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    Beim Shopping die Welt retten!

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Nachhaltiger Konsum: Beim Shopping noch schnell die Welt retten?

Was wäre, wenn du beim Shopping direkt noch die Welt retten könntest? Wenigstens ein kleines Stück. Alles, was du dafür tun müsstest: Ändere dich selbst und verändere damit die Welt. Jeder kleine Schritt zählt dabei.

Nachhaltiger Konsum ist sinnvoll

Nachhaltiger Konsum ist sinnvoll

Mehr als ein Hashtag

Nachhaltigkeit ist unglaublich populär und das birgt immer die Gefahr, dass aus einer guten Sache eine leere Worthülse wird – nur ein weiterer Begriff, den jeder um sich wirft, der als ökologisch bewussten Menschen hinstellen will. Was die meisten dabei vergessen: Nachhaltigkeit hört nicht an dem Punkt auf, an dem ich Obst nur noch in Bio-Qualität oder ausschließlich Fairtrade-Schokolade kaufe.

Das Konzept greift viel weiter, weshalb jeder Einzelne sich die Frage stellen muss, wie er seinen Lebensstil nachhaltiger gestalten kann. Ein Umdenken beim Konsumverhalten wäre da ein erster Schritt.

Was ist denn Nachhaltigkeit überhaupt?

Damit Du die Zusammenhänge verstehst, in die jeder Deiner Käufe eingeordnet werden kann, ist ein Schritt zurück sinnvoll, um die ganze Nachhaltigkeitsthematik in ihrer Gesamtheit besser überblicken zu können. Am Anfang – oder besser: von Anfang an – ging es bei dem Thema um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen. Mit Bäumen, um genauer zu sein, was möglicherweise auch der Grund dafür ist, dass Nachhaltigkeit häufig mit Umweltschutz gleichgesetzt wird.

Das ist nicht komplett falsch, aber der Schutz von Natur und Klima ist nur ein Teilaspekt. Selbstverständlich werden für alle die Waren, die Du irgendwo kaufen kannst, natürliche Ressourcen verbraucht. Entweder, weil die Produkte daraus bestehen oder weil die Produktion ohne nicht funktioniert.

Gleichzeitig sind in die Produktionsprozesse aber Menschen involviert, die in vielen Teilen der Welt ebenfalls Schutz und Unterstützung benötigen. Die soziale und die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit lassen sich aber nicht getrennt voneinander betrachten.

Bei nachhaltiger Produktion geht es nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und vieles mehr.

Bei nachhaltiger Produktion geht es nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und vieles mehr.

 

Deswegen solltest Du Unternehmen und Hersteller, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben, mit einem kritischen Auge betrachten:

  • Kümmern sie sich wirklich um alle Belange nachhaltiger Produktion, von der Rohstoffgewinnung über den Transport bis zum Verkauf und darüber hinaus bis zur Entsorgung der eigenen Produkte?
  • Sorgen sie für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen, die sie einsetzen?
  • Sorgen sie für faire Arbeitsbedingungen bei allen ihren Mitarbeitern, sowohl was deren Rechte als auch deren Sicherheit angeht?
  • Bringen sie sich in die Gesellschaft ein und nehmen sie die Corporate Social Responsibility ernst, indem sie beispielsweise soziale Projekte unterstützen oder diese sogar anstoßen?

Diese Fragen sind allesamt wesentlich, um zu verstehen, ob ein Unternehmen wirklich nachhaltig handelt und wirtschaftet. Oder ob es nur darüber redet, weil Nachhaltigkeit mittlerweile ein wichtiger Verkaufsfaktor geworden ist. Solches Greenwashing ist in Wirtschaft und Industrie nicht unüblich, es ist auf den ersten Blick oft gar nicht als schlichte Marketingmaßnahme ohne konkreten Hintergrund zu erkennen.

Dadurch wird es im Alltag manchmal schwierig, den Wunsch nach nachhaltigem Konsum immer einzuhalten. Denn es reicht nicht, einfach blind auf die guten Absichten der Firmen zu vertrauen. Nachhaltiger Konsum bedeutet vor allem, sich zu informieren, sich kritisch mit den Dingen und ihrer Herkunft auseinanderzusetzen, die man kauft. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass es leicht wird, oder?

Weniger Müll durch weniger Coffee-to-go im Plastikbecher – auch ein Beispiel für nachhaltigeren

 Weniger Müll durch weniger Coffee-to-go im Plastikbecher – auch ein Beispiel für nachhaltigeren Konsum.

Nachhaltiger Konsum fängt bei Dir an

Wenn Nachhaltigkeit also die Antwort auf globale Probleme sein soll, fragst Du Dich vielleicht, was Du dann überhaupt dazu beitragen kannst. Eine ganze Menge, denn jeden Tag hast Du, ohne dass es Dir womöglich bewusst ist, viele Entscheidungen zu treffen, bei denen es sicher auch eine nachhaltige Alternative gibt. Abgesehen davon fängt jede große Veränderung erst im Kleinen an. Deswegen solltest Du diese Entscheidungen ganz bewusst angehen – nur so kannst Du ein Gefühl dafür entwickeln, welche Folgen sie haben können. Nicht nur für Dich.

Der erste Schritt besteht darin, Dich zu informieren:

  • Zum Beispiel bei Leuten, die bereits nachhaltig leben und anderen Menschen zeigen, wie das funktionieren kann.
  • Ansonsten findest Du im Netz zahlreiche Möglichkeiten wie das Lexikon der Nachhaltigkeit, das Dir alles Wissenswerte zum Thema von A bis Z liefert.
  • Zusätzlich kannst Du auch beim Rat für Nachhaltige Entwicklung vorbeischauen, der von der Bundesregierung bestellt wird und bei dem Du neben allen wichtigen Themenbereichen außerdem Infos zu Projekten und Veranstaltungen finden kannst.

Darüber hinaus beschäftigen sich viele Institutionen und Vereine mit Nachhaltigkeit, angefangen bei diversen Umweltschutzorganisationen. Falls Du direkt auf den Seiten von Firmen nachforschst, solltest Du immer im Hinterkopf behalten, dass die dort gebotenen Informationen gleichzeitig dazu sind, das Konzern-Image zu pflegen. Da lohnt sich manchmal eine zweite Meinung.

Saisonal und regional kaufen ist sozusagen der Klassiker des nachhaltigen Konsums.

Saisonal und regional kaufen ist sozusagen der Klassiker des nachhaltigen Konsums.

Neue Gewohnheiten

Zugegeben, Konsum wird uns leichtgemacht. Der Wettbewerb unter den Herstellern von Konsumgütern und die schiere Masse an Waren, die diese produzieren, macht viele Dinge billig. Oft so billig, dass sie einfach weggeworfen werden, wenn sie defekt oder schlecht sind. Das gilt für Lebensmittel genauso wie für Smartphones. Nachhaltig geht allerdings anders.

Wie unsere Gewohnheiten zur Billig- und Wegwerfkultur beitragen

Wie weit die Wegwerfkultur immer noch in unserem Verhalten verankert ist, zeigt sich besonders deutlich an etwas, das sozusagen zum Symbol dieser Mentalität geworden ist: die Plastiktüte. Die gehört irgendwie dazu, beim Einkauf im Supermarkt, beim Klamottenshoppen, eigentlich überall. Das ist praktisch, weil man sich keine Gedanken darüber machen muss, wie die Einkäufe denn jetzt nach Hause transportiert werden sollen. Und weil die Tüten einfach entsorgt werden können.

Dass wir damit zu einem globalen Plastikproblem beitragen, ist hinlänglich bekannt. Trotzdem herrscht bei zu vielen Leuten immer noch die Vorstellung, dass sie das nicht betrifft. Allerdings müssten die gar nicht erst in Urlaub fahren, um an einem Plastikmüll-verdreckten Strand zu landen, den sie selbst mit ihrer Wegwerfmentalität „mitgestaltet“ haben. Plastikpartikel kommen mittlerweile in wahnsinnig vielen Produkten direkt wieder zu den Verbrauchern zurück – gerne auch in Lebensmitteln.

Der Einkauf funktioniert auch gut, wenn Du auf Plastiktüten verzichtest.

Der Einkauf funktioniert auch gut, wenn Du auf Plastiktüten verzichtest.

Dabei könnte das Problem zumindest teilweise verringert werden, wenn jeder ein wenig mehr auf seine Gewohnheiten beim Shopping achtet. Wenn Du ohnehin mit der Absicht losziehst, etwas zu kaufen – warum dann nicht gleich Mehrwegtaschen mitnehmen, um alle Errungenschaften darin unterzubringen? Das ist nur ein Beispiel dafür, wie das Verändern Deiner Gewohnheiten zum nachhaltigeren Konsum beitragen kann.

Wo die Grenzen der Absicht zum nachhaltigen Konsum liegen

Nachhaltig zu konsumieren ist zwar eine bewusste Entscheidung von Dir, allerdings ist es nicht immer möglich, die auch in die Tat umzusetzen. Anders als bei unseren Gewohnheiten, gibt es beispielsweise beim Angebot nachhaltiger Produkte nur wenige Möglichkeiten, die Veränderungen selbst herbeizuführen. Wenn es keine Läden gibt, die solche Artikel führen oder die angebotenen Produkte einfach nicht nachhaltig sind – dann gerät das Vorhaben des nachhaltigeren Konsums ohne eigenes Verschulden schnell ins Stocken.

Die Entscheidung für diese Form des Konsums mag daher zwar bei Dir liegen. Aber es liegt eben nicht immer in Deiner Hand, ob Du sie im Alltag wirklich umsetzen kannst. Unter solchen Voraussetzungen hilft dann nur Umdenken. Obst und Gemüse direkt beim nächsten Bauern kaufen, zum Beispiel. Trotzdem kann es sehr unbefriedigend sein, in seiner Wahlfreiheit eingeschränkt zu sein. Damit musst Du leider immer wieder rechnen.

Nicht nur beim Klamotten-Shoppen ist es oft (noch) nicht so einfach, nachhaltige Artikel zu finden.

Nicht nur beim Klamotten-Shoppen ist es oft (noch) nicht so einfach, nachhaltige Artikel zu finden.

Apropos rechnen: Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, ein nachhaltiger Lebensstil sei mit höheren Kosten verbunden. Das ist aber nur bedingt richtig. Zwar stimmt es, dass nachhaltig produzierte Produkte aufgrund des höheren Aufwands bei der Herstellung tatsächlich teurer sind.

Aber wenn Du es richtig angehst, kannst Du durch den bewussteren Konsum durchaus sogar günstiger leben. Nicht zuletzt dadurch, dass nachhaltiger Konsum eben auch bedeutet, maßvoller zu konsumieren. Das ist eine denkbar einfache Rechnung – wenn du insgesamt häufiger mal verzichtest und nicht gleich alles kaufst (und noch dazu zu viel davon), gibst Du automatisch weniger aus.

Das hat ebenfalls hauptsächlich mit Deinen Gewohnheiten zu tun. In erster Linie ist es ein Umdenk- und Lernprozess. Von dem viele Parteien profitieren und Dein Geldbeutel ist langfristig betrachtet eine davon.

Was kannst Du tun?

Mittlerweile dürfte klar sein, dass Deine Aufgabe für den Anfang darin besteht, mehr über Dein bisheriges Konsumverhalten nachzudenken. Damit hast Du den ersten Schritt gemacht, um konkrete Veränderungen folgen zu lassen. Nur einige Beispiele, wo Du damit wirklich etwas ausrichten kannst.

Stylish – aber nicht um jeden Preis

Nachhaltige Mode lässt Dich aussehen wie einen Klischee-Öko, weil die Klamotten alle aus unbehandeltem Leinen und Hanf gemacht sind? Das könnte kaum weiter von der Wahrheit entfernt sein, denn nachhaltige Modelabels wissen sehr wohl, was gerade angesagt ist und bringen das dann auch in ihre Läden. Für den Großteil der Kleidung, die es zu kaufen gibt, sind aber andere verantwortlich.

Fast Fashion und warum Du darauf verzichten solltest

Fast Fashion ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Zum einen als Begrifflichkeit, für die es keine eindeutige Definition gibt. Zum anderen wegen der Geschwindigkeit, mit der Massenware auf den Markt kommt. Das ist gleichzeitig auch eine der Definitionen in diesem Zusammenhang: Immer mehr Kollektionen, immer schneller produziert und verkaufsfertig gemacht, was genauso für Bestseller im Sortiment gilt, die nach Möglichkeit ständig verfügbar sein sollten.

Problematisch sind vor allem die Folgen und die Umstände dieser schnellen Massenproduktion. Günstige Klamotten verführen dazu, mehr zu kaufen, als eigentlich gebraucht wird. Im Zweifelsfall wandern die Kleidungsstücke irgendwann auf direktem Weg in den Müll oder die Altkleidersammlung, ohne jemals getragen worden zu sein. Bei der Herstellung wiederum kommen häufig unzählige Chemikalien zum Einsatz, die für Mitarbeiter wie für die Umwelt gleichermaßen schädlich sind.

Dein Geld für Klamotten kannst Du daher auf jeden Fall besser anlegen. Und zwar lieber in weniger Teile, in denen Du dafür in jeder Hinsicht ein gutes Gefühl haben kannst. In Zukunft möglicherweise sogar in den Klamotten der bekannten Modeketten. Mit Deinem Kaufverhalten kannst Du dabei helfen, dass sich die Modebranche in eine andere, nachhaltigere Richtung entwickelt.

Woran Du nachhaltige Mode erkennst

Damit Du beim Klamotten-Shopping nicht danebengreifst und aus dem riesigen Angebot wirklich die Teile angelst, die nachhaltig produziert wurden, gibt es verschiedene Hilfestellungen. Per Smartphone zum Beispiel, denn mit Hilfe einiger Apps kannst Du direkt im Laden prüfen, wie es um die Produktionsbedingungen bei einem bestimmten Hersteller oder eines bestimmten Artikels bestellt ist.

Ansonsten kannst Du Dich an den bekannten Gütesiegeln orientieren. Was wiederum bedeutet, dass Du Dich über die Siegel informieren solltest, denn die beurteilen längst nicht alle Kriterien, die zu einer nachhaltigen Produktion gehören. Ein Anhaltspunkt sind sie aber allemal.

Pflege und Styling nachhaltiger gestalten

Bei Kosmetikprodukten sieht es übrigens ganz ähnlich aus. Nur, dass es mit der praktischen Umsetzung im Alltag vielleicht noch etwas schwieriger werden könnte. Uneinheitliche Bedingungen, die für eine Zertifizierung notwendig sind, uneinheitliche Definitionen, was genau denn jetzt „Naturkosmetik“ ist – wenn Du bei Pflege und Styling nachhaltiger einkaufen möchtest, wirst Du vorher nicht an einer ausgedehnten Recherche vorbeikommen. Denn jedes Öko-Siegel hat eigene Kriterien, die jeweils eigehalten werden.

Wie nachhaltig sind Kosmetik- und Pflegeprodukte wirklich? Wie nachhaltig können sie überhaupt sein?

Wie nachhaltig sind Kosmetik- und Pflegeprodukte wirklich? Wie nachhaltig können sie überhaupt sein?

Ein ernsthaftes Problem ist der anfallende Verpackungsmüll. Der lässt sich im Prinzip nur vermeiden, wenn Du weniger Produkte kaufst – und zwar die, bei denen am wenigsten Verpackung mitkommt. Gut möglich, dass Du einige Zeit investieren musst, bis das Ziel erreicht ist. Unter Umständen mit Kompromissen.

Sei keine Verschwenderin

Was für den Klamottenkauf gilt, stimmt genauso für das Einkaufen von Lebensmitteln: Nur, weil es in den Supermärkten übervolle Regale gibt, muss das nicht automatisch zu einem übervollen Einkaufswagen führen.

Vom Feld in die Tonne – Lebensmittelverschwendung als Riesenproblem

Die Vereinten Nationen verfolgen das Ziel, bis zum Jahr 2030 die Menge der Lebensmittelabfälle zu halbieren. Was sich in Deinem Haushalt vielleicht noch nach recht wenig anfühlt, summiert sich aber deutschlandweit in jedem Jahr zu ungeheuren Müllbergen – da fallen in einem Monat auch schon mal um die 300.000 Tonnen Lebensmittelreste an. Da kann es keine Ausrede sein, dass es zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede gibt. Bei dem Thema ist jeder gefragt.

Was an und für sich bedenklich genug ist, erweist sich als noch weitaus schlimmer, wenn man sich das ganze Ausmaß dieser Verschwendung ansieht: Nicht nur, dass die weggeworfenen Lebensmittel verschwendet wurden, das Gleiche gilt auch für all die Ressourcen, die es für deren Herstellung, den Transport und die Lagerung braucht. Vom Ackerboden über Wasser bis hin zur Arbeitskraft wird viel Aufwand für die – im wahrsten Sinne – Tonne betrieben.

Wie nachhaltiger Lebensmitteleinkauf geht

Einer solchen Verschwendung kannst Du aber mit vergleichsweise einfachen Mitteln entgegenwirken. Angefangen bei Deinem Einkauf. Der sollte sich grundsätzlich vor allem um

  • pflanzliche Lebensmittel,
  • Bioprodukte,
  • saisonales Obst und Gemüse aus der Region,
  • wenig Fleisch und Fisch,
  • ursprüngliche Lebensmittel,
  • fair gehandelte Produkte sowie
  • Getränke in Mehrwegverpackungen

drehen. Das allein sorgt nicht zwingend dafür, dass Du weniger Lebensmittel wegwerfen wirst, deshalb gilt außerdem bereits im Voraus zu planen, wie viel von den Produkten auf dem Einkaufszettel tatsächlich benötigt wird. Das Problem ist nämlich, dass besonders Großpackungen durch niedrigere Preise locken, wenn aber die Hälfte des Inhalts am Ende in den Müll kommt, ist die Ersparnis auch dahin.

Wenn Lebensmittel richtig gelagert werden, verderben sie weniger schnell und müssen daher nicht im Müll entsorgt werden.

Wenn Lebensmittel richtig gelagert werden, verderben sie weniger schnell und müssen daher nicht im Müll entsorgt werden.

Das berüchtigte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist ebenfalls ein wichtiger Faktor – allerdings nur in Verbindung mit Deinen Sinnen. Das MHD gibt nämlich keineswegs den Zeitpunkt an, ab dem ein Lebensmittel nicht mehr genießbar ist. Hast Du es richtig gelagert, kannst Du es auch einige Tage über das aufgedruckte Datum hinaus noch zu Dir nehmen. Vorausgesetzt, es besteht den Geruchs-, Seh- und Geschmackstest.

Bleiben Reste übrig, sollten diese direkt in die Planungen für die nächsten Rezepte aufgenommen werden. Im Zweifelsfall werden sie zu den Hauptakteuren in den nächsten Gerichten. Alternativ gibt es auch immer mehr Plattformen für Foodsharing. So freut sich jemand anders über das, wofür Du keine Verwendung mehr hast.

Schicken oder Shoppen?

Das Shopping wird mehr und mehr von den Einkaufsstraßen in die Wohnzimmer verlegt. Ist ja auch viel bequemer und spart Zeit, um überhaupt zum Lieblingsladen zu kommen. Also alles soweit gut mit dem Online-Shopping, oder?

Online einkaufen oder zum Shopping in die Stadt – was ist besser?

Tatsächlich war das in den vergangenen Jahren der allgemeine Tenor. Statt vieler Menschen sind nur noch die Paketboten unterwegs, es werden weniger Ressourcen für Transport und Lagerung verbraucht, also scheint Online-Shopping als ökologische Alternative zum Stadtbummel.

Grundsätzlich ist das nicht falsch, allerdings ganz so gut ist die Ökobilanz des Online-Handels dann wohl doch nicht. Aus verschiedenen Gründen:

  • Retouren sorgen dafür, dass die bestellten Artikel doppelt transportiert werden müssen. Das ist zwar der Standard in dem Geschäftsmodell, wird aber bei hohen Retourenquoten doch ein Problem – und deutsche Verbraucher nutzen den meist kostenlosen Rückversand sehr gerne und entsprechend häufig, wenn auch mit Unterschieden zwischen den Branchen.
  • Schnell und einfach jedes erdenkliche Produkt bestellen und erhalten zu können, ist logistisch im Prinzip kein sonderlich hilfreiches Modell, zumindest mit Blick auf die Ökobilanz: Oft werden Bestellung dadurch in unterschiedlichen Lieferungen verschickt, die Paketwagen sind nur zu einem Bruchteil ausgelastet und am Ende fahren sie doch öfter, als es etwa bei einer Zusammenfassung von Artikeln aus unterschiedlichen Bereichen (Klamotten, Bücher, Kosmetik, Lebensmittel etc.) möglich wäre – nur braucht die Lieferung dann wahrscheinlich etwas länger und ist nicht sofort da.
  • Was weitestgehend kaum oder gar nicht beachtet wird: Nicht nur für den Transport oder die Lagerung wird mehr Energie verbraucht – da viele zeitaufwändige Einkaufsfahrten durch das Online-Shopping entfallen, bleibt mehr freie Zeit. Und die wird wiederum gerne für Aktivitäten genutzt, die ihrerseits einen erhöhten Energiebedarf haben.

Insgesamt ist es allerdings eine höchst komplexe Angelegenheit, die Zusammenhänge zwischen dem Einkaufsverhalten und seinen direkten sowie indirekten Folgen zu erfassen. Da spielen eine Menge Variablen eine Rolle. Die wichtigste dabei: Dein eigenes Einkaufsverhalten.

Fahrrad statt Auto für den Weg zum Shopping – auch das ist ein Bestandteil des nachhaltigen Konsums.

Fahrrad statt Auto für den Weg zum Shopping – auch das ist ein Bestandteil des nachhaltigen Konsums.

Ändere Dich – und ändere die Welt

Darauf läuft es am Ende immer wieder hinaus. Es ändert sich nichts, solange Du Dich nicht selbst änderst. Leicht ist das sicher nicht. Alte Gewohnheiten müssen durchbrochen werden. Informationen eingeholt werden. Und zu allem kommt noch, sich in seinem Konsum selbst ein wenig einzuschränken. Keine Aufgabe, die Du ganz easy nebenbei erledigen kannst, sondern ein Prozess, der vermutlich ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Aber: Nichts wirklich Gutes ist einfach oder ohne Mühen zu erreichen.

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