• "Sweetie" überführt Pädophile

    Tausende Männer wollten Cybersex von ihr: Mit Hilfe eines fiktiven Mädchens hat eine Organisation Pädophile überführt

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„Sweetie“ überführt tausend Pädophile

Die Menschenrechtsorganisation „Terre des hommes“ hat mit Hilfe der computeranimierten Figur eines 10-jährigen philippinischen Mädchens innerhalb von nur zwei Monaten die Namen von 1000 Pädophilen an Interpol überreicht. Die Forscher gaben sich online als „Sweetie“ aus und lockten so die Männer, die Webcam-Sex von dem Mädchen forderten, in die Falle.

Foto: Youtube

+ + Cyber Sex Tourismus verbreitet sich immer mehr + +

„Cyber Sex Tourismus“ wird dieses schnell wachsende Phänomen genannt, in dem Männer mit Hilfe des Internets Kontakt zu Minderjährigen aufnehmen und dann sexuelle Leistungen von ihnen fordern. Da die wenigsten Opfer je Anzeige erstatten – sei es aus finanziellen Gründen oder weil sie gegen ihren Willen gezwungen werden – hat sich das Hilfswerk dazu entschlossen, aktiv zu werden. Denn vor der Aktion wurden nur sechs Männer angezeigt, obwohl Experten davon ausgehen, dass sich zu jeder beliebigen Zeit ungefähr 750.000 Pädophile im Internet aufhalten.

+ + In nur zwei Monaten forderten 20.000 Männer Cyber-Sex + +

Deswegen erschufen sie die kleine „Sweetie“. Unter diesen Namen loggten sich die Forscher dann in normale Chats ein und mussten nichts machen – schon nach wenigen Sekunden wurden sie mit privaten Nachrichten geradezu überschüttet. Erschreckend: Über einen Zeitraum von nur zehn Wochen meldeten sich über 20.000 Männer bei „Sweetie“ und forderten Online-Sex!

+ + Daten von 1000 Männern an die Polizei übergeben + +

Während die fiktive „Sweetie“ also mit den Männern aus hauptsächlich reichen Ländern chattete und sich auf einen Preis einigte, wurden andere Forscher aktiv und suchten nicht nur Wohnorte, sondern auch Telefonnummern, Namen und Fotos der Männer. Dabei wurde aber nicht gehackt, sondern ganz legal im Internet gesucht. „Sweetie“ stellte dabei immer wieder Fragen, die zu der Identität der Männer führten. Das zeigt auch, wie leicht es ist, jemanden zu identifizieren und wenn man wirklich will, alles über diese Person herauszufinden. Am Ende der zehn Wochen, am 4. November, übergaben die Forscher die Liste aller Namen an Polizei.

+ + Opfer leiden meist ein Leben lang unter den Misshandlungen + +

Die Opfer bleiben meist anonym. Terre des Hommes verweist aber auf Studien, in denen Kinder die Opfer dieser Ausbeutung werden unter Angst und Depressionen leiden, Aggressionen haben und keine richtigen Beziehungen aufbauen zu können. Sie sind für ihr Leben lang geprägt von den Misshandlungen. Anders die Täter. Sie gehen, nachdem sie ihre ca. 10 Euro bezahlt haben in die Arbeit oder ins Bett als wäre nichts gewesen. Allein auf den Philippinen sollen übrigens über zehntausend Kinder Opfer des Webcam-Sextourismus sein.

+ + Wie kann ich mich im Internet schützen? + +

Wie du dich im Internet vor solchen Übergriffen schützen kannst, erfährst du hier. Mädchen.de sagt dir, wie du sicherer im Netz unterwegs bist!