FAQ Frag Gabi

Am liebsten würde ich nie mehr in die Schule gehen

Stress mit Lehrern
Mein Lehrer diskriminiert mich und ich habe Angst, dass ich mich bald nicht mehr beherrschen kann.
Ich habe seit vielen Jahren Schuppenflechte. Am Anfang waren es nur ganz kleine, unscheinbare Stellen, die sich dann ausgebreitet haben und zu einem riesigen Problem für mich wurden. Ich bin mit meinen Eltern zwei Jahre von Arzt zu Arzt gereist, bis wir einen gefunden haben, der mir helfen kann. In der Zeit habe ich mich immer weiter zurück gezogen, nur noch lange Sachen getragen, auch im Hochsommer, weil ich mich geschämt habe und die Blicke und Fragen meiner Mitmenschen nicht ertragen konnte. Erst durch eine Therapie habe ich mich wieder getraut kurze Sachen zu tragen.
Jetzt, nach acht Jahren habe ich Lehrer, die mich wegen der Schuppenflechte fertig machen. Gleich am ersten Tag im neuen Schuljahr hat mich ein Lehrer gefragt, was für einen komischen Ausschlag ich habe und als ich ihm gesagt habe, dass das Schuppenflechte ist, hat er das Gesicht verzogen und gesagt, ich sollte damit Mal zum Arzt gehen. Ein anderer Lehrer hat mich nach Hause geschickt und meinen Mitschülern gesagt, sie sollten sich von mir fern halten, weil ich sie sonst anstecken könnte. Ich habe mir vom Arzt dann eine Infobroschüre geben lassen und den Lehrern vorgelegt. Am nächsten Tag hat mir einer von ihnen dann gesagt, dass ich die Schuppenflechte selbst zu verantworten hätte, weil ich übergewichtig sei und mich ungesund ernähren würde. Ich war so perplex, dass ich gar nicht reagieren konnte. Der andere Lehrer hat mir stattdessen erzählt, dass ihm die Aussage mit dem Ausschlag leid tut. Er fordert aber, dass ich meine kranken Hautstellen mit Kleidung bedecke, um "allen diesen bedrohlich wirkenden Anblick zu ersparen". Ich kann nicht sagen, was in mir vorging, Hass, Wut, Traurigkeit, Scham, alles gleichzeitig. Ich wollte was sagen, war aber total heiser und hab nur hervor gebracht, dass sich meine Mitschüler nicht daran stören.
Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich will nichts an meinem Kleidungsstil ändern. Ich möchte diese Diskussionen nicht fast jeden Tag führen und mich darauf einstellen müssen, dass wieder ein Seitenhieb der Lehrer kommt. Ich war schon bei der Schulleiterin, ihrer Meinung nach bausche ich einen Konflikt auf, wo eigentlich nur ein kleines Missverständnis vorliegt. Meine Freundin sagt, ich sollte die Lehrer einfach ignorieren, dann hören sie von selbst auf. Das kann ich aber nicht so einfach, für mich ist jede Stunde mit den betreffenden Lehrern ein Spießrutenlauf. Manchmal wünsche ich mir, einfach nicht mehr aufzuwachen, einen Brief an die Lehrer zu schreiben, in dem steht, dass sie mein Leben zerstört haben und mich dazu gebracht haben, nicht mehr wieder zu kommen. von Diana /

Gabis Antwort

Frag Gabi Portrait

Liebe Diana,

deine Mail macht mich fassungslos. Unglaublich, wie wenig Verständnis dir von Lehrern, der Schulleitering entgegengebracht wird. Ob Konflikt, kleines , Missverständnis, entscheidend ist doch, dass du dich in der Schule nicht wohlfühlst. Wie schön, dass deine Freundin zu dir hält. Wie schön, dass deine Mitschülerinnen verständnisvoller sind als manche deiner Lehrer. Bewundernswert, wie du gekämpft hast, um deine Krankheit in den Griff zu bekommen. Du bist ein starkes Mädchen, bitte, bitte gib jetzt nicht auf. Du sollst deinen Kleidungsstil nicht ändern, du hast ihn für dich gefunden, bleib dabei. Und lass es nicht zu, dass dein Leben zerstört wird. Ja, ich nehme jeden Selbstmordgedanken ernst. Ich spüre aber hinter deinem Wunsch die Sehnsucht akzeptiert und anerkannt zu werden. Du hast gelernt, dich zu akzeptieren - und das sollte dir soviel Selbstbewusstsein geben, dass du diese Sicherheit nach außen tragen kannst. Sollte dich wieder ein Lehrer wegen deine Schuppenflechte ansprechen, leg dir bitte einen knackigen Satz zurecht, den du erwidern kannst. Wie zum Beispiel: "Ich möchte nicht mehr auf meine Krankheit angesprochen werden." Oder: "Freuen Sie sich über Ihre Gesundheit."

Liebe Grüße

Gabi

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