Stress mit Vaters Freundin
Gabis Antwort
Hallo meine Liebe, danke für deine Mail, die mich sehr bewegt hat. Dir zuerst ein großes Kompliment: Du hast Szilvia als deine Ersatz-Mama anerkannt, und dein erster Satz ist ja, dass ihr euch eigentlich sehr gut versteht. Das ist eine großartige Leistung von dir. Du liebst deine kleine Schwester, da ist nichts von Eifersucht zu spüren. Und du siehst, wie angespannt Szilvia ist, weil so ein Kleinkind eben nicht nur Freude macht, sondern auch Nerven kostet. Bei dir spüre ich, dass du dich in deiner Familie trotz Krach und Auseinandersetzung gut aufgehoben fühlst. Dein Papa ist ebenfalls großartig. Wie schön, dass er so zu dir hält und zu dir steht. Die Auseinandersetzungen die du mit Sziliva hast, sind ganz normal. Die gehören mit dazu zum Großwerden und zum Abnabeln. Dass Szilivia andere Erziehungsvorstellungen hat, ist so. Weißt du, Erwachsene übernehmen das, was sie als Kinder erfahren haben. Und bestimmt war ihre Mutter ebenfalls streng und sie will ja nur das Beste für dich - und glaubt, Strenge bringt dich weiter. In all den Auseinandersetzungen könntest du Szilvia deine Zuneigung zeigen. Stell dir vor, du würdest ihr sagen: Ich seh, wie müde du bist, weil meine kleine Schwester nicht schläft. Kann ich dir einen Tee kochen? Oder du bittest sie zu erzählen, wie sie mit ihrer Mutter als Heranwachsende gelebt hat. Szilvia will dir ein gutes Vorbild sein, grade weil sie nicht deine Mutter ist, ist sie umso mehr bemüht. Sag ihr doch auch mal, wie froh du bist, dass sie da ist. Sie braucht auch Anerkennung. Und was deine Noten betrifft so ist es Zeit, dass du die Verantwortung übernimmst. Eine 6 ist ungut, also kannst du sagen: "Ich weiß nicht, was los ist, ich hab mir schon überlegt, ob ich Nachhilfe brauche!" Du bist der Chef deiner Noten! Setz dich mit Szilvia auseinander - und dann versöhnt euch wieder. So wie Mutter und Tochter das tun in der stressigen Zeit der Entwicklung. Dir von Herzen alles Liebe Gabi

