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Studium oder Lehre: Welche Versicherungen sind wichtig?

Auch 2018 gab es in Deutschland wieder fast eine Million Schulabgänger. Viele davon beginnen direkt im Anschluss mit einer Ausbildung oder einem Studium. Vor allem wer für den neuen Lebensabschnitt aus dem Elternhaus auszieht, muss sich vielen neuen Herausforderungen stellen. Ein davon ist das Thema Versicherungen. Welche sind tatsächlich notwendig und auf welche kannst Du (jedenfalls erstmal) getrost verzichten?

Absolut unverzichtbar ist eine Krankenversicherung. Hier gilt es zwischen Lehre und Studium zu unterscheiden. Auszubildende befinden sich in einem Angestelltenverhältnis und müssen sich zwangsläufig eine gesetzliche Krankenkasse suchen. Bei den meisten Krankenversicherungen liegt der Beitragssatz zwischen 15 und 16 Prozent. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag zwischen ein und zwei Prozent. Die monatliche Belastung ist also in etwa identisch, egal für welchen Versicherer Du Dich entscheidest.

Nichts geht ohne Krankenversicherung

Unterschiede gibt es dennoch und zwar bei den Leistungen. Hier solltest Du genau vergleichen. So übernimmt nur etwa die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen einmal pro Jahr die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung. Wer sich im Fall der Fälle das Krankenhaus selbst aussuchen möchte, in dem er behandelt wird, kann das nur bei einigen Versicherungsunternehmen tun.

Osteopathie und Homöopathie, Hautkrebs-Früherkennung, Boni bei Check-Ups und Zahnvorsorge - auch hier zahlt nicht jede Krankenkasse.

Studierende haben es in diesem Punkt meist etwas leichter. Bis zum 25. Lebensjahr sind sie über die Eltern familienversichert und damit automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse. Anders sieht es bei Eltern mit einer privaten Krankenversicherung aus - hier fallen Studenten/Studentinnen aus der Familienversicherung raus und benötigen eine eigene Versicherungspolice.

Achtung: Bei Auslandsaufenthalten im Studium oder auf Reisen brauchst Du eine Auslandsreise-Krankenversicherung. Ob Ausbildung oder Studium: Nimm Dir Zeit und suche Dir den Anbieter heraus, der am besten zu Deinen Präferenzen passt.

Unbedingt absichern

Mit der Krankenversicherung ist der wichtigste Bereich abgedeckt - Deine Gesundheit. Doch passieren kann auch in anderen Bereichen etwas. Stell Dir vor, Du setzt Dich beim Spieleabend auf die Brille eines Freundes.

Wer bezahlt den Schaden? Du! Beziehungsweise Deine private Haftpflichtversicherung, wie sie etwas die Gothaer anbietet. Die solltest Du in jedem Fall abschließen, sobald Du auf eigenen Beinen stehst und nicht mehr bei Deinen Eltern wohnst. Sonst kann es schnell teuer werden. Solange Du daheim wohnst und eine Lehre machst, bist Du allerdings bei Ihnen mitversichert.

Auch wenn es ein Thema ist, an das niemand gerne denkt: Was geschieht nach einem Unfall, wenn Du keiner Arbeit mehr nachgehen kannst? So etwas wird Erwerbs- bzw. Arbeitsunfähigkeit genannt. Es gibt zwar eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, aber die wird erst gezahlt, wenn Du mindestens drei Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast.

Heute schon an die Zukunft denken

Danach bekommst Du zwar Unterstützung vom Staat, wenn Du Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, aber die Höhe der Leistungen ist ziemlich gering und reicht in der Regel nicht zum Leben aus. Die Lösung: eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer die bereits in jungen Jahren abschließt, zahlt nur geringe Beiträge. Zudem wird beim Versicherungsabschluss nach Vorerkrankungen gefragt.

Vielleicht hast Du auch schon von einer Unfallversicherung gehört oder sie wurde Dir sogar schon empfohlen. Sie gehört aber nicht zu den unbedingt notwendigen Versicherungen, denn sie kommt nur zum Tragen, wenn nach einem Unfall bleibende Schäden vorhanden sind und diese zu einer Invalidität führen. Zur Kranken-, Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen gibt es keine Alternativen. Die solltest Du unbedingt haben.