Was ist die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)?

Was ist die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)?

Bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) fließt die Magensäure und die hierin enthaltenen Enzyme aus dem Magen zurück in die Speiseröhre und verursachen hier vor allem Entzündungen sowie Schmerzen im Bauchraum und auch im Brustkorb.

Mädchen auf dem Bett mit gekrümmten Rücken
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Der Reflux tritt immer dann auf, wenn der ringförmige Magenmuskel, der üblicherweise den Reflux des Mageninhaltes in die Speiseröhre inhibiert, nicht korrekt arbeitet.
Das charakteristischste Symptom ist hierbei das Sodbrennen mit stark brennenden Schmerzen im Bereich des Brustbeins.
Die Krankheitsbestimmung stützt sich auf die diese Symptome sowie auch auf den pH-Tests des Magens und der Speiseröhre.

Die Speiseröhre ist ein hohlförmiger Schlauch, welcher vom Rachen bis in den Magen führt. Der Ösophagussphinkter besteht hierbei aus einem Muskelring, welcher den untersten Teil der Speiseröhre abschließt, damit Magensäure und die Nahrung nicht in die Speiseröhre fließen können. Wenn die Patienten nun schlucken, entspannt sich der Sphinkter, damit die Nahrung direkt in den Magen gelangt.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist eine häufige Erkrankung. Diese tritt bei etwa 10 bis 20 Prozent aller Erwachsenen auf. Zudem kommt sie auch oftmals bei Kleinkindern vor und beginnt auch hier schon mit der Geburt.

Die Schleimhaut des Magens schützt diesen vor der Wirkung der eigenen Säure. Weil jedoch die Speiseröhre keine schützende Schleimhaut besitzt, können Magensäure, die in die Speiseröhre fließt (Reflux) schmerzhafte Symptome und oft auch Schäden hierin verursachen.

Der Säurerefluss in die Speiseröhre kann dann auftreten, wenn der unterste Ösophagussphinkter nicht korrekt arbeitet. Wenn Patienten nun stehen oder sitzen, verhindert die natürliche Schwerkraft den Reflux des Inhalts des Magens in die Speiseröhre. Hierdurch erklärt sich auch, warum sich der Reflux oftmals verschlimmern kann, wenn sich Patienten hinlegen. Zudem kommt es gleich nach den Mahlzeiten, wenn der Säuregehalt und auch das Volumen des Magens größer sind und der Sphinkter nicht korrekt arbeitet, eher zu einem Reflux. Laut Refluxgate.de kann ebenfalls ein erhöhter Magendruck für den Reflux verantwortlich sein. Zu den wichtigsten Faktoren, welche Reflux verursachen, zählen fetthaltige Nahrung, kohlensäure- und koffeinhaltige Getränke, Konsum von Tabak. Alkoholgenuss und Arzneimittel.

Arzneimittel, welche sich negativ auf die Arbeitsweise des Ösophagussphinkters auswirken, sind solche mit anticholinerger Wirkung (z. B. Antihistaminika oder Antidepressiva) und Kalziumkanalblocker. Eine verzögerte Entleerung des Magens wie bei Diabetes oder aufgrund der Einnahme von Opioiden kann einen Magenreflux ebenfalls diskreditieren.

Die Symptome der gastroösophagealen Refluxkrankheit

Das auffallendste Symptom des gastroösophagealem Refluxes ist Sodbrennen. Dies sind stark brennende Schmerzen im Bereich hinter dem Brustbein. Dies kann von einer Regurgitation begleitet sein. Hierbei gelangt der Inhalt des Magens sogar bis in den Mund. Wenn dieser Inhalt nun in den Mund dringt, kann dies Heiserkeit, Halsschmerzen, Husten oder ein Kloßgefühl im Hals verursachen (Globusgefühl). Oftmals gelangen auch kleine Mengen des Mageninhaltes in die Lunge, was hierbei vor allem zu Husten und schwerem Atem führt. Patienten mit chronischem Sodbrennen entfalten bisweilen auch eine Schluckstörung (Dysphagie).

Das Zurückfließen der Magensäure im unteren Bereich der Speiseröhre über eine lange Zeit kann zu folgenden mehreren Komplikationen führen. Hierzu gehören eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis), eine Verengung der Speiseröhre und Geschwüre in der Speiseröhre mit offenen Wunden.

Eine Entzündung der Speiseröhre ruft solche Symptome hervor, welche für die Refluxkrankheit typisch, aber eventuell auch schwerwiegender sind. Diese kann auch Schmerzen beim Schlucken bewirken. Manche Patienten haben Blutungen, welche in aller Regel leichter sind, allerdings auch schwerer sein können. Dieses Blut kann auch erbrochen werden oder den Trakt der Verdauung passieren und wird hierbei als schwarzer Stuhl sichtbar. Auch bei einer starken Blutung wird dies als helles Blut ausgeschieden. Leichtere Blutungen, welche über einen langen Zeitraum anhalten, können zudem auch eine Eisenmangelanämie beim Patienten hervorrufen.

Die Diagnose gastroösophagealen Refluxkrankheit

Wenn alle Symptome auf eine GERD hinweisen, kann auch eine Behandlung ohne detaillierte diagnostische Untersuchungen beginnen. Diese Untersuchungen sind solchen Situationen vorbehalten, in welchen die Diagnose nicht ganz greifbar ist, in denen eine Behandlung die Krankheitszeichen nicht unter Kontrolle gebracht hat.

Wenn besondere Untersuchungen und Tests notwendig sind, wird in aller Regel zuerst die Speiseröhre mit einem Endoskop untersucht. Diese Endoskopie ist die optimale Methode zur Diagnose der Speiseröhrenentzündung, Speiseröhrengeschwüren, einer Speiseröhrenverengung und des Speiseröhrenkrebses. Bei einer Endoskopie kann der Arzt eventuell auch erkranktes Gewebe entnehmen, um es mikroskopisch zu untersuchen (Biopsie).
Wenn diese Biopsieergebnisse bei Patienten, deren Symptome eindeutig auf GERD hinweisen, normal sind, führen diese noch einen pH-Werttest der Speiseröhre durch. Hierzu wird ein biegsamer und dünner Schlauch mit einem Sensor an der Schlauchspitze von der Nase aus in den unteren Bereich der Speiseröhre eingeführt. An dieser Stelle verbleibt der Schlauch dann für 24 Stunden. Das äußere Ende dieses Schlauchs hängt an einem speziellen Monitor, welchen der Patient an der Kleidung trägt. Dieser zeichnet dann über 24 Stunden die Säurespiegel auf. Eine derartige Untersuchung bestimmt vor allem, wie viel Reflux beim Patienten auftritt und auch die Beziehung zwischen den auftretenden Symptomen bei einem Reflux. Dieser ist auch besonders hilfreich bei Patienten mit Symptomen, welche für einen Reflux eher untypisch sind. Eine entsprechende pH-Messung der Speiseröhre wird jedoch bei allen Patienten zur Diagnose empfohlen, für welche eine Operation zur Korrektur des Refluxes notwendig ist. Bei Patienten, welche einen Schlauch in der Nase nicht zulassen, kann eine kleine pH-Elektrode auch im unteren Bereich der Speiseröhre lokalisiert werden.

Die Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit

Die erste Behandlung besteht vor allem aus der Vermeidung von verursachenden Substanzen wie Alkohol oder fettreiche Nahrung und der Einnahme bestimmter Arzneimittel zur Dezimierung der Magensäure. Wenn solche Maßnahmen hier aber nicht wirken, kann auch eine Operation nötig sein.

Die Protonenpumpenhemmer sind die wirksamsten und auch stärksten Medikamente zur Verringerung der Produktion der Magensäure und stellen bestenfalls auch die wirksamste Behandlung bei Ösophagitis und erosiver Ösophagitis dar infolge des gastroösophagealem Reflux. Zur Behandlung müssen diese Medikamente in aller Regel etwa 4 bis 12 Wochen täglich eingenommen werden. Diese Arzneimittel sind auch für eine längere Einnahme geeignet, aber die Ärzte versuchen hierbei, immer eine niedrigere Dosis zu verabreichen. Als Alternative zu den Protonenpumpenhemmern können auch Histamin-2-Blocker eingesetzt werden, welche vor allem die Bewegung der Nahrung über die Speiseröhre, den Magen und anschließend den Darm anregen (Promotilitätsmedikation). Diese Arzneimittel sind allerdings nicht so wirkungsvoll wie die Protonenpumpenhemmer.
Eine Verengung wird behandelt, indem die eingeengten Bereiche mit sogenannten Ballonsonden und Schläuchen aufgedehnt werden. Ist diese Aufdehnung erfolgreich, bedeutet eine Verengung keine weitere Einschränkung beim Essen.

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