So gelingt der sichere Start in den Straßenverkehr

So gelingt der sichere Start in den Straßenverkehr

Tipps für Neulenker.

© Fotolia.com Hugo Félix

Jeder Fahranfänger freut sich darauf, endlich 18 zu werden und von da an allein Auto fahren zu dürfen. Doch die neugewonnene Freiheit hat auch ihre Tücken: Ab jetzt sind die Neulenker vollkommen auf sich gestellt, wenn es darum geht, das Geschehen im Straßenverkehr im Blick zu behalten, gleichzeitig immer angemessen zu fahren und rechtzeitig zu reagieren. Gerade in der Anfangszeit ist das gar nicht so einfach. Wir geben Tipps, wie Fahranfänger den Start in den Straßenverkehr meistern. 

Das passende Auto finden

Sobald der Führerschein bestanden ist, wollen Fahranfänger so oft es geht Autofahren – am liebsten natürlich mit einem eigenen Fahrzeug. Die Suche nach einem passenden Auto wirft einige Fragen auf, die es vor der Kaufentscheidung zu klären gibt. Nicht zuletzt hängt die Entscheidung auch damit zusammen, wie viel Geld zur Verfügung steht. Hier gibt es wichtige Informationen rund um das Thema Autokauf für Fahranfänger. 

Das ist beim Autokauf zu beachten

Die Entscheidung für das richtige Auto hängt von verschiedenen Faktoren ab: 

  • Etwa, wie oft der Fahranfänger damit unterwegs ist ob die Fahrten hauptsächlich im Stadtverkehr oder über Land stattfinden. 

  • Wichtig ist auch, ob das erste Auto langfristig oder nur übergangsweise genutzt werden soll. 

  • Außerdem sollte festgelegt werden, wie viel das Auto inklusive Sprit- und Wartungskosten maximal kosten darf. 

In Sachen Sicherheit sollte das Auto wenigstens ein Anti-Blockier-System sowie Airbags für die Fahrer- und Beifahrerseite haben. Bei Gebrauchtwagen ist darauf zu achten, dass sie aufgrund von Verschleiß und drohenden Reparaturen nicht älter als sieben Jahre sind und eine Laufleistung von maximal 100.000 Kilometern haben. 

Knapp bei Kasse – was nun?

Auch die Finanzierung des Autos will geklärt sein. Die meisten Fahranfänger stecken entweder noch mitten in der Berufsausbildung oder stehen kurz vor dem Abitur. Entsprechend gering fällt bei ihnen der Kontostand aus. Keine guten Voraussetzungen, um sich ein Auto zu kaufen. Selbst ein Gebrauchtwagen kann in dem Fall den finanziellen Rahmen sprengen. Doch es gibt verschiedene Optionen, wie sich auch ein Fahranfänger mit wenig Startkapital ein Auto leisten kann.

  • Autokauf auf Kredit

Wenn der Führerscheinnovize eine recht große Finanzspritze benötigt, um den Autokauf zu finanzieren, ist ein Kredit eine gute Lösung. Um den Kredit zu bekommen, der individuell am besten passt, gilt es einige Details zu beachten. Die einzelnen Bankinstitute vergeben ihre Kredite zu unterschiedlichen Konditionen. Bei der Autofinanzierung gibt es zudem verschiedene Varianten: Die Ballon- beziehungsweise Drei-Wege-Finanzierung und der Ratenkredit. Jede dieser Varianten bringt unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich

Während die monatlichen Raten bei der Ballonfinanzierung gering ausfallen, ist dafür die Abschlussrate umso höher. Meist ist dann eine Anschlussfinanzierung notwendig. Umgekehrt sind die monatlichen Raten beim Ratenkredit hoch, dafür entfällt die Abschlussrate. Langfristig betrachtet, ist das die günstigere Variante. 

Wird der Kredit bewilligt, wird der Fahrzeugbrief als Sicherheit bei der Bank hinterlegt. Darauf folgen die Auszahlung und der Autokauf. 

  • Geld bei der Familie leihen

Wer sich kein „fremdes“ Geld leihen möchte, kann sich im Familienkreis nach freiwilligen Spendern oder Geldleihen umschauen, um sich den Traum vom eigenen Auto zu erfüllen. Vor allem die Eltern oder Geschwister, die über das Budget verfügen, helfen oft gerne aus.

  • Lange dafür sparen

Die dritte Option ist mit Abstand am langwierigsten, dafür ist man finanziell unabhängig von anderen. Mancher Fahranfänger hat schon lange vor der Fahrprüfung ein bestimmtes Modell im Kopf, das er sich als erstes Auto kaufen möchte. Wer früh genug mit dem Sparen anfängt, kann den Autokauf komplett aus der eigenen Tasche finanzieren. 

Das Auto instand halten 

Die Sicherheit beim Fahren beginnt bereits bei dem Zustand des Fahrzeugs. Deswegen ist es wichtig, dass Fahranfänger früh lernen, welche regelmäßigen Checks nötig sind, damit das Auto jederzeit vollständig fahrtüchtig und verkehrssicher ist. 

TÜV/HU

Beim TÜV beziehungsweise bei der Hauptuntersuchung (HU), wie es offiziell richtig heißt, wird das Auto regelmäßig auf seine Verkehrstauglichkeit überprüft. Diese technische Sicherheitskontrolle ist staatlich vorgeschrieben. Ohne TÜV zu fahren, ist verboten. 

Bei Neufahrzeugen ist die erste Hauptuntersuchung nach drei Jahren fällig, ab da immer alle zwei Jahre. Wann es wieder soweit ist, steht im Fahrzeugschein und auch auf der Prüfplakette, die sich auf dem hinteren Nummernschild befindet. Werden bei der HU Mängel festgestellt, müssen diese schnellstmöglich beseitigt und das Auto nach vier Wochen erneut beim TÜV vorgeführt werden. Am besten überprüft man vor der offiziellen Kontrolle, ob beim Auto alles in Ordnung ist. 

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AU

Bei der Abgasuntersuchung (AU) wird überprüft, wie es um die Umweltverträglichkeit des Autos steht und ob das Abgasverhalten im Normbereich liegt. Seit 2010 ist die AU Bestandteil der Hauptuntersuchung, vorher wurde die Untersuchung separat durchgeführt. Allerdings kann die AU weiterhin unabhängig von der Hauptuntersuchung erfolgen, maximal aber einen Monat vorher. 

Inspektion

Nach ein bis zwei Jahren oder nach 15.000 bis 30.000 gefahrenen Kilometern ist eine Inspektion fällig. Die genauen Richtwerte hängen vom Hersteller und dem Fahrzeugmodell ab.  Die Inspektion dient dazu, Schäden am Auto vorzubeugen und die Funktionsfähigkeit des Autos zu gewährleisten. Überprüft werden unter anderem:

  • Motoröl

  • Bremsflüssigkeit

  • Reifen und Räder

  • Karosserie und Fahrwerk

  • Bremsen

  • Motor

  • Lenkung

  • Ausstattung/Elektrik

  • Getriebe

Danach müssen Autofahrer selbst schauen

Zu diesen Checks kommen noch ein paar Dinge, um die man sich als Autofahrer selbst regelmäßig kümmern sollte. 

  • Kühlwasserstand

Der Motor kann nur einwandfrei funktionieren, wenn er beim Fahren nicht überhitzt. Dafür sorgt das Kühlmittel im Motorraum – sofern genug davon vorhanden ist. Deswegen sollte man regelmäßig den Kühlwasserstand kontrollieren: Liegt dieser im Bereich zwischen der Minimal- und Maximalanzeige, ist alles in Ordnung. Bei einem niedrigeren Stand muss Kühlflüssigkeit nachgefüllt werden. Eine ausreichende Konzentration an Frostschutzmittel verhindert, dass der Behälter im Winter friert und platzt.

  • Ölstand

Ein falscher Ölstand kann Motorschäden verursachen. Deswegen sollte man den Ölstand bei warmem Motor regelmäßig überprüfen. Dafür zieht man etwa zehn Minuten nach Abstellen des Motors den Ölmessstab heraus, säubert ihn mit einem Tuch und führt ihn erneut bis zum Anschlag in die Ölwanne ein. Anschließend erneut herausziehen und den Ölstand ablesen. Steht das Öl zwischen der Mindest- und Maximalanzeige, ist alles in Ordnung. Andernfalls muss entweder Öl nachgefüllt oder von einer Werkstatt abgelassen werden.

  • Reifen

Bei den Reifen ist darauf zu achten, dass sie immer ausreichend Luftdruck haben. Vor längeren Fahrten, spätestens aber beim Reifenwechsel, der zweimal im Jahr ansteht, sollte man den Reifendruck überprüfen sowie das Profil. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Experten empfehlen für Sommerreifen eine Profiltiefe von mindestens 3 mm und 4 mm für Winterreifen. 

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  • Wasser in der Scheibenwischanlage

Damit man durch die Scheiben immer freie Sicht hat und vor allem die Windschutzscheibe bei Verschmutzung gereinigt werden kann, muss immer ausreichend Wasser in der Wischanlage sein. Ansonsten ist es irgendwann schwer, andere Verkehrsteilnehmer, Ampeln, Straßenmarkierungen oder sonstiges zu erkennen. 

Wem das Wischwasser ausgegangen ist, sollte den Bestand schnellstmöglich nachfüllen. Dafür kann man entweder ein fertiges Mittel oder eine selbsthergestellte Mischung verwenden. Zum Selbermachen braucht man nur eine saubere Plastikflasche, die im passenden Verhältnis mit Wasser und Glasreiniger gefüllt ist. Gut schütteln und das Ganze in den Behälter im Motorraum geben. In den Wintermonaten sollte man auch etwas Frostschutzmittel dazugeben. 

  • Scheibenwischblätter

Wenn die Scheibenwischer Schlieren verursachen oder der Gummi spröde oder gerissen ist, wird es Zeit, die Scheibenwischblätter zu wechseln. Welche Scheibenwischblätter die richtigen sind, hängt unter anderem vom Automodell ab. Wenn die Scheiben sauber gehalten werden und das Auto nicht so sehr der Witterung ausgesetzt ist, halten die Wischblätter länger. 

  • Tankfüllung

Nicht zuletzt ist der Autofahrer auch dafür verantwortlich, dass das Fahrzeug immer über ausreichend Kraftstoff verfügt. Wie lange die Tankfüllung ausreicht, hängt von der Größe des Tanks, dem Grundverbrauch des Fahrzeugs sowie von der eigenen Fahrweise ab. 

Die Tankreserve reicht für maximal 50 Kilometer – allerspätestens, wenn die Tankleuchte blinkt, sollte man sich auf den Weg zur nächsten Tankstelle machen. Ganz leer fahren sollte man den Tank nicht, denn das kann zu Schäden am Motor führen. Außerdem kann sogar ein Bußgeld drohen, wenn man mit dem Auto stehenbleibt, weil der Tank leer ist. 

Sicherheitsrisiko Fahranfänger? Das muss nicht sein!

Junge Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren gelten in Deutschland als die Unfallverursacher Nummer eins. Durch die mangelnde Erfahrung und Fahrpraxis schätzen Fahranfänger Situationen oftmals noch falsch ein. Gleichzeitig stufen sie ihre Fahrkünste zu hoch ein. Diese Kombination macht sie zu einem Sicherheitsrisiko – für andere Verkehrsteilnehmer und für sich selbst. Damit es nicht so kommt, haben wir eine Reihe an Tipps für Fahranfänger zusammengestellt.

Routine antrainieren

Auch nach dem bestandenen Führerschein dauert es seine Zeit, bis sich Handgriffe automatisieren und es zur Routine wird, gleichzeitig das Fahrzeug zu steuern, zu schalten und den Verkehr im Blick zu behalten. Je mehr Übung man darin hat, Auto zu fahren, desto sicherer ist man im Fahrzeug unterwegs. 

Deswegen ist es wichtig, dass Neulenker von Anfang an am Ball bleiben und möglichst oft Auto fahren. Für die ersten Fahrten empfehlen sich zunächst kürzere, später auch längere Strecken. Vor allem auf unbekannten Routen sollte in der ersten Zeit lieber noch eine erfahrene Begleitperson mit im Auto sitzen. 

Fahrkünste realistisch einschätzen

Fahranfänger neigen dazu, das eigene Können zu überschätzen: Sie fahren mit erhöhter Geschwindigkeit und lassen womöglich nicht ausreichend Abstand zum Vordermann. Aufgrund ihrer mangelnden Fahrerfahrung können sie Gefahrensituationen aber noch nicht richtig bewerten oder im Notfall schnell genug reagieren. Die Kombination aus einer übermütigen Fahrweise und fehlender Routine ergibt nicht selten Verkehrsunfälle. 

Konzentriert bleiben

Das Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen, erhöht sich drastisch, wenn der Fahrer nicht konzentriert bei der Sache ist. Laute Musik, angeregte Gespräche mit dem Beifahrer, das Telefonieren oder Texten mit dem Handy und das Einstellen des Navigationsgerätes lenken vom Straßenverkehr ab, was schwerwiegende Folgen haben kann – auch für andere Verkehrsteilnehmer. Dafür reicht schon eine kurze Ablenkung von nur wenigen Sekunden aus. Generell, aber ganz besonders in der Anfangszeit, wenn die Reaktion noch langsamer ist, sollte man als Fahrer darauf achten, zu jeder Zeit mit voller Konzentration zu fahren.

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Sich nicht stressen lassen

Selbst nach dem bestandenen Führerschein fällt es Fahranfängern noch schwer, zu lenken, zu schalten und dabei die Schilder sowie den Straßenverkehr im Auge zu behalten. Das geht alles noch nicht so zügig von der Hand. Es ist auch ganz normal, dass Führerscheinnovizen ab und an noch das Auto „abwürgen“. 

Das macht so manchen Fahranfänger nervös, vor allem, wenn die anderen Autofahrer ungeduldig werden, weil es ihnen nicht schnell genug geht. Trotzdem sollte man sich als Fahranfänger vom Hupen und Drängeln nicht unter Druck setzen lassen. Stress führt schnell zu unbedachten Handlungen, die schlimmstenfalls in einem Unfall enden. Besser ist es, sich am Anfang etwas mehr Zeit zu nehmen und dafür richtig zu reagieren. 

Nicht zu schnell fahren

Der Bleifuß auf dem Gaspedal ist eine der Hauptursachen von Verkehrsunfällen mit Personenschäden. Selbst erfahrene Autofahrer können oft nicht richtig einschätzen, wie viel länger der Bremsweg bei erhöhter Geschwindigkeit wird. Vor allem Fahranfänger sollten sich unbedingt an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und genügend Abstand zum Vordermann lassen. Wer rast, bringt sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr und muss mit Strafen rechnen.  

Richtig handeln in Gefahrensituationen

Im Straßenverkehr lauern Gefahrensituationen. Diese sind in vielen Fällen wetterbedingt und können daher zu jeder Zeit auftreten. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Fahranfänger potenzielle Gefahren rechtzeitig als solche erkennen und dementsprechend handeln, damit es nicht zu Schäden oder einem Unfall kommt. 

Oberstes Gebot: Immer mit allem rechnen und sich auf die jeweilige Verkehrssituation einstellen. Dadurch lassen sich Gefahrensituationen frühzeitig erkennen und entschärfen.

Aquaplaning

Das ganze Jahr über kann es zu starken Regenfällen kommen. Sie sorgen dafür, dass sich auf den Straßen ein Nässefilm bildet, der für Autofahrer gefährlich werden kann. Auf der Straße haben die Autoreifen durch das Aquaplaning kaum Halt. Das kann dazu führen, dass das Heck ausbricht und das Auto ins Schleudern gerät. Im Extremfall schwimmt das Auto regelrecht auf der Straße, Kontrolle über den Wagen ist dann nicht mehr möglich. Abgefahrene Reifen und eine zu hohe Geschwindigkeit erhöhen das Risiko zusätzlich. 

Doch wie erkennt man Aquaplaning? Man hört dabei so etwas wie einen Schlag durch das Wasser und spürt es an der Lenkung, die nicht mehr gehorcht. Ist das der Fall, sollte man auf keinen Fall bremsen oder lenken, sondern die Geschwindigkeit dadurch drosseln, dass man das Gas wegnimmt. Zum Stabilisieren des Wagens sollte man sofort die Kupplung treten.  

Eingeschränkte Sicht

Die Sichtweite beim Fahren kann durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt sein, etwa durch Starkregen oder dichten Nebel. Vor allem Letzterer verändert auch die Distanzwahrnehmung und die Reaktionszeit verlängert sich. Das Risiko, einen Unfall zu verursachen, ist daher um ein Vielfaches erhöht.

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Umso wichtiger ist es, immer für gute Sicht zu sorgen. Dazu gehört es, dass die Lichtanlage einwandfrei funktioniert und dass die Scheibenwischer nicht schmieren. Bei starker Sichtbehinderung sorgen Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchten für mehr Durchblick:

  • Allerdings dürfen diese nur unter bestimmten Bedingungen eingeschaltet werden, weil das helle Licht ansonsten andere Verkehrsteilnehmer blendet. 

  • Nebelschlussleuchten dürfen erst benutzt werden, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt. Dann darf man auch nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren. 

  • Ab welcher Sichtweite Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden dürfen, hängt davon ab, ob man innerorts, außerorts oder auf der Autobahn unterwegs ist. 

Grundsätzlich muss man die Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann den Sichtverhältnissen anpassen, um einen Unfall zu vermeiden. 

Seitenwind

Eine vielfach unterschätzte Gefahr ist Seitenwind. Wenn er in Böen mit Sturmstärke bläst, kann er ein Auto aus der Spur werfen. Das ist besonders bei Überholmanövern gefährlich, vor allem, wenn es darum geht, einen LKW zu überholen. Denn vorher hat sich der Fahrer auf das Gegenlenken gegen den Wind eingestellt. Im Windschutz des LKWs muss er sich dann wieder anderen Windverhältnissen anpassen und sich erneut gegen den Wind stemmen.  

Gerade der letzte Schritt beim Überholen stellt eine Gefahr dar. Die ist umso größer, je höher das Auto ist. Geländewagen und Minivans etwa bieten dem Wind besonders viel Angriffsfläche. Wichtig ist, dass sich der Fahrer nicht von der Windkraft überraschen lässt und das Lenkrad gut festhält. 

Eis und Schnee

Bei Temperaturen um die Null Grad ist besondere Vorsicht geboten: Liegt Schnee auf der Straße, sollte man unbedingt die Geschwindigkeit anpassen und mehr Abstand zum Vordermann lassen. Der Bremsweg kann bis zu fünfmal länger werden als auf trockenem Asphalt. Vor allem, wenn sich zu dem Schnee noch Glatteis gesellt. Gerade an Ampeln und Kreuzungen kommt es im Winter häufig zu glatten Straßen, weil hier viele Bremsvorgänge durchgeführt werden. 

Generell sollten Autofahrer bei solchen Witterungsverhältnissen keine ruckartigen Lenkbewegungen machen und nicht abrupt bremsen, damit der Wagen nicht ins Schleudern gerät. Sollte es trotzdem dazu kommen: Auskuppeln, bremsen und schnell, aber gefühlvoll gegenlenken. Wenn das Fahrzeug nicht mehr reagiert, hilft nur eine Vollbremsung. 

Gerät das Auto in einer Kurve aus der Bahn: keine hektischen Manöver versuchen, sondern kurz und fest auf das Bremspedal treten (Bremsschlag), nur sanft mit dem Lenkrad korrigieren. Meist reicht es, das Tempo ein wenig zu drosseln, um das Auto wieder unter Kontrolle zu bringen. 

Wenn die Fahrbahn nach Eisregen mit Eis überzogen ist, sollte man das Auto stehen lassen und abwarten, bis der Straßendienst da war. Die Reifen haben auf der Eisfläche keine Haftung. Grundsätzlich sollte man im Winter nur mit Winterreifen fahren, weil Sommerreifen für Schnee, Eis und Matsch keine ausreichende Bodenhaftung haben. Untertouriges Fahren senkt das Risiko, dass die Reifen durchdrehen und der Wagen ausbricht.

Wildwechsel 

Wildtiere wie Rehe, Hasen und Füchse sind vor allem in der Morgen-und Abenddämmerung aktiv – auch in Straßennähe. Denn viele Straßen führen direkt durch Waldstücke oder vorbei an Feldern. Dadurch ist besonders zu dieser Tageszeit das Risiko für einen Wildunfall hoch. Gerade auf gefährdeten Strecken solle man sich vorsichtig verhalten und angemessen fahren, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Bewegt sich ein Tier auf die Straße zu, sollte man keinesfalls hektisch ausweichen und damit womöglich sich oder anderen Verkehrsteilnehmern schaden, sondern vorsichtig bremsen und das Lenkrad gut festhalten. 

Ein kontrollierter Zusammenstoß ist immer noch sicherer als ein Ausweichmanöver. Andernfalls besteht die Gefahr, einen Baum oder den Gegenverkehr zu rammen oder durch abruptes Bremsen einen Auffahrunfall zu riskieren. 

Bei Wildwechsel sollte man das Fernlicht abschalten, weil die Tiere sehr lichtempfindlich sind und bei zu grellem Licht nicht reagieren können. Am besten macht man sich zusätzlich durch Hupen bemerkbar, wenn ein Tier auf der Straße steht – das laute Geräusch kann das Tier verjagen.

Fehler anderer Verkehrsteilnehmer

Gefahrenpotenzial bieten natürlich auch die Fehler von anderen Verkehrsteilnehmern. Niemand ist perfekt und es kann immer mal vorkommen, dass jemand vor dem Abbiegen oder bei anderen Manövern den Verkehr nicht richtig im Blick hat. Ein vorausschauender Fahrer muss daher auch immer mit den Fehlern der anderen rechnen.

Das gelingt nur, wenn man sich weit in den Verkehr hinein orientiert. Dafür beobachtet man abwechselnd den Vordermann und blickt dann drei, vier Fahrzeuge weiter. Immer wieder sollte man über den Rück- und die Seitenspiegel auch schauen, was im rückwärtigen Verkehr passiert.

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