• So sicher sind Verhütungs-Apps wirklich

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Verhütungs-App: So sicher ist die hormonfreie Verhütungsmethode

Verhüten ohne Hormone, das möchten viele Mädchen. Doch bisher gab es hier kaum sichere Verhütungsmethoden. Bis jetzt! Immer mehr Anbieter veröffentlichen Verhütungs-Apps. Aber ob die wirklich sicher genug für junge Mädchen sind?  Wir möchten euch Verhütungs-Apps vorstellen und erklären, wie diese funktionieren.

Inhalt

Wie genau funktionieren Verhütungs-Apps?

Wie sicher sind Verhütungs-Apps?

Was sind die Nachteile einer Verhütungs-App?

Welche Verhütungs-Apps gibt es?

Unser Fazit

Die meisten gängigen Verhütungsmittel wie die Pille enthalten Hormone, doch viele Mädchen klagen über Nebenwirkungen. Deshalb geht der Trend mittlerweile in Richtung hormonfreie Verhütung, wie dem Kondom oder der Spirale, ja sogar Apps sollen bei der "natürlichen" Verhütung helfen. Doch wie sicher sind Verhütungs-Apps wirklich? Und wie funktioniert die Verhütung mit dem Smartphone überhaupt? 

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Wie genau funktionieren Verhütungs-Apps?

Wichtig ist vor allem, dass du keine hormonellen Präparate verwendest, denn diese beeinflussen den natürlichen Zyklus. Hast du zuvor die Pille genommen, solltest eine Weile warten, bis du mit der Nutzung der Verhütungs-App beginnst, denn dein natürlicher Zyklus muss sich erst wieder einpendeln und das kann bis zu einem Jahr dauern. Ist dein Zyklus regelmäßig, kannst du mit der App beginnen.

Zunächst trägst du deine letzte Periode ein und anschließend misst du deine Tagestemperatur mit einem Basalthermometer. Ein normales Fieberthermometer funktioniert nicht, da dieses nicht so genau misst. Auch minimale Schwankungen erkennt ein Basalthermometer und zeigt eine vierstellige Temperatur an, heißt zwei Dezimalzahlen nach dem Koma. Deine genaue Körpertemperatur trägst du jeden Morgen um die selbe Uhrzeit in die App ein. Anschließend zeigt dir die App an, ob du an diesem Tag verhüten musst oder nicht, beziehungsweise, ob du fruchtbar bist oder nicht. 

Wie sicher sind Verhütungs-Apps?

Laut Pearl Index besitzen Verhütungs-Apps eine Sicherheit von 0,5, was gar nicht schlecht ist. Im Vergleich dazu hat die Pille beispielsweise 0,1 – 0,9. Kondome haben 2 -12 und ein Verhütungscomputer einen Index von 1 - 6. Damit schneidet die Verhütungs-App eindeutig besser ab, als die anderen hormonfreien Varianten. Nur die Kupferspirale ist noch etwas sicherer, ist allerdings für junge Mädchen auch nur bedingt empfehlenswert. Konkret bedeutet das, dass von 100 Frauen 5, trotz eines laut App sicheren Tages schwanger wurden. Dieser Wert kam bei einer einjährigen Studie mit 4000 Teilnehmerinnen im Alter von 25 bis 35 Jahren heraus.

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Was sind die Nachteile einer Verhütungs-App?

Damit die Methode auch wirklich wirksam ist, musst du jeden Tag deine Temperatur messen. Das bedeutet, du musst sehr gewissenhaft damit sein. Experten warnen sogar vor Verhütungs-Apps. Temperaturmessungen können ungenau sein und sollten unterbleiben, wenn die Frau ausschläft, wenn sie im Schichtdienst arbeitet, wenn sie Sport vor dem Schlafengehen betreibt, Stress hat oder verreist. Außerdem schützt dich diese Methode nicht vor Geschlechtskrankheiten, ist also daher nur etwas für lange, feste Partnerschaften. 

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Welche Verhütungs-Apps gibt es?

Es gibt zahlreiche Verhütungs-Apps, darunter auch viele schwarze Schafe. Achte auf Erfahrungsberichte, TÜV-Siegel und Ergebnisse von Stiftung Warentest. Hier stellen wir dir drei Apps vor.

Verhütungs-App: „Natural Cycles“

"Natural Cycles" wirbt damit, als einzige Verhütungs-App vom TÜV das Zertifikat „zuverlässig“ erhalten zu haben. Die App wurde von der Schwedin Elina Berglund Scherwitzl erfunden. Nachdem sie eine Pillenpause einlegen wollte, aber keine zuverlässige hormonfreie Methode für sich gefunden hatte, schrieb sie kurzerhand selbst einen Algorithmus, der den eigenen Zyklus berechnet. Dieser soll Unregelmäßigkeiten im Zyklus oder auch die Überlebensdauer von Spermien berücksichtigen. Preislich liegt die App bei 8,99 Euro pro Monat. Im Jahresabo kostet sie 64,99 Euro.

Um die Verhütungs-App zu nutzen, brauchst du einen Account bei „Natural Cycles“, auf den du entweder über deinen Webbrowser zu Hause am PC oder über die App zu greifen kannst. Die App gibt es sowohl für iOS, als auch Android und kann jeweils bei iTunes oder im Google Play Store heruntergeladen werden. 

Verhütungs-App: "Ovy"

Im Mai 2017 haben die Schwestern Lina und Eva Wueller eine die Verhütungs-App names “Ovy” gelauncht. Das Tech Startup sitzt in Hamburg und will Frauen dabei helfen, ihre reproduktive Gesundheit eigenständig zu kontrollieren. Dazu haben die Schwestern eine Zyklus-App und ein Basalthermometer entwickelt, das den genauen Tag des Eisprungs, die fruchtbare Phase und nächste Periode berechnet. Als Innovation zu bereits bestehenden Apps bietet Ovy einen Health Coach in der App, der Nutzerinnen sagt, wie sie passend zur aktuellen Zyklus-Phase trainieren und essen sollten. Das Smartphone hilft also bei der Verhütung und dem Kinderwunsch. Der Kostenpunkt des Basal-Thermometers liegt bei 14,90 Euro, die App ist kostenlos.

Verhütungs-App: NEOME

Auch NEOME soll Frauen die Möglichkeit einer sicheren hormonfreien Alternative eröffnen. NEOME wertet jeden individuellen Zyklus der Anwenderinnen regelkonform aus und ist speziell für Anfängerinnen konzipiert worden. Die App wurde von Nadine Stenger zusammen mit dem Lehrstuhl für psychologische Ergonomie der Universität Würzburg entwickelt. Sie verkauft kein eigenes Basalthermometer, sondern empfiehlt die Thermometer "basal digital" von GERATHERM (ca. 12 Eruo) oder das "Cyclotest" von UEBE (ca. 13 Euro) für die Temperaturmessung. Die App ist 30 Tage lang kostenlos, kostet danach im Einmonats-Abo 3,99 Euro, im Dreimonats-Abo 9,99 Euro und für das ganze Jahr 29,99 Euro

Unser Fazit zu Verhütungs-Apps

Die Idee, ohne Hormone zu verhüten, finden wir super, denn diese können immense Einflüsse auf den Körper haben. Jedoch ist und bleibt die Pille immer noch sicherer als die Verhütungs-App. Die App ist daher super für Paare, die schon länger zusammen und auch keine Teenager mehr sind. Sind du und dein Freund noch sehr jung, ist die Pille oder der Verhütungsring wohl immer noch die einfachere und sicherere Verhütungsmethode. Auf diese Methode solltest du also wirklich nur umsteigen, wenn du deinen Körper sehr gut kennst, gewissenhaft bist und wenn ein Baby zu bekommen, keine absolute Katastrophe für dich und deinen Freund wäre.

Möchtest du noch mehr über andere Verhütungsmethoden erfahren? Dann klick auf unsere Übersicht zum Thema Verhütung. Mach auch gleich noch unseren Test und erfahre, wie aufgeklärt du bist.

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