FAQ Frag Gabi

Scheidungskind! Stress mit dem Vater


Ich bin Scheidungskind (wohne bei meiner Mutter) und bin jedes 2. Wochenende bei meinem Vater. Eigentlich komme ich auch super mit ihm klar, er ist ein ziemlich "cooler Kumpeltyp". Nur kann er leider oft auch sehr verständnislos und wie die Axt im Walde sein, insbesondere wenn es um meine Depressionen geht. Er sagt dann meistens sowas wie: "Du übertreibst doch", oder: "Steigere dich doch nicht da rein.Denk doch einfach mal positiv. Du hast doch so ein schönes Leben!" etc. (Und das in einem vorwurfsvollem Ton). Und ich versuche ihm dann verzweifelt zu erklären, warum das nicht geht, obwohl ich es selbst nicht weiß und dann streiten wir uns. Bei meiner Stiefschwester (die jetzt das 3. Mal wegen Depressionen in der Klinik war) ist das komischerweise ganz anders. Ihr geht es wirklich schlecht. (Ich habe guten Kontakt mit ihr und das stimmt auch, will sie auch nicht runtermachen oder so), aber naja...
Hab jetzt eigentlich gedacht, dass ich mit meinem Dad dann halt nicht mehr darüber rede, aber meine Mutter erzählt ihm so gut wie alles über mich und er will dann natürlich mit mir reden, was ich irgendwo auch verstehen kann.
Aber ich möchte es halt nicht. Hast du vielleicht Ideen, wie ich ihm irgendwie erkläre, dass ich das nicht möchte? von Lilly /

Gabis Antwort

Frag Gabi Portrait

Liebe Lilly,

mich beeindruckt wie ihr alle bemüht seid, mit dieser schwierigen Scheidungssituation umzugehen. Wie schön, dass du in deinem Vater einen coolen Kumpeltypen hast, deine Eltern sich über dein Wohlergehen austauschen - und toll, dass du Lust hast, jedes zweite Wochenende in das neue Leben deines Vaters mit einzutauchen. Dafür ein dickes Lob für euch alle drei. Dass der Umgang miteinander nicht immer ganz einfach ist, liegt auf der Hand. Klar möchte dir dein Vater ein schönes Leben bieten, dir die schönen Seiten im Leben zeigen. Besonders deshalb, weil er dich ja nur jedes zweite Wochende sieht. Das tut ihm vielleicht auch weh, hast du ihn schon mal danach gefragt?

Ich frage mich, was du von deinem Vater erwartest, wenn es um deine Depressionen geht? Möchtest du, dass er dich bedauert? In die Arme nimmt? Du wie ein kleines Mädchen auf seinen Schoß klettern kannst und er dich tröstet? Wer hat dir Depressionen diagnostiziert? Bist du bei einem Arzt gewesen? Wie geht deine Mutter mit dir um, wenn du traurig bist? Kann sie deinem Vater Tipps geben, was dir dann hilft?

Nicht über deine Gefühle mit deinem Vater zu reden halte ich für keine gute Lösung. Was brauchst du von deinem Vatr? Darüber denk bitte nach und sag ihm das?

Lieben Gruß

Gabi

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