• Botschaft an Russland

    Ein Sieg der Toleranz: Conchita Wurst gewinnt für Österreich den ESC 2014. Aus Russland kommt nur Häme …

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Conchita Wurst erntet Kritik aus Russland

Samstagabend, 20:15 Uhr, Das Erste: Der Eurovision Song Contest 2014 lockte viele Zuschauer vor den heimischen Fernseher. Was viele zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Die Drag Queen Conchita Wurst wird mit dem Lied „Rise Like A Phoenix“ das Rennen für sich entscheiden. Und damit einen Sieg der Toleranz feiern. Doch der wird vor allem im konservativen Russland nicht besonders gut aufgenommen …

Fotos: Getty Images

Conchita Wurst ist eine Kunstfigur, die Tom Neuwirth geschaffen hat. Der Nachname kommt von „Es ist wurst“, der so viel bedeutet wie „Es ist egal“: „Am Ende des Tages ist es einfach wurst, wie man aussieht und woher man kommt, weil einzig und allein der Mensch zählt“, sagte Tom dazu gegenüber dem österreichischen Kurier.

+ + Zwei Personen, zwei Leben + +

Tom und Conchita sind jeweils eigenständige Persönlichkeiten, die sogar zwei verschiedene Lebensläufe haben. Während Conchita beispielsweise im kolumbianischen Hochland geboren ist, erblickte Tom am 6.11.1988 in Gmunden das Licht der Welt. Warum er die Kunstfigur überhaupt erschuf? Tom hatte Zeit seines Lebens immer wieder mit Diskriminierung zu kämpfen.

Also erschuf er eine Frau mit männlichem Bart – ein krasses Statement. Die Botschaft: Niemand sollte wegen seiner Herkunft, seines Geschlechts oder seines Aussehens eingeschränkt oder verachtet werden. „Einzig und allein der Mensch zählt“, schreibt Tom/Conchita auf seiner Webseite „conchitawurst.com“, „jeder soll sein Leben so leben dürfen, wie er es für richtig hält, solange niemand zu Schaden kommt.“

+ + Europa wird toleranter + +

Zeigt der Sieg beim Eurovision Song Contest 2014, dass Europa toleranter wird? Vermutlich. Doch während die Österreicher ihre neue „Königin“ feiern, hat Russland nur Häme übrig. Vor ihrem Auftritt richtete sich die Drag Queen auch direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Denn der treibt in seinem Land eine eher schwulenfeindliche Gesetzgebung voran: „Ich weiß nicht, ob er zuguckt. Aber falls ja, sage ich ganz klar: Wir sind unaufhaltbar (#unstoppable)“.

+ + Verbalattacken aus Russland + +

Russische Politiker reagierten nach dem Sieg mit scharfen Verbalattacken. Vizeregierungschef Dimitri Rogosin twitterte: Das Ergebnis zeige „Anhängern einer europäischen Integration, was sie dabei erwartet – ein Mädchen mit Bart“. Der nationalistische Abgeordnete Wladimir Schirinowski sagte im russischen Fernsehen sogar: „Unsere Empörung ist grenzenlos, das ist das Ende Europas. Da unten gibt es keine Frauen und Männer mehr, sondern stattdessen ein Es. Vor 50 Jahren hat die sowjetische Armee Österreich besetzt, es freizugeben war ein Fehler, wir hätten dort bleiben soll“. Letztes bezog sich auf die Besatzungszeit in Österreichs Osten nach dem Zweiten Weltkrieg.

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