästigung oder bei sexuellen Übergriffen beim Opfer und dessen Kleidung gesucht. Doch Hannah will zeigen: „Kleidung kann nicht Ja sagen!“

„Kleidung kann nicht Ja sagen!“ : das Fotoprojekt von Hannah Müller-Hillebrand

In Zeiten, in denen immer mehr Skandale von sexueller Belästigung bekannt werden, sollte man eigentlich denken, dass es eine gewisse Sensibilität den Opfern gegenüber gibt. Doch immer noch gibt es die Tendenz, den Opfern die Schuld zu geben. So ist beispielsweise immer noch die Frage „Was hattest du an?“ eine Routinefrage, die bei einer Anzeige wegen sexueller Belästigung oder Vergewaltigung gestellt wird. Eigentlich klingt sie unschuldig und trotzdem vermittelt sie, dass es eben doch an der eigenen Kleidung gelegen haben könnte. War der Rock zu kurz oder der Ausschnitt zu groß? Völlig egal, denn Hannah Müller-Hillebrand stellt klar, dass eben nicht die Kleidung „Ja“ sagt, obwohl man es selbst nicht will. Körperbetonte Kleidung kann den Täter nicht aus der Verantwortung nehmen, dass er sich selbst nicht beherrschen konnte und sich über die Wünsche einer anderen Person hinweggesetzt hat. Er ist der Schuldige und nicht andersherumKleidung ist eine persönliche Entscheidung. Wie sehr Frauen sich verhüllen oder doch entblößen, ist eine Entscheidung des persönlichen Stils und hat nichts mit der Legalisierung einer Gewalttat zu tun“, so Hannah.

„Kleidung kann nicht Ja sagen!“ : das Fotoprojekt von Hannah Müller-Hillebrand

Auszug aus dem Buch: "Aber was hattest du an?"

Barbara Meier erntete einen Shitstorm, nachdem sie sich bei den Globes nicht solidarisch mit den Opfern von sexueller Gewalt zeigte.

„Victim Blaming“: Schuld war die Kleidung des Opfers

Dass die Kleidung des Opfers gerne als Ausrede für sexuelle Übergriffe missbraucht wird, zeigt laut Hannah auch eine Studie aus dem Jahr 2017: „Für 10% der Deutschen ist ein sexueller Übergriff bei angeblich anzüglicher Kleidung völlig gerechtfertigt. ‚In diesem Kleid, bettelst du doch darum vergewaltigt zu werden!‘“

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, hat Hannah das Fotoprojekt „Aber was hattest du an?“ ins Leben gerufen. Dafür hat sie sich mit verschiedenen Frauen aus Berlin getroffen, ihre einmaligen Style fotografiert und mit ihnen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse gesprochen. So kommt beispielsweise eine Aussage heraus, die es wirklich gut auf den Punkt bringt: „Wer kennt sie nicht, diese wundervoll hilfreichen Tipps, nicht zum Opfer einer Vergewaltigung oder sexueller Belästigung zu werden: Zieh dich nicht zu aufreizend an, trink nicht zu viel Alkohol, sende keine Signale aus, die er er missverstehen könnte, (….). Die Schuld wird so dem Opfer auferlegt, die Verantwortung vom Täter weggenommen. Deshalb wird diese Strategie auch als ‚Victim Blaming‘ bezeichnet.“

Übrigens: In diesem einen Fall ist es für Jungen keine Vergewaltigung

„Kleidung kann nicht Ja sagen!“: das Fotoprojekt von Hannah Müller-Hillebrand

„Kleidung kann nicht Ja sagen!“ : das Fotoprojekt von Hannah Müller-Hillebrand

Trotzdem kann es nicht schaden, auch Selbstverteidigung zu lernen. 

Hannah Müller-Hillebrands Fotoprojekt bei GoFundMe

Für die Finanzierung, um das Buch drucken lassen zu können, hat Hannah eine GoFundMe-Kampagne ins Leben gerufen. So kann man sie unterstützen, ihre Message zu verbreiten, denn ihr ist es wichtig klarzustellen: Kleidung ist eine persönliche Entscheidung. Wie sehr Frauen sich verhüllen oder entblößen, ist eine Entscheidung des persönlichen Stils und hat nichts mit der Legalisierung einer Gewalttat zu tun.“ Außerdem sagt sie weiter: Jeder sollte die Freiheit besitzen, sich ohne Angst vor der Schuld zu kleiden. Ein Kleidungsstil kann als Spiegel unserer Persönlichkeit dienen und der Welt nach außen zeigen, wer wir sind oder wer wir gerne wären. Aber Kleidung kann nicht sprechen.“

Diese Aussage können wir so nur unterstreichen. Dennoch ist uns auch wichtig zu sagen, dass nicht nur Frauen Opfer sexueller Gewalt werden können. Auch Männer können Opfer sexueller Übergriffe werden und auch hier ist „Victim Blaming“ nicht in Ordnung. Opfer sollten immer ernst genommen werden und das Auftreten oder die Kleidung sind NIE schuld an Übergriffen. 

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