• Megatrend Hanf – das kann das Wunderkraut

    Hanf wird auch in der Kosmetik immer beliebter

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Megatrend Hanf – das kann das Wunderkraut

Hanf war vor einiger Zeit noch nur als Droge bekannt und daher verpönt, und vielleicht kriegt deine Mama große Augen, wenn du ihr vorschlägst, Mittel aus Hanf für die Körperpflege zu probieren. Doch die neuen Produkte enthalten natürlich kein THC, den berauschenden Wirkstoff des Cannabis, dafür jede Menge gute Inhaltsstoffe.

Hanf in der Kosmetik

Hanf in der Kosmetik

Hanf hat eine unglaublich lange Tradition

Hanf ist eine jahrtausendealte Nutzpflanze, die schon für die Herstellung von Papier, von Bekleidung, von Baumaterial und für viele andere Zwecke verwendet wurde, und zwar in China, Indien und seit 5.500 Jahren auch in Europa. Während die meiste unserer Kleidung aus Baumwolle hergestellt wird, die während des Wachstums sehr viel Wasser verbraucht und mit giftigen Mitteln vor Insekten bewahrt werden muss, ist Hanf resistent gegen viele Schädlinge, wächst in unseren Breitengraden (anders als Baumwolle) und lässt sich ebenso gut verarbeiten. Man könnte also zum Beispiel die Umwelt schonen, wenn man mehr Kleidung aus Hanf herstellen würde. Ähnlich ist es mit vielen anderen Einsatzzwecken des Hanf. Als Kolumbus 1492 nach Amerika reiste, bestanden Segel und Taue seiner Schiffe aus Hanf. Die erste Jeans, von Levi Strauss 1870 produziert, war ebenfalls aus Hanf hergestellt. Auch das erste Buch, das Gutenberg drucken ließ (es war eine Bibel), wurde auf Papier aus Hanf gedruckt.

Hanf hat einen schlechten Ruf bekommen

Warum ist diese wertvolle und robuste, einheimische Pflanze aber so verteufelt worden? Als die industrielle Produktion immer mehr die Oberhand gewann, wurde Hanf von anderen Rohstoffen verdrängt. Damals konnte man die Pflanze noch nicht maschinell ernten und brechen. Hanfernte und -verarbeitung war und blieb Handarbeit und damit teuer. Baumwolle hingegen konnte man mit Maschinen verarbeiten, was deutlich größere Gewinne abwarf. Papier aus Hanf verlor an Bedeutung, als Holz zu dessen Herstellung eingesetzt wurde. Und für Medizin gab es die aufblühende Pharmaindustrie. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war es noch normal, Cannabis für einige medizinische Zwecke zu verwenden. Zwar durfte der „indische Hanf“ nur in der Apotheke abgegeben werden doch er war nicht grundsätzlich verboten. Das änderte sich 1924, auf der "Genfer Opiumkonferenz“, als Cannabis mit Opium, Morphin, Heroin und Kokain gleichgestellt und verboten wurde.

Hanf und Cannabis – wo ist der Unterschied?

Hanf und Cannabis gehören beide zur gleichen Gattung, und zwar zu Cannabis sativa der Familie Cannabaceae. Sie sind zwei Sorten der gleichen Pflanze. Hanf entwickelt jedoch deutlich mehr Pflanzenfasern, die für industrielle Zwecke wie Seile oder Gewebe verwendet werden können, Cannabis entwickelt andere Stoffe. Dazu zählen zum Beispiel das THC (Tetrahydrocannabinol) und das Cannabidiol (CBD). THC hat eine berauschende Wirkung, die für den schlechten Ruf der Pflanze als Droge verantwortlich ist, CBD wirkt kaum psychoaktiv, hat aber viele interessante und heilsame Wirkungen, die gerade erforscht werden:

Man entdeckt die medizinische Wirksamkeit der Pflanze wieder. Erstaunlicherweise kann eine Creme aus Hanf sogar bei hartnäckigen Erkrankungen der Haut wie Psoriasis oder Akne helfen, gegen die viele andere Mittel machtlos sind. Doch die neuen Mittel aus der alten Pflanze helfen gegen viele andere Symptome, wie Depressionen, ADHS, Krebs, Migräne, Parkinson-Krankheit, Ängste, Epilepsie und einige mehr. Wie genau das funktioniert, wird noch erforscht und ist nicht endgültig geklärt. Dadurch, dass kein berauschendes THC in den Mitteln enthalten ist und sie dadurch legal sind, kann jeder für sich selbst die Wirksamkeit austesten.

Hanföl als Mittel für die Schönheit 

Das Thema Schönheit kommt bei uns Mädchen immer zuerst, und viele von uns sehnen sich nach schönen, langen Haaren. Und tatsächlich gibt es auch hier eine Idee, wie sich die Wirkstoffe des Cannabis für die Schönheit einsetzen lassen. Das wertvolle Cannabidiol wird in Ölen gelöst, die auch für die Haarpflege verwendet werden können. Das Öl kann nicht nur zur Regeneration und Stärkung in die Haare eimassiert werden, sondern es lässt sich damit auch ein Shampoo herstellen. Der hohe Proteingehalt des Hanföls und seine feuchtigkeitsspendende Wirkung lassen das Haar schneller wachsen und gepflegter aussehen. Jede kann ja selbst einmal probieren, wie sich die Anwendung bei ihr auswirkt.

Übrigens soll das Öl auch, wenn es von innen angewendet wird, eine großartige Wirkung auf den Körper haben, denn es enthält alle wichtigen Fettsäuren, die den Körper nähren und stärken. Du kannst es für Salate verwenden oder auf ein Brot tupfen und essen.

Hanf gegen den Hunger der Welt?

Es ist keine neue Idee, Hanf als Nahrungsmittel zu verwenden – seine Samen werden heute noch in Russland und Asien gegessen. Das Besondere ist, dass die Nährstoffe in den Hanfsamen in einer so perfekten Kombination vorliegen, dass manche Wissenschaftler glauben, dass sich damit der Hunger in der 3. Welt bekämpfen ließe. Die widerstandsfähige Pflanze könnte bestimmt in schwierigen Regionen wie Afrika wachsen und den Menschen dort Aminosäuren, Öle und Fettsäuren liefern. Das gelingt mit Hanfsamen viel leichter als mit den meisten anderen, essbaren Pflanzen, die auf der Welt wachsen. 

Es bleibt also spannend rund um die neue, alte Pflanze, die viel zu lange in der Versenkung verschwunden war und ihrem neuen Ruf als wertvoller Rohstoff und Heilmittel alle Ehre macht.

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