• Ich hatte nur einen ersten Freund – und das war mein dritter

    Deswegen war mein erster Freund nicht mein erster Freund

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Ich hatte nur einen ersten Freund – und das war mein dritter

Kennt ihr diese Mädchen, die kaum darauf warten können, endlich ihren ersten Freund zu haben? Ich gehörte nicht dazu. Natürlich hatte ich irgendwann meinen ersten Freund. Doch erst später merkte ich, dass diese Junge gar nicht mein wirklich richtiger, erster Freund war. Wie das sein kann? Ein Erklärungsversuch 

Erster Freund

Den ersten „Freund“, den ich hatte, war ein klassischer Zettelchen-Freund in der 5. Klasse. Irgendwann hat man einen zerknüllten Zettel bekommen, wo drauf stand: „Willst du mit mir gehen? [   ] Ja [   ] Nein Ps: Bitte nicht beides ankreuzen.“ Und wer jetzt sagt, dass es noch ein Vielleicht gab: Mädels, bei mir gab es nur Top oder Flop.

106 Tage mit Sebastian

Es war Sebastian aus der Parallelklasse. Ich hatte keinen Schimmer, wer das war. Aber einen Freund zu haben war dann doch ganz cool und bei so einem tiefgründigen Brief muss man einfach zusagen (Wenn doch heute alles nur so einfach wäre wie damals). Also habe ich Ja angekreuzt und zack, wenig später hatte ich einen Freund. Unsere Beziehung hielt sage und schreibe 3 ½ Monate.

30 Tage mit Viktor

Den nächsten Freund hatte ich in der 9. Klasse. Klassenfahrt – sowieso Ausnahmezustand. Er hieß Victor und war eine Klasse über mir. Er schrieb Gedichte und Songtexte und war eigentlich ganz süß – richtig verliebt war ich aber nicht. Nach einem Monat war Schluss – per Short Message Service, kurz SMS. Ganz böse!

1.387 Tage mit Alex

Mein erster Freund war Alex – da war ich 15 Jahre alt. Mein wirklich erster Freund, in den ich so richtig verschossen war. Wir hörten stundenlang mit Winamp die Playlisten rauf und runter, während sich auf seinem PC die tanzenden bunten Kringel zur Musik bewegten (wer sich das nicht vorstellen kann: Hier oder hier könnt ihr sehen, wie das damals mit Winamp aussah). Seine Freunde wurden meine Freunde, ich schloss Freundschaften und hatte eine richtig große Clique. Wir gingen auf Dorf-Discos, später in Clubs feiern, fuhren nur zum Abhängen und Futtern zu McDonald’s. Wir hatten eine richtig gute Zeit.

Mit ihm hatte ich mein erstes Mal – zu „Bed of Roses“ von Bon Jovi. Das ist leider kein Scherz. Es hatte sich richtig und es hatte sich gut angefühlt. Doch mein erstes Mal ist nicht der Grund, warum Alex mein erster, richtiger Freund war. Darum geht es mir gar nicht.

Mit Alex hatte ich eine Beziehung – nicht nur einen Zeitvertreib aus Langeweile. Er war gleichzeitig mein Kumpel und mein Freund. Und auch wenn die Beziehung nach nicht ganz vier Jahren in die Brüche ging, denke ich an die Zeit mit ihm gerne zurück. Bei den anderen beiden hatte ich das Gefühl von Verliebtsein nicht. Bei Alex hatte ich alles: Schmetterlinge im Bauch, wenn ich ihn sah oder ich habe ihn vermisst, wenn er nicht da war. Die Zeit mit ihm hat mich geprägt. Genau das ist das Gefühl, was für mich einen Freund zum wirklich ersten Freund gemacht hat. 

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