• "Dicke sind nur zu faul!"

    Eine neue, deutsche Studie hat ergeben: Viele sind der Meinung, dass Dicke einfach nur zu faul sind zum Abnehmen!

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Katie Hopkins: "Dicke sind zu faul zum Abnehmen!"

Sie war im britischen Dschungelcamp, schreibt Kolumnen und ist bekannt dafür, ziemlich provokante Thesen von sich zu geben. Mit ihrer "My Fat Story"-Doku wollte sie beweisen, dass dicke Menschen einfach zu faul sind zum Abnehmen. Jetzt hat ein XXL-Report der DAK herausgefunden, dass Deutsche bei dicken Menschen ebenso denken, dass sie einfach nur zu faul seien und es ihre eigene Schuld sei.

Die Untersuchung zeigte, dass 36 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass "Fettleibige selbst schuld seien an den überflüssigen Pfunden und zu faul seien, um abzunehmen." Darüber hinaus finden 71 Prozent der Befragten die Menschen unästhetisch. Man muss dazu sagen: Hierbei geht es um adipöse Menschen, also Menschen, die schon fettleibig und nicht "nur" übergewichtig sind. 15 Prozent gaben sogar an, dass sie Fettleibige meiden! Wirklich krass. Befragt wurden übrigens rund 1.000 Menschen.

Schuld an der Fettleibigkeit, so die Teilnehmer, sei übrigens Bewegungsmangel und vieles Sitzen - das glaubt nämlich fast jeder Zweite. Gesundheitliche Gründe, wie eine Stoffwechselstörung, wurde von den Teilnehmern so gut wie gar nicht angegeben - die meisten gehen davon aus, dass man zu faul ist, nur Fast Food und Fertigprodukte isst und sich zu wenig bewegt.

+ + Katie Hopkins: "Dicke Kinder sind schlimm" + +

In einer neuen Kolumne auf der Seite "nowmagazin.co.uk" sagt die 39-Jährige: "Fette Kinder sind schlimm. Fette Eltern setzen ihre dicken Kinder an der Schule ab und das macht mich so wütend. [...] Ich sage schon immer, dass ein fettes Kind im Schatten von fetten Eltern lebt. Das dicke Kind geht durch die Schultore und die dicke Mutter sitzt im Auto, bemüht sich nicht mal aus dem Auto auszusteigen. Sie trägt immer noch ihren Pyjama!"

Doch es geht noch weiter: Hopkins ist der Meinung, dass dicke Menschen auf jeden Fall in eine extra Sportschule gehen sollten. Außerdem sieht sie Fat-Shaming, Diskriminierung oder Mobbing von dicken Kindern nicht als falsch an: "Es gibt eine Menge dicker Kinder und wir sagen nichts, weil es dann "Fat-Shaming" wäre oder Mobbing...der Meinung bin ich nicht. In England sind wir so lieb beim Mobben und denken, dass es okay ist, wenn Leute das Kentucky-Fried-Chicken-Menü pürieren und ihren Babys mit dem Löffel geben." Im Umkehrschluss kann man also sagen, dass Katie am Mobben von dickeren Kindern nichts Falsches sieht. Unfassbar, die Frau!

In der Doku zu "My Fat Story" sagt Katie noch viel krassere Dinge und will beweisen, dass fette Menschen einfach nur faul sind.

+ + Die Doku "My Fat Story + +

Mit 20 Kilo und ohne: Katie Hopkins' Selbstversuch (Foto: Twitter / TheSunNewspaper)

In einem Interview mit „The Sun“ 2013 erzählte sie beispielsweise mal, dass sie ihre Kinder nicht mit Kindern spielen lässt, die solch – in ihren Augen – eher dumme Vornamen wie Chardonnay, Chantelle oder Tyler haben. Nun trieb sie es auf die Spitze: In einer der zweiteiligen Dokumentation „My Fat Story“ nahm sie in drei Monaten 20 Kilo zu, um sie danach direkt wieder abzuspecken. Sie wollte ihre krude These, dass Dicke einfach nur zu faul zum Abnehmen seien, unter Beweis stellen. Anscheinend hat das Dschungelcamp bleibende Schäden hinterlassen.

In dem gleichen Interview, wo es damals um die Kinder ging, sagte Katie: „Würde ich dich einstellen, wenn du dick wärst? Nein, würde ich nicht. Du würdest einen falschen Eindruck bei meinen Klienten hinterlassen. Ich brauche Leute, die tatkräftig, professionell und effizient aussehen. Wenn du dickt bist, siehst du einfach nur faul aus.Vermutlich hatte sie damals schon den Entschluss gefasst, ihre These unter Beweis zu stellen.

+ + Sie nahm im Durchschnitt 6500 Kalorien pro Tag zu sich + +

In nur drei Monaten aß sie extrem viel, trieb keinen Sport mehr und nahm so sage und schreibe 20 Kilo zu! Sie wollte damit einfach beweisen, dass übergewichtige Menschen für ihr Schicksal selbst verantwortlich seien und einfach nur zu faul wären, wieder abzunehmen. Dafür schob sie monatelang Burger, Kuchen, Chips, Shakes und Schokolade in sich hinein – das ergaben bei ihr durchschnittlich 6500 Kalorien pro Tag. Das Ganze wurde auf TLC in einer zweiteiligen Doku ausgestrahlt. Und genau dieses Doku brachte ihr nun den Titel der „meistgehassten Frau Großbritanniens“ ein.

+ + Ihr Fazit: Dicke sind zu nur zu faul + +

Dann, drei Monate später, hatte sie alles wieder abgespeckt. Angeblich sogar ohne Fitnessstudio und Personaltrainer, sie reduzierte lediglich die Kalorienzufuhr und bewegte sich mehr. Ihr Fazit: Abnehmen ist ein Kinderspiel. Natürlich ignorierte das TV-Sternchen dabei gekonnt, dass Übergewicht auch ganz andere Faktoren als bloßes Fressen haben kann – Krankheit, Stress, Hormonstörung und und und, um nur einige Beispiele zu nennen.

Vielleicht könnte man ja das Ganze noch ein bisschen als positiv sehen, wenn man nicht die Kommentare von Katie beachten würde, die sowohl im Vorfeld als auch in der Sendung gefallen waren: „Du kannst nicht fett und glücklich sein.“, „Plus-Size-Models sind nicht hübsch.“, „Ich habe nichts gegen Magermodels“ und „Dicke sollen dafür bezahlen, dass sie so fett sind.“ Während eines Heulkrampfes in der Doku schluchzt sie: „Ich hasse diese fetten Menschen, die mir das antun!“. Damit war wohl auch das letzte Fünkchen Sympathie flöten gegangen.

+ + Ignoranz und Beleidigung + +

Und das Fazit der Geschichte? Katie Hopkins hat mit dieser Doku wohl kaum übergewichtigen Menschen geholfen. Es ist eher ein Doku der Ignoranz und der sinnlosen Beleidigung anderer. So kann man eben auch ins Gespräch kommen und sich in den Mittelpunkt rücken. Vielleicht sollte sie lieber beim Dschungelcamp bleiben – da soll das Essen ja ganz fantastisch sein…

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