27. April 2020
Erblich bedingter Haarausfall – schon in jungen Jahren ein Problem?

Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen: Mitunter auch in jungen Jahren ein Problem!

Haarausfall macht gerade für Frauen die tägliche Pflegeroutine zum Horror: Während das Kopfhaar immer dünner wird, bleibt immer mehr der Pracht in Kamm und Bürste zurück. Doch in jungen Jahren stellt sich natürlich die Frage: Wie könnt Ihr erblich bedingten Haarausfall erkennen? Kann man schon frühzeitig was dagegen unternehmen? Und betrifft euch das überhaupt?

Mädchen mit Haarbürste voller Haare
© slavojubovski / Pixabay.com
Was tun bei erblich bedingtem Haarausfall? Es gibt heute verschiedene Ansatzpunkte.

Was ist erblich bedingter Haarausfall?

Bei 95 Prozent aller Frauen mit Haarausfall sprechen Mediziner von einer erblich bedingten Ursache. Der Grund: Die Haarfollikel mancher Frauen reagieren besonders empfindlich auf männliche Hormone, die sogenannten Androgene. Sinkt der Östrogen-Spiegel, kann den männlichen Hormonen weniger entgegengestellt werden.

Verschiedene Ursachen können dafür sorgen, dass im weiblichen Körper vermehrt Androgene vorkommen:

  • In den Wechseljahren geht die Produktion an weiblichen Hormonen zurück, sodass die Androgene dominieren. Jetzt registrieren viele Frauen, dass ihre Haare feiner und dünner werden.
  • Das polyzystische Ovarial-Syndrom betrifft Frauen im gebärfähigen Alter. Hier stört ein Stoffwechselungleichgewicht die Abläufe im Körper so stark, dass ein Übergewicht an männlichen Hormonen nicht nur Haarverlust, sondern auch Unfruchtbarkeit erzeugt.
  • Manche Tumore an den Nebennieren oder den Eierstöcken produzieren Androgene und erzeugen bei den betroffenen eine Vermännlichung samt Haarausfall. 
  • Einige Medikamente sowie Steroidhormone, die zuweilen in der Kraftsport-Szene aber auch als Schönheitsmittel eingenommen werden, wirken ähnlich wie das männliche Hormon Testosteron.

Welche Hinweise lassen sich erkennen? 

Es gibt keine wirklichen Frühanzeichen für erblich bedingten Haarausfall bei Frauen. Die meisten Fälle betreffen Frauen in den Wechseljahren. Doch Achtung: Jede zehnte Frau kann schon im Alter zwischen 20 und 30 einen sichtbaren Haarverlust erleiden. Meistens werden dabei die Haare am Mittelscheitel dünner. Solltet Ihr entsprechende Anzeichen entdecken, lasst das Ganze von einem Arzt prüfen!

Was lässt sich dagegen tun?

Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen kommt relativ häufig vor und trifft Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen. 

1. Haarwuchsmittel

Diese Mittel setzen auf unterschiedliche Inhaltsstoffe. In manchen Haarwuchsmitteln regen pflanzliche Extrakte wie Rosmarin und Koffein den Haarfollikel an, andere basieren auf pharmazeutischen Inhaltsstoffen wie Thiocyn oder Minoxidil. Gerade bei Letzterem ist die Wirksamkeit in Studien erwiesen, sodass auch viele Männer mit Haarausfall es nutzen. Für Frauen bieten sich außerdem Haarwuchsmittel mit 17-Alpha-Estradiol an. Dieses schwach wirkende Östrogen vermindert den schädlichen Einfluss von männlichen Hormonen auf den Haarfollikel.

2. Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel

Gerade Frauen in den Wechseljahren werden pflanzliche Präparate empfohlen, um die Symptome eines Östrogenmangels zu beheben. Neben Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen kann das auch Haarausfall sein. Frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel basieren auf Pflanzen, die östrogenähnliche Inhaltsstoffe haben, z.B. Mönchspfeffer, Traubensilberkerze und Johanniskraut.

3. Ausgewogene Ernährung mit Phytoöstrogenen

Bestimmte Lebensmittel enthalten Phytoöstrogene, die den weiblichen Hormonhaushalt ausgleichen können. Erforscht werden in dieser Hinsicht zum Beispiel die Lignane, die sich in Leinsamen und Kürbiskernen befinden, oder die sogenannten Isoflavone aus Sojabohnen und Hülsenfrüchten. Manchmal lässt sich durch eine abwechslungsreiche Ernährung mit reichlich frischem Obst und Gemüse eine leichte Störung des Hormonhaushalts bereits normalisieren. 

4. Medikamentöse Therapie

Frauen, die in den Wechseljahren an Hormonmangel leiden, erhalten in manchen Fällen eine Hormonersatztherapie, die bestimmte Symptome wie den Haarausfall verbessern kann. Hier besteht allerdings ein erhöhtes Risiko für Brustkrebserkrankungen. Wenn Ihr jung seid, einen Kinderwunsch habt und an PCOS leidet, könnt Ihr eine Therapie mit Clomifen und Metformin beginnen. Hier steht jedoch nicht der Haarausfall im Vordergrund, sondern die Steigerung der Fruchtbarkeit.

5. Spezielle Anti-Baby-Pillen

Einige hormonelle Verhütungsmittel enthalten Gestagene, die als Gegenspieler männlicher Hormone fungieren. Diese Präparate wirken Haarausfall, Akne und verstärktem Körperhaarwuchs effektiv entgegen. Sie eignen sich jedoch nur für junge Betroffene, die keinerlei Grunderkrankungen aufweisen, da viele von ihnen das Thrombose-Risiko erhöhen.

Fazit: Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten

Wenn Ihr jung seid, scheinen Probleme wie Haarausfall weit entfernt. Tatsächlich trifft erblich bedingter Haarausfall vor allem Frauen in den Wechseljahren. Doch auch schon mit Mitte 20 kann die Haarpracht am Mittelscheitel dünner werden. In solchen Fällen solltet Ihr mit einem Arzt abklären, worin die Ursache genau liegt und was sich dagegen tun lässt. Oft existieren wirksame Lösungen! 

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