• Diaphragma, Femidom & Verhütungs-No-Gos

    Das solltest du darüber wissen

weiterlesen

Diaphragma, Femidom und absolute Verhütungs-No-Gos

Pille und Kondome gelten wohl als die beliebtesten Verhütungsmittel, da sie einfach in der Anwendung sind. Aber welche Alternativen gibt es dazu? Da wären beispielsweise noch das Diaphragma und Femidom. Wie diese beiden genau funktionieren und welche Verhütungsmethoden du auf gar keinen Fall verwenden solltest, erfährst du hier!

Diaphragma, Kondom, Pille

Femidom, Spirale, Portiokappe & Co.

Neben Pille, Verhütungsring und Kondom gibt es noch jede Menge anderer Verhütungsmethoden, die auch nicht mehr zu den „neuesten“ Erfindungen gehören, aber dennoch ihre Daseinsberechtigung haben. Da diese allerdings einen etwas höheren Pearl Index haben und außerdem mehr Übung erfordern, werden sie jungen Mädchen nur bedingt empfohlen. Dazu gehören beispielsweise das Diaphragma und das Femidom. 

Diese Sachen machst du garantiert falsch mit einem Kondom

Femidom

Das Femidom ist auch als „Kondom“ für Frauen bekannt. Es ist das einzige Verhütungsmittel für Frauen, das nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Es ist rund 18 cm lang, besteht aus einem dünnen, reißfesten Kunststoff und hat an beiden Seiten jeweils einen Ring. Der größere, äußerer Ring mit Öffnung liegt außerhalb der Scheide vor den großen Schamlippen, ein innerer wird wie ein Diaphragma in die Scheide eingeführt und liegt vor dem Muttermund.

Vorteil des Femidoms ist, dass es bis zu zehn Stunden vor dem Sex eingelegt werden kann. Da die Handhabung aber nicht gerade einfach ist und es Übung erfordert, ist das „Kondom“ nichts für Anfänger. Anwendungsfehler erklären wohl auch den Pearl Index von 5 bis 25. Das bedeutet, dass von 100 Frauen zwischen 5 bis 25 davon schwanger werden, wenn sie regelmäßig damit verhüten. Im Vergleich dazu hat das Kondom für Männer einen Index von 2 bis 12 und die Pille von 0,1 bis 0,9. Preislich ist das Femidom teurer als das bekannte Kondom. Eins kostet etwa 3 bis 5 Euro.

Femidom

Diaphragma

Das Diaphragma oder auch Scheidenpessar genannt, ist ein Verhütungsmittel für Frauen. Genau wie ein Kondom besteht es aus Latex. Die Latexhaut ist wie eine halbrunde Kuppel geformt und über einen Gummiring gespannt. Nachdem ein spezielles Verhütungsgel, das Spermien abtöten soll, auf das Diaphragma aufgetragen wurde, wird es vor dem Sex in die Scheide, und zwar über den Gebärmutterhals, eingeführt. Nach dem Verkehr muss es mindestens acht Stunden in der Scheide bleiben. Das Diaphragma ist bei richtiger Anwendung ein sehr sicheres Verhütungsmittel, es hat einen Pearl Index von 1 bis 20. Allerdings schützt es nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Deshalb gilt auch hier: Am besten zusätzlich ein Kondom verwenden!

Darüber hinaus erfordert das Einsetzen des Diaphragmas wieder etwas Übung und sollte es im Optimalfall und je nach Diaphragmatyp vom Frauenarzt angepasst werden. Da der Muttermund jeder Frau unterschiedlich groß ist, kann nur so garantiert werden, dass es optimal sitzt und den Muttermund abdeckt, damit keine Spermien daran vorbeikommen. Ein Diaphragma kostet zwischen 20 bis 60 Euro. 

Diaphragma

Portiokappe

Die Portiokappe ist ganz ähnlich zum Diaphragma. Sie wird vor dem Geschlechtsverkehr vor den Muttermund gestülpt und fungiert so als Barriere. Sie kann aus Latex oder Silikon sein. Sie muss individuell angepasst werden, da die Portio, das ist der Teil der Gebärmutter, der in die Vagina hineinragt, je nach Frau ganz unterschiedlich groß und lang sein kann. Das Anpassen übernehmen Frauenärzte, Hebammen oder auch Fachpersonal von Familienzentren.

Mittlerweile wurde die ursprüngliche Portiokapp weiter entwickelt und es gibt das LEA contracetptivum, das sich mit Unterdruck am Muttermund fest saugt. Die bekannte FemCap zählt hier dazu. Wichtig ist auch hier, genauso wie beim Diaphragma, dass sie vor dem Sex eingesetzt, mit Verhütungsgel bestrichen wird und mindestens acht Stunden im Körper bleibt.

Der Pearl Index liegt bei 2 bis 18, kann aber auch sehr stark zwischen zwei Gruppen variieren: Frauen, die ein Kind geboren haben und Frauen, die noch keine Kinder bekommen haben. Die Anwendung ist bei Frauen ohne Kind sicherer, als bei denen mit Kind. Die Werte beziehen sich jedoch nur auf die Portiokappe, da es keine genauen Studien zu LEA gibt. Die Kosten liegen bei 50 bis 60 Euro. 

Alle drei Verhütungsmethoden benötigen relativ viel Übung, bis man richtig damit umgehen kann. Und nur bei richtiger Anwendung sind diese Methoden sicher. Diese Verhütungsmethoden gibt es außerdem noch: Die Spirale erfordert regelmäßige Arztbesuche, um die richtige Lage zu kontrollieren und wird auch meist Frauen empfohlen, die bereits ein Kind haben. Dreimonatsspritzen und Hormonimplantate sind für junge Mädchen nicht zu empfehlen, da sie mehr Nebenwirkungen als die Pille haben, häufig höhere Hormondosierungen enthalten und zudem ziemlich teuer sind. Auch für junge Mädchen geeignet und hormonfrei ist das GyneFix.

Diese Methoden zur "Verhütung" solltest du vermeiden!

Von diesen “Verhütungsmethoden” solltest du auf jeden Fall die Finger lassen, denn sie sind alles andere als sicher.

Temperaturmethode

Eingeschränkt empfehlen kann man die Temperatur- und Schleimstrukturmethode nur Frauen, bei denen es nicht „dramatisch“ ist, wenn sie doch schwanger werden. Also nicht jungen Mädchen, die wirklich sicher verhüten wollen. Denn sie erfordern, dass du deinen Körper richtig gut kennst und wirklich sehr gewissenhaft bist. Solltest du dich für solch eine Verhüttungsmethode interessieren, die aber etwas sicherer ist, dann solltest du dir einmal eine Verhütungs-App ansehen.

"Aufpassen"

Der Coitus Interruptus (das Herausziehen des Penis kurz vor dem Samenerguss) ist eine total unsichere Methode. Erstens schützt es dich nicht vor der Schwangerschaft, da schon vor dem Samenerguss Spermien in die Vagina und Gebärmutter gelangen können. Und zweitens bietet es keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Außerdem verdirbt es den Spaß am Sex – es ist mit Sicherheit nicht befriedigend, wenn dein Liebster sich die ganze Zeit ums Timing Gedanken machen muss, den Orgasmus nicht genießen kann und ihr obendrein immer Angst vor einer Schwangerschaft haben müsst.

Hier geht's weiter: Special: Antibaby-Pille 

Hier geht's zu: Kondome: Die wichtigsten Facts

Hier geht's zu: Hormonelle Verhütungsmethoden

Willst du dich über deine Erfahrungen zum Diaphragma oder dergleichen austauschen? Dann schau dich einmal bei uns im Forum vorbei.

Diaphragma und Co.

mehr zum Thema