• Raus aus der Schuldenfalle: Tipps & Hilfe

    Kati (16) hat 1200 Euro Schulden. Ihre Geschichte + Tipps und Hilfe: Wie du Schulden vermeiden kannst!

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Raus aus der Schuldenfalle: Tipps & Hilfe

Kati ist erst 16 und hat schon 1200 Euro Schulden. Auf Mädchen.de kannst du ihre Geschichte lesen. Außerdem: Tipps und Hilfe - wie du aus der Schuldenfalle herauskommst und Schulden vermeiden kannst!

Raus aus der Schuldenfalle: Tipps & Hilfe

6 % aller 13- bis 17-Jährigen haben im Schnitt 370 Euro Schulden. Unter den 13- bis 24-Jährigen sind’s schon 12 % und 1800 Euro. Viele Jugendliche geben regelmäßig mehr Geld aus, als sie an Taschengeld und Ersparnissen besitzen. Was meist harmlos beginnt („Kannst du mir 10 Euro leihen?“), kann böse enden. Wie bei Kati, die noch lange für ihre Fehler bezahlen muss. Lies ihre Geschichte. Außerdem haben wir Tipps für dich, wie du Schulden vermeiden kannst und wie du wieder aus der Schuldenfalle herauskommst.

Wie schätzt du dich selbst ein? Kannst du gut mit Geld umgehen? Mach den Test und finde es heraus!

Hast du Grund zur Sorge und wie kannst du dich am besten vor der großen Flaute in deinem Geldbeutel schützen: Wie sicher ist dein Taschengeld?

Kati: So geriet ich in die Schuldenfalle

Raus aus der Schuldenfalle, Kati

Samstagabend, 19 Uhr: Während sich Katis Freunde auf den Weg zur Party oder in die Disco machen, hockt die 16-Jährige gefrustet auf ihrem Sofa und schaut in die Glotze. Denn obwohl der Monat erst begonnen hat, ist Kati pleite. In ihrem Portemonnaie hat sie nur noch fünf Euro und die müssen für die nächsten vier Wochen reichen. Was im Klartext bedeutet: kein Eis, keine Burger, kein Kino.
Sich was von Freunden zu leihen? Dieses Angebot bekommt sie schon lange nicht mehr. Denn Kati hat 1.200 Euro Schulden. Allein 300 davon bei ihren Freunden, die ihr immer wieder etwas geliehen haben, wenn Kati mit ihnen in der Stadt war, sich den Hamburger, ein Schmuckstück oder eine CD nicht leisten konnte. 900 Euro muss sie ihren Eltern zurückgeben, weil sie mit der Kundennummer ihrer Mutter einfach Klamotten im Wert von 550 Euro bei einem Versandhaus bestellt hat.
„Nachdem meine Mutter die Rechnung gefunden hatte, konnte sie die Sachen nicht mehr zurückschicken, weil ich sie schon längst getragen hatte“, gesteht das Mädchen. Und weil Eltern für ihre Kinder haften, mussten sie die Rechnung wohl oder übel bezahlen. Genau wie die 350 Euro für die Music-Downloads und Endlosgespräche am Handy mit ihren Freundinnen. „Als alles rauskam, gab es Riesenzoff“, erzählt Kati. Denn auch für die Eltern war es nicht einfach, die Schulden ihrer Tochter zu bezahlen. Der Jahresurlaub der ganzen Familie musste flachfallen. Die 50 Euro Taschengeld wurden ihr sofort gestrichen. Damit muss sie nun Monat für Monat die Schulden bei den Eltern abtragen.
Damit sie wenigstens ein paar Euro für ihre eigenen Bedürfnisse wie Make Up hat, jobbt Kati einmal in der Woche in einem Supermarkt. Das Vertragshandy musste sie gegen ein Guthaben-Handy eintauschen. „Doch aufladen kann ich es meist nie, weil ich mein ganzes Geld in das Abbezahlen der Schulden stecken muss.“ Die Schülerin ist sich sicher: „Das passiert mir nie wieder! Denn zu dem Druck, so viele Schulden im Genick zu haben, kam die Wut der Freunde darüber, dass sie ihrem Geld hinterherlaufen mussten. „Inzwischen haben sie mir verziehen, denn meine Eltern haben auch ihnen das Geld zurückgegeben“, sagt sie erleichtert. Aufatmen kann Kati aber erst in zwei Jahren. Denn so lange wird es dauern, bis sie für ihre Fehler bezahlt hat.

So beugst du Geldsorgen vor

Taschenrechner, Rechnungen, Stift

Die häufigsten Ursachen für Schulden sind Handyrechnungen und Abos, geliehenes Geld oder Bußgelder fürs Schwarzfahren. Auch kleine Geldbeträge summieren sich und man verliert schnell den Überblick über seine täglichen Ausgaben. So kannst du Schulden vermeiden:
* Taschengeldplan erstellen und regelmäßig alle Einnahmen und Ausgaben auflisten. So siehst du am Ende der Woche oder eines Monates genau, wo du sparen oder dir zusätzlich etwas gönnen kannst
* Wenn dein Geld immer gleich weg ist: Lass dir dein Taschengeld in Raten auszahlen
* Kein Geld von anderen (Freunde, Eltern, Verwandte) leihen. Wenn das zur Gewohnheit wird und du das Geld jedes Mal verspätet oder gar nicht zurück zahlst, verlierst du deine Glaubwürdigkeit
* Fürs Handy Prepaid-Karte kaufen oder Handyvertrag mit Kostenkontrolle abschließen
* Keinen Vertrag (zum Beispiel im Internet oder per SMS) abschließen, ohne vorher mit deinen Eltern darüber zu sprechen. Oft müssen sie nämlich dafür aufkommen, wenn du’s nicht bezahlen kannst
* Beim Shoppen & Co grundsätzlich nur in bar bezahlen, falls du schon ein eigenes Konto oder eine EC-Karte hast

Hilfe bei Schulden

Kassenzettel, EC-Karte und Rechnungen

Wenn du merkst, dass du schlecht mit Geld umgehen kannst, immer wieder deine Freunde anpumpen musst oder richtig Ärger wegen einer (Handy)-Rechnung droht, musst du reinen Tisch machen. Die Vogel-Strauss-Taktik, also den Kopf in den Sand zu stecken oder das Problem auszusitzen, wird meistens noch teurer und unangenehmer für alle Beteiligten. Vielleicht lassen sich ein handfester Krach oder Sanktionen wie Hausarrest oder vorübergehender Taschengeldentzug nicht vermeiden, aber das ist immer noch besser als warten, bis dein Schuldenberg eine bedrohliche Höhe annimmt.
Tipps und Hilfe bei Schulden gibt’s auch beim Jugendamt, Jugendorganisationen bei Schuldnerberatungsstellen für Jugendliche oder im Internet. Schau dich am besten auf der Webseite deiner Stadt um, dort findest du die jeweiligen Kontakte. Weitere Informationen findest du auch hier:
www.finance-4-u.de
Präventionsprojekt für Kinder und Jugendliche (SKM- Katholischer Verein für soziale Dienste in Dortmund e.V.)
www.moneycrashkurs.de
Kurse und Info-Veranstaltungen an Schulen, bei Bildungsträgern und Firmen. Individuelle persönliche und auf Wunsch anonyme Beratung.
www.meineschufa.de
Vorstellung der Schufa mit Tipps zum Umgang mit Geld und Schulden für Jugendliche.