• #JeSuisCharlie: Was ist das?

    Wir erklären euch, was es mit den vielen Bildern, die unter diesem Hashtag gepostet werden, auf sich hat.

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#JeSuisCharlie: Was bedeutet das?

Euch ist bestimmt der Hashtag #JeSuisCharlie in den letzten Tage schon aufgefallen, oder? Sowohl auf Facebook, als auch auf Instagram und Twitter posten viele Nutzer Bilder unter diesen Hashtag und wollen so ihr Mitgefühl mit allen Parisern und vor allem mit dem Satiremagazin Charlie Hebdo ausdrücken.

Nein, dieser Hashtag ist kein Kettenbrief, kein WhatsApp-Trend und auch kein neuer Hashtag um Aufmerksamkeit zu bekommen. Hinter diesem Hashtag verbirgt sich ein sehr ernster und unfassbar trauriger Hintergrund. „Je suis Charlie“ ist französisch und bedeutet: „Ich bin Charlie“. Auf den Bildern sind oft Karikaturen und Zeichnungen von Stiften zu sehen, die gegen eine Waffe „anmalen“. Sogar die Tagesschau blendete statt dem üblichen Panorama die Worte „Je Suis Charlie“ zu Beginn der Sendung ein.

Was genau ist passiert?
Letzten Mittwoch, also am 7. Januar 2015 hat sich in Paris ein furchtbares Attentat ereignet. Zwei bewaffnete und vermummte Männer stürmten am späten Vormittag das Gebäude der französischen Satire Zeitschrift „Charlie Hebdo“. Bei dem furchtbaren Anschlag wurden 10 Redaktionsmitglieder und Zeichner der Zeitschrift getötet. Außerdem zwei Polizisten.
Bereits im November 2011 wurde das Gebäude der Zeitschrift von verärgerten Lesern in Brand gesetzt. Der Täter wurde nicht gefasst, aber damals wurde niemand verletzt.

Wer sind die mutmaßlichen Täter?

Momentan wird angenommen, dass es sich bei den beiden Tätern um zwei französische Staatsbürgern mit islamistischen Hintergrund handelt. Die beiden jungen Männer wurden inzwischen in einer Fabrik aufgespürt. Nach Angaben der FOCUS-Online Seite sind die Brüder tot. Ein Dritter hat sich bei der Polizei gestellt. Er soll den beiden Brüdern auf der Flucht geholfen haben.

Warum wurde ausgerechnet bei dieser Zeitschrift das Attentat ausgeübt?
Die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ ist eine sogenannte Satirezeitschrift. Das bedeutet, dass in dieser Zeitschrift vor allem mit Hilfe von Bildern und Karikaturen über Politik, Religion und Weltanschauungen Kritik geäußert und in amüsanter Weise dargestellt wird. In Deutschland gibt es ähnliche Zeitschriften und Internetmagazine. Zum Beispiel „Titanic“, „Eulenspiegel“ oder auch www. der-postillon.com. Um eine politische Korrektheit hat sich das Magazin nie bemüht und die ganze Redaktion stand hinter dem was sie veröffentlichte. So gilt „Charlie Hebdo“ weltweit als Sinnbild für die Meinungsfreiheit, die in demokratischen Systemen ein sehr hohes Gut darstellt.


Unter anderem durch die Kritik an verschiedenen Ausprägungen unterschiedlicher Religionen, aber auch durch Kritik an Politik und der Gesellschaft, ist das Magazin bekannt geworden. So warenzum Beispiel auch in mehreren Ausgaben Karikaturen des Propheten Mohammed zu sehen. Das sich die Redakteure auf gefährlichen Boden mit ihren Zeichnungen bewegten war ihnen bewusst. Der Chefredakteur und ein weiterer Zeichner bekamen sogar Leibwächter.
"Kritik am Islam muss so banal werden wie Kritik an Juden oder Katholiken", sagte der Chefredakteur Charbonnier einst. Auch dieser kam bei dem Attentat ums Leben.

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