• Diesmal ging er zu weit!

    Derber Humor? Aus diesem Grund kündigte Disney die Zusammenarbeit mit PewDiePie

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Hitler-Scherze & Co.: Disney beendet Zusammenarbeit mit PewDiePie

Der erfolgreichste YouTuber der Welt ist mit seinem speziellen Humor diesmal eindeutig zu weit gegangen – findet auch Disney und kündigte PewDiePie jetzt die Zusammenarbeit. Nun veröffentlichte der 27-jährige Schwede ein Statement zum Skandal. Was ist passiert?

Felix Kjellberg aka PewDiePie 2015 bei der Vorstellung seines Buchs

Felix Kjellberg aka PewDiePie 2015 bei der Vorstellung seines Buchs "This Book Loves You"

Das Video, um das es hauptsächlich ging, wurde zwar schon vor einem Monat gelöscht, doch erst jetzt reagierte die Marke auf den Shitstorm, den PewDiePie aka Felix Kjellberg damit ausgelöst hatte.

 

Mitte Januar hatte der YouTuber zwei indische Männer auf der Plattform Fiverr dafür bezahlt, ein Schild mit „Death to all jews“, übersetzt „Tod allen Juden“, hochzuhalten. Die Männer sprachen kein Englisch und wussten somit nicht, was sie taten. Nicht nur, dass dieser „derbe Scherz“ nun wirklich absolut unnötig und definitiv nicht lustig war, die Inder wurden auch noch von der Plattform, auf der man anderen Usern für alle möglichen Aktionen fünf Dollar zahlen kann, gesperrt.

 

Als ein Shitstorm folgte, entschuldigte sich PewDiePie für die Aktion und bat die Plattform darum, doch ihn zu sperren und nicht die indischen Jungs, die keine Ahnung hatten, um was für ein Schild sie da herumtanzten. Hinterher erklärte er in einem Video: „Aus irgendeinem bescheuerten Grund haben diese indischen Jungs das wirklich gemacht und 'Tod allen Juden' auf ihr Schild geschrieben. Und wisst ihr, das ist schon ziemlich komisch. Es ist vielleicht mein derber Humor, aber ich fand es schon lustig und ich denke nicht, dass es wirklich irgendetwas Antisemitisches ausgesagt hat. Ich denke, diese politische Über-Korrektheit wird uns noch alle in den Arsch treten.“

 

Das Problem an der Sache war allerdings, dass sich unter seinem Video recht schnell Nazis tummelten und ihn für die Aussage feierten. Das schlimme ist, das nun mal einige Leute diese Ansicht wirklich teilen. Kommentare wie „Schön, dass du endlich anfängst, für die weiße Rasse zu kämpfen“ oder „Sie (die Juden) wollen uns alle umbringen, kein Scherz“ fanden sich darunter.

 

Disney hat daraufhin eine Untersuchung von PewDiePies Videos veranlasst und insgesamt neun Clips gefunden, die „Scherze“ mit antisemitischem oder Nazi-Inhalt besaßen, unter anderem auch eins, worin er sagt „Hitler hatte Recht“. „Auch wenn Felix seine Beliebtheit dadurch erreicht hat, provokativ und respektlos zu sein, ist er in diesem Fall ganz klar zu weit gegangen und einige der Videos sind unangebracht. Wir haben daraufhin beschlossen, die zukünftige Zusammenarbeit mit ihm zu beenden“, hieß es in einem Statement. Disney hatte mit Felix die Webserie "Scare PewDiePie" produziert, die erstmals Anfang 2016 erschien.

 

PewDiePie selbst veröffentlichte nun ein langes Statement auf Tumblr, in dem er sich verteidigte und klar stellte, dass die Videos zwar "sehr beleidigend waren", aber er "in keiner Weise Hass in irgendeiner Form unterstützen" wolle.„Jedem, der sich unsicher ist, was meinen Standpunkt diesen Hass-Gruppen gegenüber betrifft, sage ich: Nein, ich unterstütze diese Leute in keiner Weise.“

 

PewDiePie hat die meisten Abos auf einem privaten YouTube-Kanal weltweit. Das macht ihn auch zum reichsten YouTuber der Welt: Seit 2010 soll er ca. 124 Millionen Dollar verdient haben, hauptsächlich durch die Video-Plattform, aber auch durch Werbe-Deals. 2015 veröffentlicht er sein Buch „This Book Loves You“.

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