Studieren oder eine Ausbildung machen – welchen Weg soll ich gehen?

Studieren oder eine Ausbildung machen – welchen Weg soll ich gehen?

Wie du herausfindest, was das Beste für dich ist.

Mädchen am Schreibtisch
© Pixabay

Es ist fast geschafft und du hast das Abi in der Tasche. Oder du bist beinahe fertig mit der Realschule und überlegst, ob du noch drei Jahre dranhängst, um studieren zu können. Natürlich kannst du auch als Hauptschülerin noch einen weiteren Schulabschluss machen, denn vielleicht ist der Traumberuf ja genau die richtige Motivation, die dich beflügelt. Die Frage ist, wo willst du in deinem Leben hin? Selbst das Problem mit Mathe kann überwunden werden, wenn du ein Ziel vor Augen hast!

Die Entscheidung für einen Beruf ist nicht leicht

Viele Jugendliche haben ein Problem damit, sich einen Beruf auszusuchen, während andere schon lange wissen, was sie einmal machen wollen. Der Job hat aber eine enorme Auswirkung auf das ganze Leben! Immerhin verbringst du später einen Großteil deines Lebens damit. In der Schule wirst du wahrscheinlich einige Praktika machen und lernst dabei verschiedene Berufe und auch Firmen kennen, die sich in deinem näheren Umkreis befinden. Das kann dir eine erste Orientierung geben, denn vielleicht fandest du den Gedanken spannend, in der Drogerie zu arbeiten, hast im Praktikum aber festgestellt, dass es eigentlich ziemlich langweilig ist und etwas anderes dir mehr Spaß macht.

Nicht alle Schüler machen berufliche Praktika

Gymnasiasten machen in der Regel keine Berufspraktika, weil das Abitur auf direktem Weg zur Uni führen soll. Das muss nicht sein, denn auch mit der Hochschulreife kann man eine Ausbildung machen. Sollte das bei dir der Fall sein, kannst du zum Beispiel in den Ferien jobben und das zur beruflichen Orientierung nutzen.

TIPP: Wähle einen Beruf nicht, weil deine Eltern oder andere Personen es wollen. Sie sind nicht diejenigen, die ihn ausüben müssen, das bist du. Der Job muss zu dir passen und dir Spaß machen.

Wenn du schon einen Traumjob vor Augen hast

Nehmen wir an, du findest es faszinierend, wie ein Automotor funktioniert oder was im Inneren des Körpers passiert. Vielleicht stylst du gerne Haare oder liebst physikalische Formeln. Mathe ist voll dein Ding oder du schreibst schon an deinem ersten Roman? Wenn du eine Leidenschaft hast, dann folge ihr. Du kannst alles werden, was du dir erträumst, denn es gibt einen Weg. Das Wichtigste an dieser Sache ist, dass du in einem Job, für den du innerlich brennst, auch die besten Leistungen erzielen wirst. 

Was aber, wenn du dir mehrere Berufe gut vorstellen kannst und nicht festgelegt bist? Dann stellt sich die Frage: 

Studieren oder eine Ausbildung machen?

Beide möglichen Wege haben ihr Vor- und Nachteile, doch es gibt einen ganz konkreten Unterschied:

  • Eine Ausbildung hat einen größeren praktischen Anteil – auch wenn Theorie in jedem Beruf dazugehört.
  • Ein Studium hat einen größeren theoretischen Anteil – auch wenn fast alle Jobs einen praktischen Aspekt haben. 

Du weißt selbst am besten, zu welcher Fraktion du gehörst! Bis du eine Leseratte oder bastelst du gern? Lieber Gedichte schreiben oder Papa beim Auto schrauben assistieren?

Die Vorteile eines Studiums 

Es gibt Berufe, für die muss man studieren. Arzt, Lehrer oder Psychologe kann man nicht werden, ohne sich vorher in Hörsälen herumgedrückt zu haben. Es hat einige Vorteile, zu studieren, zum Beispiel:

  1. Du verdienst später mehr Geld und kannst einfacher Karriere machen.
  2. Du musst nach der Schule nicht direkt mit dem Arbeiten beginnen, sondern kannst das Leben noch etwas mehr genießen. Studentenpartys sind legendär!
  3. Du kannst ein oder mehrere Semester im Ausland studieren und so die große weite Welt kennenlernen. 

Doch natürlich gibt es auch Nachteile, wenn man sich für ein Studium entscheidet:

  1. Man verdient kein Geld, sondern liegt seinen Eltern noch ein paar Jahre „auf der Tasche“. Nicht alle Eltern können es sich leisten, ihr Kind zu unterstützen. In der Regel gibt es zwar keine Studiengebühren mehr, doch allein die Semestergebühren, die Bücher und die Lebenshaltungskosten schlagen ordentlich zu Buche, vor allem, wenn man in einer anderen Stadt lebt und nicht mehr bei den Eltern wohnen kann (oder das will).
  2. Wer keine wohlhabenden Eltern im Rücken hat, kann BAFÖG beantragen und damit sein Studium finanzieren. Meistens reicht das aber nicht, sodass viele Studenten noch einen Nebenjob haben. Da ist es mit dem entspannten Leben als Studi nicht weit her, wenn man neben den Vorlesungen, Seminaren und  Hausarbeiten noch bei Kaufland an der Kasse sitzt oder im Lager schuftet. Zu müde zum Party machen – das kann vorkommen! Einen Teil des BAFÖGS (10.000 Euro) muss man später wieder zurückzahlen. Damit kann man sich jedoch Zeit lassen, bis man ausreichend Geld verdient.
  3. Man kommt nie dazu, sich etwas anzusparen. Braucht man also einen neuen Laptop oder muss eine Reise finanzieren, greift man auf diverse Kredite für Studenten zurück. Diese muss man aber gleich zurückzahlen, wenn auch in kleinen Raten. Und wieder gibt es Nudeln mit Soße!
Hund auf OP-Tisch
© Pixabay

Die Vorteile einer betrieblichen Ausbildung 

Viele Berufe kann man nur über eine betriebliche Ausbildung erlernen, zum Beispiel im Handwerk, im Handel, in der Pflege, im Büro, der Organisation und viele mehr. Es gibt mehr als 350 anerkannte Ausbildungsberufe. Die duale Ausbildung läuft so ab, dass du zwei Tage pro Woche die Berufsschule besuchst und drei Tagen im Betrieb arbeitest und dabei alle Abteilungen kennenlernst. Die Vorteile sind:

  1. Du verdienst vom ersten Monat an eigenes Geld. Wenn es dir wichtig ist, möglichst schnell auf eigenen Beinen zu stehen, ist dieser Weg perfekt für dich geeignet.
  2. Du hast gleich das Gefühl, etwas tun zu können, anstatt dich mit Theorie zu beschäftigen. 
  3. Du hast sehr gute Perspektiven, denn Fachkräfte werden immer gesucht. Wenn du einen Beruf wählst, in dem gerade ein Mangel herrscht, hast du nach drei Jahren einen sicheren Arbeitsplatz und trotzdem das ganze Berufsleben noch vor dir.
  4. Natürlich kannst du später weiterlernen, deinen Meister machen oder noch ein Studium anhängen. Nach der Ausbildung kannst du auch dein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg machen und bekommst dafür elternunabhängiges BAFÖG.

Die Nachteile einer betrieblichen Ausbildung halten sich in Grenzen:

  1. Als Facharbeiter verdienst du zwar nicht schlecht, im Vergleich aber weniger als ein Akademiker.
  2. Viele Führungspositionen werden nur an Bewerber mit abgeschlossenem Hochschulstudium vergeben.

Fazit: Hoffentlich fällt es dir nun etwas leichter, dich zwischen der Ausbildung und einem Studium zu entscheiden. Wenn du Lust auf Lernen hast, wähle die Uni, wenn Pauken allerdings ein rotes Tuch für dich ist, dann nimm den praktischen Weg. Tu aber immer, was wirklich zu DIR passt!

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