Spannender Jugendthriller

Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige — und einer von ihnen lügt

Ein Nachmittag an der Bayview High: Was für Bronwyn, Addy, Nate, Cooper und Simon als harmloses Nachsitzen beginnt, wird zu einer knallharten Mordermittlung…

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»Addy ist das Prinzesschen und du bist die Sportskanone«, sagt Simon zu mir. Er deutet mit dem Kinn auf Bronwyn und danach auf Nate. »Du die Intelligenzbestie und du der Outlaw. Ihr seid allesamt wandelnde Teenie-Film-Stereotypen.«

»Was ist mit dir?«, fragt Bronwyn, die vom Fenster an ihren Platz zurückkehrt und sich auf ihr Pult setzt. Sie schlägt die Beine übereinander und zieht ihren dunklen Zopf über die Schulter nach vorn. Mir fällt auf, dass sie dieses Jahr hübscher aussieht als früher. Vielleicht eine neue Brille? Längere Haare? Jedenfalls hat sie auf einmal so eine »Sexy Nerd«-Ausstrahlung.

»Ich bin der allwissende Erzähler«, antwortet Simon.

Bronwyns Brauen schießen über den schwarzen Rand ihrer Brille. »Die Rolle gibt‘s in Teenie-Filmen nicht.«

»Ach, Bronwyn …« Simon zwinkert ihr zu, hebt den Wasserbecher an den Mund und trinkt ihn in einem Zug aus. »Im wahren Leben schon.«

Es klingt wie eine Drohung, und ich frage mich, ob er irgendwas über Bronwyn herausgefunden hat, das er über seine blöde App verbreiten kann. Ich hasse dieses Ding. Fast alle meine Freunde sind dort schon durch den Dreck gezogen worden, was in manchen Fällen zu echten Problemen geführt hat. Mein Kumpel Luis ist wegen dem, was Simon über ihn geschrieben hat, von seiner Freundin verlassen worden. Ja, okay, an der Geschichte, dass Luis was mit der Freundin seines Cousins hatte, war tatsächlich was dran. Aber trotzdem. So was darf man nicht einfach online stellen. Der Flurtratsch ist schon schlimm genug.

Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich ziemlich viel Schiss davor, was Simon über mich schreiben könnte, wenn er mich ins Visier nehmen würde.

Simon hält seinen Becher hoch und verzieht das Gesicht. »Schmeckt total widerlich.« Er lässt ihn mit einer dramatischen Geste fallen und ich verdrehe die Augen. Selbst als Simon zu Boden sackt, glaube ich immer noch, dass er das Ganze bloß spielt. Bis er zu röcheln anfängt.

Bronwyn springt auf und läuft zu ihm. »Simon …« Sie schüttelt ihn an den Schultern. »Alles okay? Was ist los? Simon! Hey, kannst du mich hören?« Die Sorge in ihrer Stimme verwandelt sich in Panik, sodass ich ebenfalls aufspringe, aber da hat Nate sich schon an mir vorbeigeschoben und kniet sich neben Bronwyn.

»Wir brauchen den Pen«, sagt er mit Blick auf Simons Gesicht, das dunkelrot angelaufen ist. »Hast du ihn dabei?« Simon nickt wild und fasst sich an die Kehle. Ich schnappe mir schnell meinen Kuli und halte ihn Nate hin, weil ich annehme, dass er einen Luftröhrenschnitt oder so was in der Art durchführen will, aber Nate schaut mich so entgeistert an, als wäre mir gerade ein zweiter Kopf gewachsen. »Seinen EpiPen, meine ich. Dieses Ding, mit dem man sich Adrenalin spritzen kann.« Er schaut sich suchend nach Simons Rucksack um. »Ich glaub, er hat einen allergischen Schock.«

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