• Kaninchen getötet

    In einer Live-Show hat der Moderator ein Kaninchen erschlagen, um Tiere zu schützen. Wie kann das sein?

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#Allangate: Kaninchen in Live-Sendung getötet

Dänemark steht gerade im Fokus von Tierrechtlern. In einem Studio eines öffentlich-rechtlichen Radiosenders wurde ausgerechnet in einer Sendung über Tierschutz ein Kaninchen mit einer Luftpumpe erschlagen. Wie bitte? Was hinter dieser Aktion steckt und warum sie auch in der Mädchen.de Redaktion die Gemüter erhitzt, liest du hier.

#Allangate: Kaninchen in Live-Sendung getötet

+++Was ist passiert?+++

Allan ist ein 9 Wochen altes flauschiges Kaninchen. Der Moderator nimmt es aus einer Kiste und schmust mit ihm - das Video kann man auf Facebook sehen. Dann wird das Kaninchen (angeblich) mit einer Luftpumpe erschlagen: Hier gibt es kein Video. Bevor das Kaninchen geschlachtet wurde, soll eine Tierschützerin außerdem versucht haben, den Moderator zu stoppen. Vergeblich! Die Tierschützerin wurde aus dem Studio gejagt und Allan, unter Anleitung eines Tierpflegers, mit einem Schlag ins Genick getötet. Seitdem tobt ein Shitstorm im Netz!

+++Warum wurde Allan getötet?+++

Ein weiteres Video zeigt einem Kochtopf, in dem das Kaninchen vor sich hin köchelt. Der Radiomoderator prostet fröhlich in die Kamera. Ein natürlicher Kreislauf: Menschen töten Tiere, um sie zu essen. Eigentlich nichts dabei, wenn man betrachtet, das jeder Deutsche im Schnitt 60 Kilogramm Fleisch im Jahr isst. Warum regen sich dann alle so sehr über das tote Kaninchen auf?

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Fein säuberlich abgepacktes, eingeschweißtes Fleisch ohne Blut und Knochen verbinden wir nicht mit lebendigen, süßen Tierchen, die man, wie das getötete Kaninchen, streicheln kann. An den Kühl- und Wursttheken, in Fast-Food Restaurants oder Steak-Häusern geht es nur um Konsum, um lecker und häufig auch um billig. Darüber, wie ein Tier leidet, in enge Ställe gequetscht ohne jemals das Tageslicht gesehen zu haben und leider häufig unter schrecklichen Zuständen knietief in der eigenen Scheiße steht, daran denken die wenigsten. Und dass die Tiere auch getötet werden, damit wir sie als Chicken Wings, Schnitzel, Bolognaise-Sauce oder Salami essen können, blenden die meisten Konsumenten auch aus. Aber nein, Fleisch wächst leider nicht auf den Bäumen! Fleisch essen wollen fast alle, wenn dann aber ein Kaninchen getötet wird, ist die Aufregung groß. Eigentlich ziemlich heuchlerisch, oder? Genau darauf wollte der dänische Radiosender hinweisen. Ob es ihm gelungen ist, ist die Frage.


+++Kikis Meinung zu dem #Allangate:+++

Warum machen wir Unterschiede zwischen den Tieren? Wieso ist es okay, Schweine, Kühe und Hühner zu töten und zu essen und bei Kaninchen, Hunden oder Katzen regen sich alle auf?
Ich esse kein Fleisch, seit ich das Buch „Skinny Bitch“ gelesen habe, das sich ausführlich mit den schrecklichen Bedingungen in der Fleischindustrie auseinander setzt. Ich empfinde es für mich als falsch, Tiere zu essen, egal, welches. Darum finde ich es auch schade, dass Allan getötet worden ist, um gegessen zu werden. Allerdings finde ich die Aktion trotzdem sehr gut – denn die Menschen verschließen die Augen davor, wie Tiere gehalten und getötet werden, um ihre Lust auf Fleisch zu stillen. Wird dann aber ein flauschiges Kaninchen getötet und gegessen, ist es ganz schlimm. Wo ist denn da die Logik? Ich finde den Radiosender sehr mutig – denn mit dieser, zugegeben heftigen Aktion, erreichen sie mehr Leute, als wie wenn sie sich mit Tierschutz-Postern auf den Marktplatz stellen. Wenn dadurch nur ein paar Menschen ihren Fleischkonsum kritischer hinterfragen, hat sich die Aktion gelohnt. Daumen hoch!

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+++Nathalies Meinung zu dem #Allangate:+++

„Und dann brachten wir unseren Praktikanten dazu, uns ein Kaninchen zu kaufen, damit wir es töten konnten“ (Moderator Kristoffer Eriksen gegenüber VICE.com/de): Im dänischen Radio wird während der Show das Kaninchen Allan erschlagen und danach verspeist – natürlich hat das Ganze eine Debatte losgetreten: Unter dem Hashtag #Allangate diskutieren immer mehr Leute darüber. Ich finde es wichtig, dass man sich darüber Gedanken macht, was man isst und woher es kommt – dennoch finde ich es nicht gut, wenn man ein Kaninchen live mit einer Luftpumpe erschlägt. Keiner, der Fleisch isst, wird jetzt sagen: „Oh, das arme Kaninchen, ich werde nie wieder Fleisch essen, weil ich jetzt endlich weiß, dass man Tiere töten muss, um sie zu essen.“ Das wissen wir alle. Doch wir blenden das aus. Und so wird es auch bei Allan laufen: Alle regen sich über das süße Kaninchen auf, aber keiner wird das jetzt zum Anlass nehmen und generell kein Fleisch mehr essen. Es ist ein neuer Massenaufreger, der jetzt die Gemüter erhitzt und bald schon wieder vergessen wird. Da sind Filme wie „Food, Inc“ oder „We feed the World“ deutlich effektiver und informativer – die zeigen auch, wie Tiere in Massentierhaltung gehalten werden. Ich bin nicht prinzipiell dagegen, Fleisch zu essen, doch ich finde es nicht gut, wie Tiere gehalten werden – jeder muss für sich selbst entscheiden, was er isst und woher er Fleisch beziehen will. Und auf Massentierhaltung wird man auch nicht aufmerksam, wenn man ein Kaninchen live erschlägt. Ich habe eher das Gefühl, dass Allan umsonst gestorben ist.
Und jetzt wollen dir deine Meinung wissen! Was denkst du über den Tod von dem Kaninchen?

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