Ich verletze mich selbst: Wie kann ich damit aufhören?

Hi Mona,

ich brauche Hilfe! Ich verletze mich seit ein paar Monaten selbst, weil ich nicht anders mit Stress umzugehen weiß. Ich habe auch sehr starke Stimmungsschwankungen und immer wieder heftige Wutausbrüche. Ich werde schnell gereizt und habe auch manchmal depressive Phasen. Was soll ich tun?

Monas Antwort

Frag Mona Portrait

Hi meine Liebe,

erst einmal ein riesiges, dickes, fettes Lob an dich, dass du dir Hilfe suchst!

Selbstverletzendes Verhalten: Hilfe suchen ist der erste Schritt

Es fühlt sich vielleicht nicht so an, aber damit hast du einen der wichtigsten Schritte schon gemacht. Du hast erkannt, dass dein Verhalten dir schadet, und du möchtest etwas daran ändern.

Weißt du was? Das schaffst du auch!

SVV: Hier findest du Hilfe

Wenn du das nächste Mal unter Druck oder Stress gerätst, greif nicht zur Klinge. Greif zu deinem Handy! Du kannst dich kostenlos, anonym und rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge melden. Dort sitzen Menschen, die dir zuhören, die dich verstehen und die dich auffangen. Du musst aber mit niemandem sprechen, wenn du nicht willst: Bei der Telefonseelsorge gibt es auch die Möglichkeit, mit den Seelsorgern zu chatten.

In unserem Artikel "Ritzen – wenn's der Seele unter die Haut geht" findest du außerdem Adressen, an die du dich wenden kannst –  zum Beispiel die Selbsthilfewebsite www.rotelinien.de, wo du dich mit Betroffenen und Angehörigen austauschen kannst.

Stress, Wut, depressive Phasen: Das kannst du selbst tun

Zusätzlich zu der Hilfe, die du dir von außen holst, kannst du auch selbst etwas für dich tun. Sei nachsichtig mit dir: Sich richtig, richtig scheiße zu fühlen, die ganze Welt zu hassen und einfach nur kotzen zu wollen, ist vollkommen normal. Diese negativen Gefühle machen dich nicht zu einem schlechten Menschen.

Such dir ein Ventil für deine Wut – denn die kann mega kreativ sein! Die besten Geschichten, Songs, Gedichte und auch Filme entstehen aus negativen Gefühlen heraus. Schnapp dir einfach mal ein leeres Heft und schreib alles rein, was dir durch den Kopf geht. Benutz die Seiten als Mülleimer, in den du alles kippst, was dich stört. Und dann guck ein zweites und drittes Mal darauf: Kannst du vielleicht einen Song aus deiner Wut machen? Oder ein Gedicht? Eine Kurzgeschichte vielleicht?

Oder power dich beim Sport aus. Das setzt Glückshormone frei und macht dich, wenn du es länger durchziehst, ausgeglichener und krisensicher.

Alles Liebe, Mona

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