23. Oktober 2020
Second-Hand-Fashion? Weg mit der Wegwerfkultur!

Second-Hand-Fashion? Weg mit der Wegwerfkultur!

Second-Hand-Fashion ist mittlerweile besser als ihr Ruf – doch das Erkennen aktuell noch nicht alle Konsumenten.

Flohmarkt
© pixabay.com © mermyhh
Der Unterschied zwischen Flohmarkt- und Second-Hand-Produkten ist häufig die Ausgangsqualität der Produkte. Fast Fashion landet auf dem Flohmarkt. Markenware wird second hand verkauft.

Wer sich auf die ursprüngliche Idee hinter Second Hand besinnt, der orientiert sich an der direkten Übersetzung des Trends, was so viel bedeutet wie „zweite Hand“. Benutztes bzw. Getragenes geht also von einer Hand in die Nächste. Dieses Grundprinzip birgt viele Vorteile, wie etwa oft deutlich günstigere Kosten, für die Second-Hand-Fashion im Vergleich zu Neuware zu haben ist, und der nachhaltigen Idee, dass Bekleidung, die nicht mehr gefällt oder nicht mehr passt mitnichten sofort auf dem Müll landen muss, sondern einer zweite Person noch lange Zeit Freude bereiten könnte.

Wo gibt es Second-Hand-Fashion?

Second-Hand-Fashion gibt es traditionell im stationären Handel, in sogenannten Second Hand Shops. Diese Variante ist für passionierte Flohmarkt-Besucher und all jene, die gerne Shoppen gehen, eine gute Adresse. Mittlerweile gibt es jedoch auch immer mehr Online-Shops, die Second-Hand-Kleidung anbieten. Der Online-Second-Hand-Händler ubup zum Beispiel präsentiert eine große Auswahl an Second-Hand-Kleidung auf einer Plattform. Dabei handelt es sich um Einzelstücke (oft sogar von namhaften Markenherstellern wie Hilfiger, Liebeskind und Co.), die in super Zustand und deutlich unter dem Originalpreis verkauft werden.
 

Schaufenster Puppen
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Wer einst viel Geld in teure Markenkleidung investiert hat, kann diese oft gut im Second-Hand-Handel weiterverkaufen. So wird die Lebenszeit der Produkte verlängert, was deutlich nachhaltiger ist, als Getragenes einfach wegzuwerfen.

Welche Vorteile birgt Second-Hand-Fashion?

Second-Hand-Fashion bringt allen Beteiligten Vorteile. Diejenigen, die nach einer „ich miste meinen Schrank aus“-Aktion nicht nur Fast-Fashion aussortieren, sondern auch hochwertige, gut erhaltene Kleidung, können diese durchaus noch zu Geld machen. Die Relikte aus Fast-Fashion-Käufen, bei denen der günstige Schnäppchenpreis mehr gelockt hat als der Blick auf Qualität und Herstellungsverfahren, ist hingegen eher etwas für den Online-Flohmarkt. 

Wer Markenkleidung aussortiert, kann diese deutlich besser Second-Hand verkaufen – direkt an einen neuen Käufer oder auch an die Betreiber der ubup Second-Hand-Plattform, die unter dem Markennamen momox zunächst Kleidung ANkaufen, die sie dann wieder auf der Second-Hand-Plattform VERkaufen. Der Vorteil beim Verkauf an eine Plattform wie diese ist der vergleichsweise simple Verkaufsvorgang: Was verkauft werden soll, wird bewertet und kostenlos an die Betreiber der Plattform verschickt. Der Versand kostet nichts; der vereinbarte Festpreis wird direkt ausgezahlt.

Ist nur Second-Hand-Fashion nachhaltig?

Blaue Jeans
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Zur Herstellung von einer Jeans werden etwa 8.000 Liter Wasser benötigt. Wird die Jeans weggeworfen, wenn sie nicht mehr passt oder gefällt, landen 8.000 Liter Wasser im Müll.

Nachhaltig ist jede Form der Weiterverwendung – der Verkauf auf dem Flohmarkt oder über die Second-Hand-Online-Plattform, die Spende an eine gemeinnützige Einrichtung oder die Weitergabe an Familienmitglieder oder Freunde. Jede Form des Recyclings – bei dem also etwas Benütztes (in diesem Fall getragene Kleidung) – weiter verwendet wird, ist nachhaltig, denn die Lebenszeit des Bekleidungsstücks verlängert sich dadurch. Je länger das Produkt (die Kleidung) nicht weggeworfen wird, weiter lebt und Freude beim Stylen bringt, desto eher amortisieren sich die Herstellkosten dafür. 

Unter die Herstellkosten fallen dabei nicht nur der Aufwand für Material und Arbeitszeit, sondern auch die Verwendung (oder Verschwendung) der Energieressourcen. Gerade bei Bekleidung wird viel Strom, aber auch Wasser benötigt. In Zahlen bedeutet das: Um ein Kilogramm Baumwollkleidung herzustellen, braucht der Produzent etwa 10.000 Liter Wasser. Für die Produktion einer Jeans, die etwa 800 Gramm wiegt, werden also 8.000 Liter Wasser benötigt.

Welche Kleidung lässt sich Second-Hand viel einfacher shoppen?

Markenkleidung ist Second-Hand viel günstiger zu bekommen. Darüber hinaus gibt es auch einige Produkte, die es im Second-Hand-Shop viel einfacher zu finden gibt als im klassischen Handel. Dabei handelt es sich meist um echte Kultprodukte von anno dazumal, die nun wieder unter den Modetrends zu finden sind. 

 Schlaghosen, die erstmals in den 1960er/70er Jahren angesagt waren, gibt es häufig im Second-Hand-Handel, denn wer sie einst getragen hat, muss heute nicht mehr zwingend hineinpassen und verkauft nun die alten Klassiker Second-Hand. Nun ist es eine gute Idee für alle Shopping-Fans zuzuschlagen, den Schlaghosen liegen jetzt wieder im Trend – und die Anführer der Trendsetter sind sicherlich all jene mit den Originalen von anno dazumal.

KLeiderschrank
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Wer regelmäßig seinen Kleiderschrank räumt, findet sicherlich das eine oder andere Teil, das nicht mehr getragen wird. Im besten Fall wird dieses dann second hand verkauft und ein neues Second-Hand-Kleidungsstück darf dafür einziehen.

Passt online geshoppte Second-Hand-Kleidung?

Auf professionellen Second-Hand-Plattformen Kleidung zu shoppen, ist wie im Online-Handel zu kaufen. Die Ware wird (nach einem Blick auf die Größe und den Schnitt) ausgewählt, bezahlt und geordert. Passt sie nicht, lässt sie sich zum oftmals kostenfrei wieder zurückschicken. Idealerweise werden Norm-Größen angegeben, die dabei helfen, passende Kleidung im Online-Shop zu finden. Wer sich in das Second-Hand-Kleidungsstück bereits verliebt hat, könnte auch selbst Hand anlegen und das passend machen, was bei der ersten Anprobe nicht ideal war. 

Grundsätzlich gilt dabei: Ein Kleidungsstück enger zu machen oder zu kürzen, ist meist möglich. Hosen zu verlängern oder Jacken und Blusen weiter zu machen, ist in der Regel nicht möglich. Wichtig ist der perfekte Sitz vor allem an der Taille (bei Hosen) und an den Schulter (bei Jacken und Oberteilen). Der Rest kann mit ein wenig Näh-Geschick noch zurecht geschneidert werden bis das alte-neue Kleidungsstück perfekt passt. Auch Kleidung zu pimpen, ist natürlich erlaubt.

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