• HPV-Impfung

    Du hast sicher schon von der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gehört. Doch einige Fragen sind noch offen?

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Schutz vor Gebärmutterhalskrebs: HPV-Impfung

Du hast bestimmt schon von der Impfung gegen HPV gehört. Doch einige Fragen sind noch offen und du willst dich unbedingt genau über das Wie? Wo? Was? und Warum? informieren. Dann bist du bei Mädchen.de genau richtig: Wir haben alle wichtigen Facts für dich zusammengefasst.

Lass dich impfen!

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei jungen Frauen. Er wird durch eine Infektion mit dem humanen Papillomvirus (HPV) ausgelöst. Hauptübertragungsweg für die Viren ist der Geschlechtsverkehr, aber bereits beim Petting können die Viren übertragen werden. Junge Frauen und Männer können sich somit schon bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen mit HPV anstecken. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, ohne dass die Infektion Beschwerden verursacht oder bei Frauen Gebärmutterhalskrebs entsteht. Glücklicherweise macht das menschliche Immunsystem die Viren in den meisten Fällen unschädlich. 
Bleibt die Infektion von Zellen des Gebärmutterhalses mit HPV aber dauerhaft (und das heißt über Jahre hinweg) bestehen, dann können sich diese Zellen krankhaft verändern. Wenn es das menschliche Immunsystem auch in diesem Stadium nicht schafft, die Viren unschädlich zu machen, können sich Krebsvorstufen bilden. Aus diesen Vorstufen (Präkanzerosen) kann sich schließlich Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Können Kondome schützen?

Kondome können die Ansteckungsgefahr mit HPV bei konsequenter Verwendung zwar verringern, aber nicht vollständig verhindern. Trotzdem solltest du unbedingt Kondome verwenden, zum Schutz vor Schwangerschaft und vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. HP-Viren werden jedoch nicht über Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma übertragen, sondern werden über Hautkontakt (z.B. beim Petting) weitergegeben. Da Kondome diesen Kontaktbereich nicht vollständig bedecken können, bleibt ein Ansteckungsrisiko bestehen. Den bestmöglichen Schutz vor einer Infektion mit bestimmten HP-Viren bietet die Impfung.

Was passiert, wenn der Virus in den Körper gelangt? 

Die Folgen einer Infektion hängen stark vom jeweiligen Virus-Typ ab. Beim HPV-Virus gibt es viele Unterformen, von denen du dir vier merken solltest:

HPV-Typen 16 und 18

Diese Typen verursachen die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Dabei befallen die Viren die Zellen des Gebärmutterhalses. Bei 9 von 10 Frauen bekämpft der Körper die Viren erfolgreich. Gelingt das nicht, so können sie die Zellen krankhaft verändern. Wird dies nicht erkannt und behandelt, können Krebsvorstufen und schlimmstenfalls Gebärmutterhalskrebs entstehen. 

HPV-Typen 6 und 11

Diese Typen sind meistens die Ursache von Genitalwarzen im Intimbereich von Frauen und Männern. Warzen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Sie sind zwar nicht gefährlich, aber äußerst unangenehm, hartnäckig und psychisch enorm belastend. 

Krebsfrüherkennungsuntersuchung mit dem Pap-Test und HPV-Test

Mädchen sollten nicht vergessen, regelmäßig zur Früherkennungsuntersuchung zum Frauenarzt zu gehen. Bei dieser Untersuchung wird ein Zellabstrich, der so genannte Pap-Test, gemacht. Dadurch kann unter anderem festgestellt werden, ob mit dem Gebärmutterhals alles in Ordnung ist oder vielleicht eine Zellveränderung entstanden ist – denn es gibt noch andere HPV-Typen, die jedoch seltener auftreten. Wichtig bleibt: Je früher eine solche Zellveränderung erkannt wird, desto besser kann man sie behandeln. Für alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr ist diese jährliche Vorsorgeuntersuchung kostenlos. Lass Dich am besten von Deinem Frauenarzt dazu beraten. 

Übrigens: Manche Frauenärzte bieten spezielle Sprechzeiten für Mädchen an, die zum ersten Mal in eine Frauenarztpraxis gehen. Du kannst dort allein hingehen oder mit deiner Mutter. Die Frauenärztin/Der Frauenarzt gibt dir Infos zu allen für dich wichtigen Themen – Sexualität, Menstruation und Verhütung. Sie oder er ist auch die beste Informationsquelle zum Thema Gebärmutterhalskrebs und HPV und kann die Impfung durchführen. Du kannst natürlich auch alle möglichen anderen Fragen stellen. Eine körperliche Untersuchung findet nicht statt, wenn du dies nicht möchtest.

Facts zur Gebärmutterhalskrebs-Impfung

Seit Oktober 2006 gibt es erstmals eine Impfung, die sich genau gegen diese vier Virustypen richtet. Somit haben Mädchen und junge Frauen die Chance, Gebärmutterhalskrebs, dessen Vorstufen sowie Genitalwarzen schon frühzeitig vorzubeugen. Trotzdem solltest du dich natürlich regelmäßig vom Frauenarzt untersuchen lassen. 

Wer sollte sich impfen lassen? 

Empfohlen wird die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von 12-17 Jahren. Hier tragen auch die Krankenkassen alle anfallenden Kosten.

Wie läuft die Impfung ab?

Die sichere und gut verträgliche HPV-Impfung wird in den Oberarm verabreicht. Drei Impfungen in einem Zeitraum von 12 Monaten sind nötig, um einen verlässlichen Schutz aufzubauen. Dieser hält dann mindestens fünf Jahre an.

Welcher Arzt ist der richtige?

Du kannst dich beim Arzt deiner Wahl impfen lassen. Es ist vollkommen egal, ob dies der Hausarzt, Jugendarzt oder Frauenarzt ist.

Was muss ich vor der Impfung beachten?

Lass dich von deinem Arzt zu der Impfung beraten und aufklären. Generell vor Impfungen solltest du ausreichend trinken und essen. Wer Angst vor Spritzen hat, legt sich am besten auf die Behandlungsliege.

Was muss ich danach beachten?

Wichtig! Auch nach der Impfung solltest du dich regelmäßig vom Frauenarzt checken lassen. Mit dem Duo aus Impfung und jährlicher Krebsfrüherkennung durch den Frauenarzt bist du ideal geschützt. Für Frauen ab 20 Jahren übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Krebsfrüherkennungsuntersuchung.

Du bist noch nicht geimpft und willst wissen, wie andere Mädels das erlebt haben? Dann schau im Mädchen.de-Forum vorbei und tausch dich aus! 

>> Zum Forenbeitrag HPV-Impfung 

Weitere Infos rund um die HPV-Impfung findest hier: 

www.loveline.de – Aufklärungswebsite für Jugendliche der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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