Your Style - Your Magazine: Leseprobe

Your Style - Your Magazine

Liebe Your Style-Freundin,

bestimmt liebst du auch Erdbeersmoothies, Musik und Klamotten. Du magst YouTuber und bist auch immer am Chatten? Tja, Romy, Pepa, Greta und Josi könnten wahrscheinlich auch deine Freundinnen sein. O.k., vielleicht nicht in echt, weil sie natürlich erfunden sind – übrigens von jungen Autorinnen zusammen mit Bestsellerautorin Britta Sabbag („Hummel Bommel“).

Im ersten Band geht es um Romy und ihren großen Traum, Schauspielerin zu werden. Ihre Chancen stehen auch ganz gut (bei Ben, in den sie anfangs total verknallt ist, allerdings eher nicht so). Pepa, ihre allerbeste Freundin, ist mehr der sportliche Typ und Styling ist nicht so ihr Ding. Greta ist totaler Music-Fan und Josi, die Neue, hat das Megahändchen für Mode.

Und: Du erfährst all ihre Lieblingsrezepte, Playlists, Horoskope, Dating-Tipps und... ach, schau doch einfach mal rein!

Viel Spaß in Berlin

Dein Your Style-Team

Leseprobe

Kapitel 5: Romy Westing mit Pepa Käßmann und 5 weiteren Personen
Hier: Park am Gleisdreieck/Gleisbowl

»Yeah – Pepa, guck mal. Ich skate!«
»Ja, aber du musst auch bremsen!« Pepa lief hinter mir her und stoppte mich gerade noch rechtzeitig, bevor ich im Gebüsch landete.
Das war jetzt nicht mehr so leicht.
»Sollte sie nicht Schutzkleidung tragen?«, fragte Greta.
Mist. Ich hatte gehofft, dass wir dieses Thema ausklammern könnten.
»Dann seh ich ja total doof aus«, murrte ich.
Bono machte zur Bestätigung: »Wuff!«
Greta gab ihm einen Hundekeks und schaute mich mit einem Blick an, den sie sich bestimmt von ihrer Mama abgeguckt hatte.
»Was sieht doofer aus: Helm oder Gips?«
Pepa drückte mir ihren türkisfarbenen Sturzhelm und Knieschoner in die Hand.
»Anziehen, sonst nehme ich dir das Skateboard weg!«
»Ach Mann, das ist fies …! Josi, was meinst du?« Ich warf meiner neuen Freundin einen beschwörenden Blick zu.
Aber Josi knabberte auf ihrer Unterlippe herum und sagte:
»Ich … ich weiß nicht …«
Super, sehr hilfreich. Mein ganzes Outfit war ruiniert. Mit meiner türkisfarbenen Melone auf dem Kopf rollte ich über die asphaltierten Wege. Das klappte eigentlich ganz gut. Pepa fuhr auf ihrem Pennyboard hinterher und gab mir Anweisungen, was ich noch verbessern sollte. Ich hörte nur mit einem Ohr hin, denn in der Ferne hatte ich Ben entdeckt. Er lehnte mit seinem Skateboard in der Hand an einem Baum. Mein Herz trommelte gegen die Brust, und im Bauch hatte sich eine kribbelnde Kolonie Ameisen eingenistet.

Ich atmete tief durch. Sollte ich ihm zuwinken? Oder eine lässige Hip-Hop-Geste machen? Nee, das war peinlich. Ich würde zu ihm hinfahren und »Hi« sagen. Danach so etwas wie: »Heute schon die Bowl gecheckt?«
Mit dem Skaterslang konnte ich Ben bestimmt beeindrucken.
Ich wollte gerade starten, da sah ich ein Mädchen auf Ben zukommen. Sie hatte schwarze Locken und ich wusste genau, wer das war. Lorena! Grrr – war ja klar, dass DIE mir wieder dazwischenfunken musste. Offensichtlich hatte Lorena es sich zur Aufgabe gemacht, mir mein Leben nun auch außerhalb der Schule zu vermiesen. Schlimm genug, dass Frau Witko-Bock angedeutet hatte, dass ich mich mit Lorena demnächst mal zusammensetzen und den Text lernen solle. Die hatte doch nicht mehr alle Latten am Zaun. Das konnte sie so was von vergessen!
Jetzt sagte Ben irgendetwas zu Lorena. Die warf ihre Haare in den Nacken und lachte. Warum musste sie verdammt noch mal so gut aussehen? Lorena deutete in die entgegengesetzte Richtung. Dann legte sie kurz ihre Hand auf Bens Schulter und die beiden gingen davon.
Nein, diesmal ließ ich mir nicht von Lorena die Tour vermasseln! Ich war Skategirl, und ich sah verdammt gut aus! Entschlossen öffnete ich den Helm und machte die Knieschoner ab. Ich warf beides in die Wiese und rollte los.
»Romy, was machst du denn?«, schrie Pepa, aber es war mir egal. Meine Haare wehten im Wind, das Board vibrierte unter meinen Füßen – ich fühlte mich unschlagbar.
Allerdings nur so lange, bis ich feststellte, dass das mit dem Bremsen immer noch nicht richtig klappte. Ich traute mich nicht, den Fuß vom Skateboard zu nehmen, also fuhr ich weiter. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Die Skateanlage kam immer näher. Ich sah Raffa und Nick mit ihren Boards am Rand der Bowl stehen. Ich rollte direkt auf sie zu. Hinter mir hörte ich Greta schreien: »Brems! Romy, du musst bremsen!«
Ich kniff meine Augen zusammen. Wenn ich gleich in die Bowl stürzen würde, wollte ich es wenigstens nicht mit ansehen. In Gedanken hörte ich schon das Krachen meines Kopfes auf dem Beton.
Bevor es so weit kam, riss mich jemand vom Board, und ich landete überraschend weich auf dem Rasen.
Ich öffnete meine Augen. Direkt neben mir lag Raffa. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Ich kannte Pepas Familie nun schon seit der ersten Klasse, aber so nah war ich ihrem Bruder bisher noch nie gekommen.
Er roch gut.
War das Waschmittel oder benutzte er Parfum?
Mit schmerzverzerrtem Gesicht lächelte ich Raffa an und flüsterte: »Danke. Ich glaube, du hast mir gerade das Leben gerettet.«
Er lächelte zurück. »Schon okay. Kannst du auftreten?«
»Mensch, Romy! Was sollte denn das?«
»Du bist voll lebensmüde!«
»Hast du dir wehgetan?«
Greta, Pepa und Josi waren bei mir angekommen und musterten mich mit besorgten Mienen.
»Nichts passiert«, sagte ich und versuchte aufzustehen. Mein Bein tat weh. Ich guckte an mir hinunter. Die Hose war zerrissen und mein Knie leicht aufgeschürft. Ein Hoch auf Knieschoner!

© 2017 Verlag Friedrich Oetinger GmbH, Poppenbütteler Chaussee 53, 22 397 Hamburg
Alle Rechte vorbehalten
Text von Kathrin-Lena Orso und Britta Sabbag
ISBN 978-3-95882-043-2
Autorin: Kathrin-Lena Orso
Illustratorin: Lisa Brenner
Patin: Britta Sabbag
www.oetinger34.de

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