Strenge Strafen bei Verkehrsverstößen in der Probezeit - Das solltest du als Fahranfänger wissen

Strenge Strafen bei Verkehrsverstößen in der Probezeit - Das solltest du als Fahranfänger wissen

Führerschein bestanden? Gratuliere. All die Aufregung, das Pauken für die Theorie, die oberpeinlichen Momente, wenn du an der Kreuzung mal wieder den Motor abgewürgt hast, endlich vorbei. Was für ein geniales Gefühl. Jetzt musst du zeigen, dass du dich sicher im Straßenverkehr bewegen kannst. Dafür ist die zweijährige Probezeit da und die ist nicht ohne. Hältst du dich nicht an die Verkehrsregeln, wirst du in der Probezeit sogar härter bestraft, als ein langjähriger Autofahrer.

Neben den üblichen Bußgeldern und Punkten in Flensburg, die jeder Kraftfahrer bei Verkehrsverfehlungen zahlen muss, droht dir als Fahranfänger eine weitere empfindliche Strafe: Die Verlängerung der Probezeit. Im schlimmsten Fall sogar der Verlust des Führerscheins. Wir erklären dir, was es mit den ominösen A- und B-Verstößen auf sich hat und warum du insbesondere den A-Verstoß vermeiden solltest, wenn dir dein Führerschein lieb ist.

Was genau ist mit A- und B-Verstoß überhaupt gemeint?

Je nach Schwere werden alle Verkehrsverstöße von Fahranfängern in der Probezeit grob in zwei Kategorien eingeteilt:

  • Kategorie B
    Hier finden sich die leichten Verstöße, die oft im ruhenden Verkehr passieren. „Fahren mit abgefahrenen Reifen“ fällt zum Beispiel unter einen Kategorie B-Verstoß.

oder

  • Kategorie A

Hier sind alle schweren Ordnungswidrigkeiten anzusiedeln. Aus Sicht der Behörden wird’s dann schon brenzlig. Der Vorwurf „Alkohol am Steuer“ ist ein typischer A-Verstoß.

B-Verstoß in der Probezeit? Erst beim zweiten Mal hat’s Konsequenzen

Unterläuft dir ein B-Verstoß, ist das an sich noch kein Grund zur Besorgnis. Die Behörden verfahren hier noch frei nach dem Motto: „Einmal ist kein Mal“ und lassen die Sache vorerst auf sich beruhen.

Anders sieht die Sache aus, wenn du dir einen zweiten B-Verstoß, oder gar einen zweiten A-Verstoß leistest. Nun ist auch die Geduld der Behörden am Ende. Weil du innerhalb der Probezeit bereits das zweite Mal aufgefallen bist, wird deine Probezeit automatisch von 2 auf 4 Jahre verlängert.

Daneben wird dir die Teilnahme an einem Aufbauseminar für Fahranfänger vorgeschrieben, dass du aus eigener Tasche bezahlen musst. Kommst du dann immer noch nicht zur Einsicht und folgen zwei weitere B-Verstöße, spitzt sich die Lage langsam für dich zu. Eine schriftliche Verwarnung der Behörden trudelt ein. Bei insgesamt sechs B-Verstößen wird deine Fahrerlaubnis komplett eingezogen.

A-Verstoß in der Probezeit? – Kein Kavaliersdelikt

A-Verstöße sind keine Kleinigkeit, die mal eben so passieren. Lässt du dir eine Ordnungswidrigkeit der Kategorie A zuschulden kommen, sind die Folgen drastisch. Eine einzige A-Verfehlung reicht aus, um die lästige Probezeit, deren Ende du eigentlich herbeisehnst, automatisch von zwei auf vier lange Jahre zu verlängern.

Zusätzlich wirst du noch zu einem Aufbauseminar in einer Fahrschule verdonnert. Und das ist mit Kosten von 150-500 Euro, je nach Bundesland, kein Schnäppchen.

Hat all das nicht die gewünschte Wirkung gezeigt und du lässt dir noch einen zweiten A-Verstoß zuschulden kommen, folgt eine einzige schriftliche Verwarnung. Verhallt auch diese Warnung ungehört, wird beim 3.Verstoß dein Führerschein endgültig entzogen.

Fünf A-Verstöße, die unbedingt vermeiden solltest, wenn dir dein Führerschein lieb ist

  • Zu schnelles Fahren

Nicht jede Geschwindigkeitsübertretung ist gleich ein A-Verstoß. Erst, wenn du in der Probezeit die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um 20 km/h und mehr überschreitest, (sowohl innerorts, als auch außerorts) hast du dir einen A-Verstoß geleistet. Wirst du unter dieser Grenze geblitzt, ist das nur eine leichte Ordnungswidrigkeit und kostet dich ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Weitere spannende Infos dazu findest du auf bussgeldkataloge.de

  • Verstoß gegen die 0,0 Promillegrenze - Alkohol am Steuer

Schon seit 2007 gilt nicht nur für Fahranfänger, sondern grundsätzlich für alle Autofahrer unter 21 Jahren die Null-Promille-Grenze.

Das heißt für dich: Keinen Tropfen Alkohol, wenn du Auto fahren möchtest. Trinkst du trotzdem, fällt das unter die Kategorie schweres Vergehen, ist also ein A-Verstoß.

  • Im Auto mit dem Smartphone telefonieren

Das Handy sollte für den Fahrer tabu sein. Schon seit 2004 ist die Nutzung von Smartphones am Steuer verboten und damit nicht nur das Telefonieren, sondern die komplette Nutzung des Handys. Selbst das Ablesen der Uhrzeit ist nicht gestattet, wenn du das Smartphone dafür in die Hand nehmen musst. Nutzt du das Handy, ist das ein klarer A-Verstoß. Mit den bereits oben dargestellten Konsequenzen für dich.

  • Fahren ohne Begleitperson (Führerschein ab 17)

Auch wenn es manchmal verlockend ist, trotz Pflicht zum begleiteten Fahren

einfach mal allein ins Auto zu steigen. Hast du keine Begleitperson verfügbar, setz dich bitte nicht allein hinter das Steuer. Auch nicht für die kleinste Fahrt. Wirst du erwischt, wirst du dich wegen eines A-Verstoßes verantworten müssen.

  • Überfahren einer roten Ampel

Egal, wie lang die Zeitspanne war, in der die Ampel bereits auf Rot geschaltet hatte, bevor du lustig darüber gerauscht bist. Deine Aktion fällt auf jeden Fall in die Kategorie A-Verstoß. Und da gilt auch nicht die Ausrede, die Ampel sei weniger als eine Sekunde rot gewesen. Rot ist in diesem Fall rot.

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